Lichtbildwerke und Lichtbilder

Als Lichtbildwerke sind Lichtbilder geschützt, bei denen der Urheber durch den gezielten Einsatz eines oder mehrerer Ausdrucksmittel das Bildresultat beeinflußt und prägt, daß eine persönliche und geistige Schöpfung vorliegt. Maßgeblich ist die Prägung durch die Individualität ihres Urhebers, etwa durch die Auswahl des Motivs, der Perspektive oder des richtigen Moments bei Bewegungsvorgängen und Portraits. Dabei zeichnen sich Lichtbildwerke z.B. dadurch aus, daß sie über die gegenständliche Abbildung hinaus eine Stimmung besonders einfangen.
Ob eine bestimmte Fotografie ein Lichtbildwerk darstellt oder nicht, liegt schließlich im Auge des Betrachters. Lichtbilder stellen den Rest aller anderen Fotografien dar. Im Rechtsalltag spielt die Unterscheidung zwischen einem Lichtbildwerk und einem Lichtbild kaum eine Rolle, weil Lichtbilder in entsprechender Anwendung der für Lichtbildwerke geltenden Vorschriften geschützt sind. Damit genießt selbst jedes „Knipsbild“ den Schutz des Urheberrechtsgesetz.
Der Urheberrechtsschutz entsteht mit der Schaffung einer Fotografie selbst, er muß nicht beantragt werden. Jeder Urheber hat ein Recht darauf, daß er bei der Veröffentlichung eines Fotos, und das gilt auch bei Werbeanzeigen, namentlich genannt wird. Die Schutzdauer beträgt bei Lichtbildwerken 70 Jahre nach Tod des Urhebers, bei Lichtbildern sind es 50 Jahre nach der ersten Veröffentlichung.

Disclaimer auf der Internetseite

Viele Fotografen haben auf ihrer Internetseite Links zu anderen Seiten gesetzt: zu befreundeten Fotografen, zu Fotomodellen, zu Galerien im Internet und nicht selten auch zu ihren Kunden. Um für den Inhalt auf den verlinkten Seiten nicht haftbar gemacht werden zu können, bringen sie einen sogenannten Disclaimer an. Dies ist ein Hinweis, daß man für den Inhalt der verlinkten Seiten nicht verantwortlich ist und jegliche Haftung ausschließt.
Ein solcher Disclaimer, häufig in Gestalt einer Berufung auf eine über zehn Jahre alte Entscheidung des Landgerichts Hamburg (kein rechtskräftiges Urteil), ist rechtlich irrelevant. Wenn eine Verlinkung rechtswidrig ist, wird sie nicht rechtmäßig durch einen Disclaimer, mit dem sich der Verlinkende von der Haftung lossagen will.
Wenn er für die Inhalte der verlinkten Seiten nicht einstehen will, fragt man sich sowieso, warum er dann überhaupt verlinkt.

Impressum auf der Internetseite

Die Impressumspflicht ist in §5 Telemediengesetz (TMG)) geregelt. Danach haben Diensteanbieter bestimmte Informationen erreichbar und ständig verfügbar zu halten, wenn der Dienst geschäftsmäßig angeboten wird. Dieser Begriff ist nicht zu verwechseln mit gewerbsmäßig.
Geschäftsmäßig ist so zu verstehen, daß Telemedien gegen Entgelt angeboten werden. Im Gegensatz zu der früheren gesetzlichen Regelung, nach der auch private Webseiten der Impressumspflicht unterlagen, sofern sie bloß Werbebanner bzw. pop-up Werbefenster eingeblendet hatten, setzt §5 TMG nun ausdrücklich ein Handeln gegen Entgelt voraus. Geschäftsmäßigkeit ist demnach dann anzunehmen, wenn eine auf Dauer angelegte Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.
Stellt ein Fotograf nur eine Galerie ins Internet, dürfte er wohl nicht impressumspflichtig sein. Besteht jedoch die Möglichkeit, ihn zu kontaktieren, zu buchen oder ruft er Fotomodelle auf, sich bei ihm für ein Shooting zu bewerben, liegt einen Geschäftsmäßigkeit vor und es besteht eine Impressumspflicht.
Dieses Impressum hat dann Name, Anschrift und Email-Adresse zu enthalten. Mit Entscheidung vom 15.Mai 2008 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, daß eine Telefonnummer im Impressum der Webseite nicht angegeben werden muß (EuGH Az.: C – 298/07).

Wie findet man eine geeignete Location?

Einerseits durch Zufall, andererseits kann man sich auch überlegen, an welchen Orten es sich lohnen könnte, Aufnahmen auch mit Fotomodel zu machen. Wenn man sich intensiver mit der Fotografie beschäftigt, vor allem mit Outdoor-Fotografie, dann achtet man beim nächsten Spaziergang oder der Besichtigung einer Sehenswürdigkeit schon eher darauf, ob man nicht eine brauchbare Location findet. Gut geeignet sind immer städt. Parkanlagen. Der Eintritt ist im Regelfall kostenlos, die Grünflächen dürfen betreten werden, so daß man neben Rasen, auch Bäume und Büsche sowie Blumenbeete als Kulisse bzw. Hintergrund verwenden kann. Manchmal gibt es auch einen kleinen See oder Bach, vielleicht sogar mit Brücke, so daß man eine sehr abwechslungsreiche Szenerie vorfindet für Aufnahmen „im Grünen“.
Burgen und Schlösser dürfen selten betreten werden, und wenn, dann ist der Eintritt meistens kostenpflichtig. Abgesehen davon, daß die Lichtverhältnisse im Inneren nur eingeschränkt zum Fotografieren ausreichen dürften, sind Aufnahmen oft untersagt bzw. bei öffentlichem Besucherverkehr ungestört nicht möglich. In so einem Fall hilft es einem nur weiter, wenn man den „Hausherren“ persönlich kennt, so daß er einem dann bei passender Gelegenheit die Location für einen Zeitraum zur Verfügung stellt. 🙂 Dann kann man auch die entsprechende Ausrüstung einsetzen wie z.B. eine portable Blitzanlage.
Das bedeutet also, daß man als Einzelner kaum in größere Objekte zum Fotografieren hineinkommt. Hierzu bleibt einem nur die Möglichkeit auf organisierte Workshops oder Veranstaltungen zu achten, und bei einer interessanten Location daran teilzunehmen. Von Wildorange Events werden immer wieder besondere Veranstaltungen organisert; ich bin einmal in Düsseldorf bei einem Event in einer Diskothek dabei gewesen. 😉 Man braucht sich weder um Location und Technik, noch um Model, Visagistin oder Kleidung zu kümmern. Dafür ist der Spaß allerdings nicht billig, aber wenn man einmal entsprechende Bilder machen möchte, die einem als außergewöhnliche Referenz dienen können, dann lohnt sich doch der finanzielle Einsatz. 🙂 Denn als Einzelner bekäme man so ein Ereignis gar nicht eingefädelt, und selbst wenn, dann wäre es vermutlich erst recht unbezahlbar.
Vielleicht hat man auch Glück, und das Stammlokal/-restaurant bietet einen interessante Kulisse für Aufnahmen. Dann kann man sich mit dem Besitzer/Pächter sicher einigen, um die Örtlichkeit an einem wenig frequentierten Zeitpunkt als Location zu nutzen. Fragen sollte man auf ale Fälle vorher, denn auch wenn es ein öffentlicher Ort ist, so gilt doch Hausrecht, und das bedeutet, für die Veröffentlichung der Bilder benötigt man eine Freigabe (das sogenannte Property-Release).
Nützlich bei der Location-Suche bzw. Besichtigung ist eine Kompaktkamera. Um einen ersten Eindruck zu erhalten und vor allem später die Aufnahmen zu planen, reichen Schnappschüsse von der Örtlichkeit aus. Dazu braucht man nicht immer die „große Ausrüstung“ mit sich herumtragen. Die kleine Kamera kann man auch auf dem Spaziergang oder dem Stadtbummel mitnehmen, und ist damit immer gerüstet, falls man eine interessante Location entdeckt.

Outdoor-Shooting im Revierpark Mattlerbusch

Mein zweites Outdoor-Shooting in diesem Jahr war eine gewagte Aktion aufgrund mehrerer Aspekte. Zwar treffe ich mich mittlerweile immer vorab mit dem Fotomodel, um es etwas kennenzulernen und um das geplante Foto-Shooting zu besprechen, aber das sagt natürlich noch nicht viel darüber aus, wie die Zusammenarbeit tatsächlich verlaufen wird. Mit ein wenig Menschenkenntnis kann man aber aus dem Gespräch schon absehen, ob es passen könnte oder nicht. 😉
Nachdem ich in letzter Zeit einige negative Erfahrungen gemacht habe, weil die Fotomodelle kurzfristig Shooting-Termine abgesagt hatten bzw. sogar unentschuldigt nicht zum Vorab-Treffen erschienen sind, 🙁 habe ich es diesmal mit einem U18-Model versucht. Bei minderjährigen Models haben die Erziehungsberechtigten die Erlaubnis für Foto-Aufnahmen zu erteilen und auch den Model-Vertrag zu unterschreiben. Aus diesem Grund habe ich gehofft, daß ich dieses Mal mit mehr Zuverlässigkeit seitens des Models rechnen kann; und so war es dann auch. 🙂 Denise erschien mit ihrer Mutter beim Treffen sowie auch beim Shooting. Das ist auch oberstes Gebot bei Foto-Aufnahmen mit Minderjährigen, das Model sollte immer von einem Erwachsenen, möglichst einem Erziehungsberechtigten, begleitet werden.
Auch wenn Denise bereits einige Shootings durchgeführt hatte, so war sie logischerweise auch aufgrund ihrers Alters noch unerfahren bezüglich des eigenständigen Posings. Das bedeutet für mich als Fotografen, daß ich mich nicht nur um die technische Seite zu kümmern habe, sondern auch noch genauer auf das Posing des Models zu achten und es ggfs. zu korrigieren habe. Dieser Punkt trifft selbstverständlich ebenfalls auf volljährige Fotomodelle zu, die zum ersten Mal vor der Kamera stehen, daran sollte man als Fotograf also immer denken, wenn man mit Anfängern egal welchen Alters zusammenarbeitet.
Abgesehen von dem unerfahrenen, minderjährigen Fotomodel hatte ich es auch noch mit einer unbekannten Location zu tun, denn Denise hatte sich den Revierpark Mattlerbusch in Duisburg als Location ausgesucht. Um nicht ganz unvorbereitet dazustehen, bin ich frühzeitig vor dem Shooting-Termin hingefahren, und habe den Park etwas ausgekundschaftet. Der Park bietet mit seinen Grünflächen und einem kleinen angrenzenden Waldgebiet einige Möglichkeiten. Abgesehen von den Grünanlagen, gibt es auf den Wiesen große Steine bzw. Felsblöcke unterschiedlicher Form und Farbe die man als „Requsite“ nutzen kann, Steinmauern in verschiedener Höhe und Form, sowie die Saline und einen kleinen künstlichen Wasserfall.
Mit dem Wetter hatten wir Glück, es war trocken und warm, allerdings waren wir zu früh vor Ort. Da es nur gering bewölkt gewesen ist, schien überwiegend die Sonne, d.h., um 14:30 hatten wir es noch mit sehr harten Licht zu tun. Unter diesen Bedingungen wäre ein Assistent hilfreich gewesen, der mit Reflektor bzw. Diffusor die Lichtverhältnisse hätte verbessern können. In diesem Punkt war ich schlecht vorbereitet, da habe ich mich vom Wetter überraschen lassen. Aber nur aus Fehlern lernt man, und macht es dann beim nächsten Mal besser. 😉
Im Schatten konnte ich mit einem Aufhellblitz die Lichtverhältnisse besser kontrollieren, aber im grellen Sonnenlicht war es schon schwieriger die Lichtsituation zu meistern. Vor allem dann, wenn sich plötzlich doch mal wieder ein paar Wolken vor die Sonne geschoben haben. Diese ständigen wechselnden Lichtverhältnisse waren schon eine Herausforderung, da sehnt man sich ins Studio zurück. 😉
Trotz aller widrigen Umstände und Unwägbarkeiten haben wir gute Ergebnisse erzielt, und es sieht nach einer vielversprechenden Zusammenarbeit aus, die vermutlich in Folgeshootings fortgeführt wird. Nicht zuletzt auch durch die abschließende Foto-Serie, die wir spontan auf dem Heimweg aufgenommen haben. Bei einem kurzen Zwischenstop, haben wir noch ein paar Aufnahmen in einem Rapsfeld gemacht. Allein für diese Bilder hat sich der Tag gelohnt. 🙂 Der bewölkte Himmel sorgte am späten Nachmittag für weiches Licht, das kräftige Gelb des Felds bildete den richtigen Rahmen für das ausdrucksstarke, hübsche Gesicht von Denise. Damit konnten wir mit sehr starken Portraitbildern nach Hause fahren.
Denise im Revierpark Mattlerbusch DuisburgDenise im Revierpark Mattlerbusch DuisburgDenise im Revierpark Mattlerbusch DuisburgDenise im Revierpark Mattlerbusch Duisburg

Fotomodel Denise: Sedcard Model-Kartei