High-Key-Fotografie

Die High-Key-Fotografie stellt genau das Gegenteil von der Low-Key-Fotografie dar. Bei diesem speziellen Fotografiestil überwiegen im Bild die hellen Farb- bzw. Grautöne. Daher könnte man solche Aufnahmen auch als „Gute-Laune-Bilder“ bezeichnen. Sie sind hell und sanft in den Farben bzw. in zarten Grautönen bei S/W-Aufnahmen ausgearbeitet. Auf harte Kontraste sollte man bei High-Key-Fotos verzichten, die Schatten sind ausgeleuchtet und nicht mehr sichtbar.
Der Unterschied zwischen einem High-Key-Bild und einer überbelichteten Aufnahme läßt sich im Histogramm erkennen. In den hellen Bereichen ist keine Struktur mehr vorhanden, denn die Tonwertverteilung reicht bis an den Maximalwert von Weiß heran, ohne vorher abzufallen.
Histogramm einer High-Key-AufnahmeIm Histogramm eines High-Key-Bildes verteilen sich die Tonwerte über den gesamten Bereich. Der Schwerpunkt liegt bei den hellen Tönen, aber man erkennt auch im dunklen Bereich vorhandene Tonwerte. Auf der rechten Seite erfolgt ein Abfall der Kurve vor dem reinem Weiß, so daß noch Zeichnung in den Lichtern vorhanden ist. Das Bild ist korrekt belichtet, würde man versuchen eine High-Key-Aufnahme zu erstellen, in dem man das Foto überbelichtet, erhält man weiße Flächen ohne Struktur. Die Stellen wirken ausgefressen, bei der Ausbelichtung wäre in den Bereichen theoretisch das Fotopapier zu sehen, da reines Weiß nicht gedruckt werden kann.
High-Key-Aufnahme zum HistogrammBei der Low-Key-Aufnahme kommt man bereits mit einer Lichtquelle aus, im Gegensatz dazu kann man bei High-Keys nicht genügend Licht verfügbar haben. Nur dann kann das Bild seine leichte und helle Wirkung entfalten. Auch hierbei ist viel Erfahrung und Wissen bezüglich der Belichtung und Lichtführung notwendig, damit das Foto eben nicht überbelichtet wird. Je nach Motiv und beabsichtigter Wirkung kann man mit wenigen dunklen Bildelementen Blickpunkte setzen. Für ein klassisches High-Key-Bild sollte man eher ein hellhäutiges, blondes Fotomodel einsetzen, sowie helle Kleidung und einen hellen Hintergrund wählen. Das Beispielbild ist also eher grenzwertig, da die roten Haare des Models einen intensiven Kontrast zum restlichen Bild darstellen. Im Histogramm sind auch deutlich die dunklen Tonwerte links von der Mitte zu erkennen.

Low-Key-Fotografie

Manchmal sieht man Fotos, bei denen man im ersten Augenblick meint, daß sie zu dunkel erscheinen, daß sie gar unterbelichtet sind. Betrachtet man sie genauer, erkennt man allerdings alle bildrelevanten Details, selbst Schatten haben noch Zeichnung.
Low-Key oder unterbelichtet? Das ist die Frage. 😉
Low-Key-Aufnahmen sind ein spezieller Stil der Fotografie. Im Bild überwiegen die dunklen Farb- bzw. Grautöne, deswegen wird ein Low-Key-Bild von Anfängern gerne mit einer Unterbelichtung verwechselt. Tatsächlich ist eine Low-Key-Aufnahme keineswegs unterbelichtet, sondern enthält die gesamte Bandbreite der Tonwerte, eben mit dem Schwerpunkt in den Tiefen des Histogramms.
Histogramm eines unterbelichteten FotosDer Unterschied zwischen einem Low-Key-Bild und einer unterbelichteten Aufnahme läßt sich am besten im Histogramm erkennen. Die Bilder wirken aufgrund des geringen Tonwertumfangs bei einer Unterbelichtung trübe, flau und grau, weil die hellen Anteile fehlen und die Schatten zulaufen. In den ganz dunklen Bereichen ist keine Zeichnung mehr vorhanden, denn die Tonwertverteilung reicht bis an den Maximalwert von Schwarz heran, ohne vorher abzufallen.
Histogramm der nachfolgenden Low-Key-AufnahmeIm Histogramm eines Low-Key-Fotos verteilen sich die Tonwerte über den gesamten Bereich. Der Schwerpunkt liegt bei den dunklen Tönen, aber man erkennt auch im hellen Bereich vorhandene Tonwerte. Auf der linken Seite erfolgt ein Abfall der Kurve vor dem reinem Schwarz, so daß noch Zeichnung in den Schatten vorhanden ist. Das Bild ist korrekt belichtet. Oft liest man, daß man Low-Keys macht, in dem man das geplante Bild einfach um zwei oder sogar mehr Blenden unterbelichtet. Das ist Blödsinn.

Bild zum Low-Key-HistogrammLow-Key-Fotografie ist ein technischer Stil, der viel Wissen, Erfahrung und Verständnis für Lichtführung und Belichtung erfordert. Die Aufnahmen sind sorgfältig zu planen, denn auch das Motiv selbst ist entscheidend, ob man ein perfektes Low-Key-Bild erhält. Mit einem hellhäutigen Model in weißem Kleid vor hellem Hintergrund wird man nie eine Low-Key-Aufnahme erstellen können. 😉

Warum braucht man eine Graukarte?

Die Belichtungsmessungen der Digitalkameras versuchen einen Meßwert für die mittlere Helligkeit, auch Neutralgrau oder 18%-Grau genannt, zu finden. Das bedeutet, die Tonwerte reichen im Idealfall von Schwarz über verschiedene Grauabstufungen bis Weiß. Ein Tonwert mit 18%-Grau liegt in der Mitte zwischen Schwarz und Weiß. Die Belichtungsmessung ermittelt also den Lichtwert für den Mittelpunkt des Tonwertumfangs.
Oft genug gibt es im Motiv aber keine konstante Tonwertverteilung bzw. kein Neutralgrau, so daß die automatische Belichtungsmessung der Kamera nicht die optimalen Meßwerte für Blende und Zeit ermitteln kann, und man schnell ein leicht über- bzw. unterbelichtetes Bild erhält. Außerdem kommt es meistens auch zu einem durchaus erkennbaren Farbstich im Bild.
Für diesen Fall gibt es die sogannte Graukarte, um später bei der Bildbearbeitung leichter eine Tonwertkorrektur durchführen zu können. Im Regelfall ist diese Karte aus Kunststoff mit einer Farbbeschichtung von 18%-Grau. Diese Karten gibt es in den unterschiedlichsten Größen, z.B. vom Mini-Format für die Hemdtasche über DIN A5- bis hin zur DIN A4-Größe.
Bevor man nun sein eigentliches Motiv aufnimmt, fotografiert man die Graukarte vorher unter den gleichen Lichtverhältnissen. Später beim „Bilderentwickeln“ also bei der Bildbearbeitung, kann man bei der Tonwertkorrektur mit diesem „Testbild“ das Neutralgrau festlegen. Diese ermittelte Tonwertkorrektur übertragt man dann auf alle Aufnahmen, die unter den selben Lichtverhältnissen aufgenommen wurden. Die Verwendung der Graukarte eignet sich damit sehr gut, wenn man Aufnahmeserien von einem Motiv anfertigt. Bei Einzelaufnahmen verzichtet der Hobby-Fotograf 😉 meistens auf den Einsatz der Graukarte, weil es zu zeitaufwendig ist. Da verläßt man sich auf die manuelle Korrektur und verändert die Tonwerte nach Augenmaß während der Bildbearbeitung.

Farbtafel und Graukarte aufgenommen neben einem Fenster bei Tageslichteinfall mit automat. Weißabgleich der KameraBild nach Tonwertkorrektur, Schwarz- und Weißpunkt wurden auf den Feldern der Farbtafel gesetzt, Neutralgrau wurde auf die Graukarte gesetzt