Rückblick auf meine Fotografen-Laufbahn

Aus den vorherigen Beiträgen ist zu erkennen, wie ich nun innerhalb von knapp vier Jahren die Stufen vom Freizeitfotografen zum Fotojournalisten durchlaufen habe. Wie man sehen kann, ist es ein ständiges Auf und Ab. Es dauert seine Zeit, bis man seinen Platz gefunden hat. Hinzu kommt, daß man im beruflichen Umfeld weniger mit fotografischen oder technischen Schwierigkeiten zu tun bekommt, sondern vielmehr mit dem Finanziellen zu kämpfen hat, man ist immer auf der Suche nach neuen Vertriebswegen und Verkaufsmöglichkeiten. Und obwohl es viel Zeit, Energie und Geld kostet, man fast kein Privatleben hat, und es auch wenig gesundheitsförderlich ist bei Wind und Wetter unterwegs zu sein, so macht es doch trotz allem Spaß. Es gibt immer wieder die Phase, in der ich mich frage, warum ich mir das antue für das kärgliche Honorar. Wenn ich dann aber sehe, wo meine Bilder veröffentlicht werden, zwischendurch immer wieder zu hören bekomme, wie gut die Fotos sind, und sich dann unverhofft jemand meldet und fragt, ob er Bilder für diese oder jene Verwendung kaufen kann, dann weiß ich, warum ich auch am nächsten Wochenende wieder in den Stadien und Sporthallen unterwegs sein werde. Einerseits sagt der Verstand, daß ich besser aufhören sollte, aber sobald einmal etwas weniger los ist, fehlt mir etwas. Klingt irgendwie fast schon nach Anzeichen einer Sucht, oder?
Ich hoffe, dieser kurze Einblick in meinen fotojournalistischen Lebenslauf hat nicht zu viele Leute abgeschreckt. Aber eine kleine Warnung sollte es schon sein, denn aus Gesprächen mit Hobbyfotografen habe ich den Eindruck gewonnen, daß viele zu blauäugig an die Sache herangehen, und die Arbeit extrem unterschätzen. Das ganze ist ein Geschäft, und wie bei jeder Eröffnung sind ein Plan und einige Investitionen notwendig, um überhaupt erst einmal anfangen zu können. Es gibt keine Aktion »Deutschland sucht den Super-Fotografen« bei der man eine komplette Ausrüstung und Aufträge bis ans Lebensende gewinnen kann. Selbst wenn, es würde auch hierbei nur einer gewinnen können, und was machen die anderen? Hart arbeiten für ihren Erfolg. Dabei reicht es eben nicht nur aus, gute Fotos zu machen. Ein wenig kaufmännisches Grundverständnis sollte auch vorhanden sein, denn die Bilder wollen ja an den Mann oder die Frau gebracht werden. Ohne ständige Werbung, ohne Kundenakquise wird man kaum Bilder verkauft bekommen. Leider geht dabei manchmal viel Zeit verloren, die man lieber ins Fotografieren investieren würde.

Vom Gelegenheits- zum Hobbyfotografen

In den nachfolgenden Beiträgen gebe ich einen kurzen Überblick über meinen Werdegang, damit man ungefähr einen Eindruck gewinnen kann, wie mühsam der Weg bis zum »echten« Fotojournalisten möglicherweise werden kann. Man wird darin erkennen können, daß sehr viel Zeit, Energie und Kosten aufzuwenden sind, um ans Ziel zu kommen, um letztendlich als Sportfotograf oder sogar Fotojournalist tätig sein zu können.

Nun, zu der Zeit als ich meine erste Kamera bekam, war die Fotografie noch ein sehr teures Freizeitvergnügen. Der gewöhnliche Freizeitfotograf konnte sich nur einen einfachen Fotoapparat leisten, denn zu den Anschaffungskosten der Ausrüstung kamen die laufenden Ausgaben für Filme, Entwicklung und Abzüge hinzu. Das führte dazu, daß man nur zu besonderen Anlässen wie bei Familien­feiern, Ausflügen oder im Urlaub fotografierte.
Genauso verlief meine Fotografen-Karriere. Als Jugendlicher bekam ich zum Geburtstag einen einfachen Fotoapparat geschenkt, an dem ich, soweit ich mich erinnere, nur die Einstellung zwischen sonnig und bewölkt wechseln konnte. Für Innenaufnahmen gab es dann den Blitzwürfel, der für halbwegs ausreichend Licht sorgte. Diese einfache »Knipskiste« hatte zumindest den Vorteil, daß sie eine Filmkassette benötigte, so entfiel das Filmeinfädeln und Zurückspulen einer Filmrolle. Ich konnte die Kassette einfach in die Kamera einlegen und nachdem der Film voll war, ebenso leicht herausnehmen. Auch bei einem versehentlichen Öffnen der Kamera wurde nicht der komplette Film belichtet und dadurch unbrauchbar.< />
Trotz aller widriger Umstände wurde mein Interesse an der Fotografie geweckt, so daß ich für damalige Verhältnisse meine Ausrüstung verbesserte, in dem ich mir zu Weihnachten eine Agfamatic-Pocketkamera 6008 Makro wünschte. Die Einstellmöglichkeiten an dieser Kamera waren zwar immer noch gering, aber sie war handlicher, sah moderner aus und hatte bereits einen Anschluss für einen elektronischen Blitz, sowie eine Art Makrolinse für Nahaufnahmen.
Anfang der 90er-Jahre habe ich mir dann selbst eine Spiegelreflex-Kamera gekauft, es war die Canon EOS 1000F. Ab dem Zeitpunkt habe ich mich dann intensiver mit der Fotografie beschäftigt. Da es kein Internet gab, versuchte ich, aus Büchern mein Wissen zu erweitern und Tipps und Tricks kennenzulernen.
An Portraitfotografie war zu dem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Auch ich fotografierte zwar im Familien- und Bekanntenkreis, aber die Möglichkeit über Workshops und Mietstudios kostengünstig in dieses Thema einzusteigen, war noch nicht gegeben. Also war ich wie viele andere auch erst einmal in der Natur unterwegs bei Landschafts- und Tieraufnahmen. Allerdings konnte ich mich für die Themen nicht begeistern. Es erfordert schon ein gewisses fotografisches Sehen, um das Landschaftsbild so einzufangen wie man es tatsächlich wahrgenommen hat. Was im Original mit eigenen Augen gesehen noch einen tollen Eindruck hinterließ, wirkte später auf dem Foto weniger spektakulär. Also suchte ich nach neuen Motiven und wurde beim Sport fündig. Da ich selber Badminton gespielt habe, hatte ich gleich den richtigen Draht zum Geschehen auf dem Feld. Trotz meiner unvorteilhaften Ausrüstung gelangen mir doch auf Anhieb einige gute Aufnahmen, egal ob beim Badminton, Rollhockey oder Basketball. Aus heutiger Sicht betrachtet, ist es mir ein Rätsel wie mir das damals mit der analogen Kamera gelingen konnte. 🙂