Einsatz bei der Turn-DM – Vorbereitung

Es war wieder erschreckend zu sehen, dass Leute mit einer neuen Kamera zur Veranstaltung fahren und dort dann andere fragen müssen, wie das Gerät denn funktioniert.
Liebe Leute, wie wäre es, wenn Ihr Euch einmal vorher mit der Kamera beschäftigt, und Euch mit der Funktionalität vertraut macht.

Vorbereitung – das ist der erste entscheidende Punkt für einen erfolgreichen Einsatz.

Ich habe am Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft im Turnen fotografiert. Eine Sportart, die ich bisher bestenfalls aus dem Fernsehen kannte. Ich habe noch nie zuvor so einen Wettkampf in Bildern festgehalten. Das bedeutete für mich, dass ich mich entsprechend vorzubereiten hatte, zumal es auch noch ein „Einsatz zur Probe“ für eine Agentur werden sollte.

Als erstes schaue ich immer nach offiziellen Mitteilungen bzw. nach einer eigenen Webseite zur Veranstaltung, denn es gilt erstmal, eine Akkreditierung zu beantragen.
Dann schaue ich nach einem Terminplan, damit ich die Anreise entsprechend planen kann. Gerade dann, wenn ich den Veranstaltungsort und die Gegebenheiten vor Ort nicht kenne, bevorzuge ich eine frühzeitige anreisen, damit ich die Lage sondieren kann. Wo sind die Fotografenplätze, welches Geschehen kann man von wo aus am besten einfangen, welche Wege sind eventuell zurückzulegen, gibt es einen festen Arbeitsplatz (Pressezentrum) usw.
Diese ganzen Umstände sind auch entscheidend bei der Wahl der Ausrüstung. Benötige ich eher lange Brennweiten oder reichen auch kleine Objektive, ist Lichtstärke notwendig, vielleicht sogar ein Blitz?
Eine weitere Rolle bei der Auswahl der Ausrüstung spielen natürlich auch die möglichen Motive. Ich überlege mir, was ich von wo aus eventuell fotografieren kann. Entweder nutze ich Fernsehübertragungen, um mir anzuschauen, welche Motive in Frage kommen, oder ich suche vorab nach Beispielbildern, um Ideen zu sammeln.
Wenn es sich, wie in diesem Fall, um einen wichtigen Einsatz handelt, und ich garantiert Bilder abzuliefern habe, dann gehe ich eher auf Nummer sicher, und nehme lieber etwas zu viel als zu wenig Ausrüstung mit. D.h., ich hatte neben der Allzweckwaffe für Hallensport, dem 70-200m-Objektiv auch das 24-70mm- sowie das 300mm-Objektiv dabei. Die kurze Brennweite hätte sich nützlich erweisen können bei z.B. einer Siegerehrung, ich stand nämlich schon mal mit dem 70-200mm-Objektiv da, und war recht nah am Geschehen. Das 300mm-Teleobjektiv hatte ich eingeplant für den Fall, dass ich aufgrund der festen Fotografenposition quer durch die Halle „zu schiessen“ hätte.
Abgesehen von den äußeren Umständen und der Technik sollte man vorher ebenfalls ermitteln, wer eventuell ein lohnendes Motiv darstellt, und wen man überhaupt nicht verpassen sollte. Ich habe nach den Besten (DM, EM, WM) der letzten Jahre geforscht und welche Sportler sonst noch bekannt, favorisiert und „wichtig“ sein könnten.
Wie man sieht, gibt es bereits im Vorfeld einer Veranstaltung genügend zu tun. Das man sich mit seiner Ausrüstung auskennt, und sie grundlegend beherrscht, sollte selbstverständlich sein.

Die Kamera – Erste Überlegungen

Es wird immer wieder die Frage gestellt, »welche Kamera soll ich mir kaufen, welche Ausrüstung brauche ich«. Eine passende Antwort hierauf zu finden ist nicht einfach, denn die Foto-Ausrüstung ist nur ein Werkzeug. Und je nachdem was man machen möchte, wählt man das entsprechende Werkzeug aus. Wer sein »Handwerk« allerdings nicht beherrscht, der wird weder mit einer 500-Euro-Kamera gute Bilder machen noch mit einer Ausrüstung für mehrere 10.000 Euro. Gerade als Anfänger sollte man sich vorab mit den Grundlagen der Fotografie vertraut machen. Wer nichts weiß über das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und Brennweite, der wird es schwer haben, mit einer Spiegelreflex­kamera zurecht zu kommen.
Profis haben mindestens eine Kamera der Kategorie Canon 1D oder Nikon D3 sowie die entsprechenden lichtstarken Objektive mit großer Brennweite. Zum einen ist nicht jeder bereit bzw. in der Lage tausende Euro in die Gerätschaft zu investieren, und zum anderen ist nicht für jede Sportart bzw. Aufnahmesituation so eine Ausrüstung notwendig. Daher sollte man sich bei der Ausrüstung zuerst am eigenen Bedarf und den finanziellen Möglichkeiten orientieren.
Mittlerweile ist die Bildqualität heutiger Digitalkameras durchweg sehr gut. Die Technik früherer High-End-Kameras wurde auf untere Preis-Kategorien übertragen, so daß man beim Kauf einer Kamera eines namhaften Herstellers im Regelfall gut bedient wird. Bevor man Einkaufen geht, sollte man auch folgendes bedenken und akzeptieren: Genauso wie bei Computern wird das heute gekaufte Kameramodell sehr wahrscheinlich innerhalb der nächsten zwei Jahre von einem verbesserten Nachfolgemodell abgelöst werden.
Vor einigen Jahren mag es durchaus sinnvoll gewesen sein, eventuell auf ein Nachfolgemodell zu warten. Denn ein Sprung z.B. von 2 auf 4 Megapixel war schon ein gewaltiger Technikfortschritt. Heute ist ein Generationenwechsel in einer Modellreihe nicht mehr so dramatisch und betrifft meist nur wenige und oft nur kleine Verbesserungen. Eventuell wurde vielleicht das Design verändert oder einige Funktionen sind hinzugekommen, aber die Bildqualität ist in den wenigsten Fällen betroffen. Manchmal bedeutet ein neues Modell sogar einen Rückschritt gegenüber dem Vorgänger! Gerade in den letzten Jahren hatte ein namhafter Hersteller immer wieder Schwierigkeiten, und in einem Fall führten Probleme mit der Fokussierung sogar zu einer umfassenden Service-Rückruf-Aktion.
Gerade dem Anfänger kann man hier nur raten, mit einem Einsteiger-Gehäuse zu beginnen und lieber das Geld in hochwertige Objektive zu investieren. Ein weiterer positiver Nebeneffekt hierbei ist auch, daß dieses Zubehör in der Regel preisstabiler ist als die Gehäuse. Spätestens nach zwei Jahren sind Kamera-Gehäuse durch Nachfolgemodelle ersetzt, gute Objektive überleben hingegen sehr schnell mehrere Gehäusegenerationen.
Eine Kamera auszuwählen ist im Grunde der Prozess einer Filterung der vorhandenen Modelle bis hinunter zu einem individuellen Ergebnis. Ob man nun eine kleine kompakte Digitalkamera oder eine semi-professionelle Spiegel­reflexkamera kaufen möchte, der erste Schritt bei der Entscheidungsfindung ist immer die Festlegung eines Preisrahmens. Danach ist es dann das Ziel, die beste Kamera in dieser Preiskategorie zu finden. »Die Beste« sollte durch die Anforderungen definiert werden, die man entsprechend seinen fotografischen Bedürfnissen festlegt.
Anstatt für eine Kamera 4000 Euro auszugeben, ist man mit einer Kamera zu 1000 Euro und einem hochwertigen Objektiv zu 2000 Euro, zum einen gut ausgestattet, und zum anderen hat man beachtlich Geld gespart. Eine z.B. langsamere Serienbildfunktion mit einer Bildfolge von 5 Bildern pro Sekunde kann man dann durch geschickte Wahl des Auslösemoments kompensieren. Das dürfte sogar sinnvoller sein als bei 10 Bilder/s wie mit einer Maschinenpistole darauf zuhalten und zu hoffen, eine gute Szene erwischt zu haben. Auch in der Sportfotografie sollte man mit Überlegung an Motivwahl und Bildkomposition herangehen.
Diese ersten Schritte in der Entscheidungsfindung grenzen nicht nur die Auswahl ein, sie bewahren auch vor schlaflosen Nächten, in denen man sich fragt, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Wenn man erkannt hat, daß »die Beste« kein absolutes Merkmal ist, wird man auch nicht besonders enttäuscht sein, wenn ein Nachfolgemodell neue Funktionen bietet, die man vielleicht gar nicht für die eigene Art der Fotografie benötigt.

Einstieg in die Sportfotografie

Nachdem ich das Buchprojekt nun eingestellt habe, und es in absehbarer Zeit keine Veröffentlichung geben wird, möchte ich hier mit den kommenden Beiträgen in den nächsten Wochen die Informationen bereitstellen, so daß meine bisherige Arbeit doch noch nützlich für manchen sein kann. Abgesehen davon, ist dieser Blog sowieso Grundlage für das Buch gewesen, und er wird somit aktualisiert durch die Veröffentlichung der bearbeiteten und ergänzten Beiträge.

Womit fängt man an?

Der Hobbyfotograf hat den unschätzbaren Vorteil, dass er sich voll und ganz auf die Fotografie konzentrieren kann. Er steht nicht unter Zeitdruck, braucht nicht sofort nach oder sogar noch während der Veranstaltung Bilder zu liefern. Der angehende Sportfotograf kann sich um das Motiv, um den Bildinhalt kümmern, und mehr oder weniger in aller Ruhe fotografieren.
Für die ersten Gehversuche ist es empfehlenswert, einfach die nächstbeste lokale Veranstaltung zu besuchen. Vor allem wenn man eine neue Kamera oder ein neues Objektiv besitzt, steht zunächst die Technik im Vordergrund. Falls dann noch ein gutes Ergebnis herauskommt, umso besser. Möchte man die Sportfotografie etwas intensiver betreiben, vielleicht mit der Absicht seine Bilder zum Verkauf anzubieten, so ist eine Planung und Vorbereitung notwendig. Jede Sportart hat ihre Eigenarten und Abläufe mit denen man vertraut sein sollte. Das fängt bereits mit den Spielregeln an, die man zumindest grundlegend kennen sollte. Nur wenn man die Sportart gut kennt, und somit Situationen auch richtig deuten und »lesen« kann, ist man in der Lage zu agieren und gute Szenen zu erahnen. In jedem anderen Fall reagiert man nur, und kommt dadurch oft den Tick zu spät für die entscheidende Aufnahme. Man sollte sich also die Sportart auswählen, die man am besten kennt, und für die man sich bereits seit längerer Zeit interessiert. Wer selber Sport treibt, womöglich noch in einem Verein, der hat hier sicher einen guten Ausgangspunkt.
Mancher Freizeitfotograf möchte am liebsten gleich in der Fußball-Bundesliga mit der Sportfotografie anfangen. Aber hierbei ist es wie fast immer im Leben, man fängt ganz unten an und arbeitet sich hoch. Sicherlich ist das Umfeld mit den z.B. besseren Lichtverhältnissen in den großen Sport-Arenen und Stadien ein Vorteil. Ein prominenter Sportler ist natürlich ein reizvolleres Motiv als der nur im Dorf bekannte Freizeitkicker. Aber genau hier zeigt sich eben das Können des Fotografen. Wem es gelingt bei einem Kreisligaspiel aussagekräftige Bilder zu machen, wer unter schwierigen Lichtverhältnissen in der Schulsporthalle im richtigen Moment auf den Auslöser drückt, der schafft es auch zu gegebener Zeit bei einer Bundesliga-Partie. Kreativität und den Blick für den richtigen Moment benötigt man von Anfang an, das sind keine Eigenschaften, die sich mit Wichtigkeit der Sportveranstaltungen entwickeln. Ein Foto von einem unbekannten Sportler, das durch Bildinhalt und kreativer Gestaltung beeindruckt, ist eine bessere Referenz als ein Allerwelts-Schnappschuss von einem Weltstar.
Nachdem man sich nun gerade damit abgefunden hat, dass es nächsten Sonntag zum Kreisliga-Spiel auf dem Kartoffelacker geht anstatt ins Olympiastadion, kommt gleich die nächste Enttäuschung. Diese großen »Rohre« der Sportfotografen kosten meistens mehrere Tausend Euro, und sind für die meisten Amateurfotografen kaum erschwinglich. Aber auch hier gilt, nicht verzweifeln, denn Sportfotografie lebt nicht nur von der Action, sondern auch von Emotionen und dem Drumherum. Die Veröffentlichungen in Zeitungen und Magazinen zeigen es immer wieder, nicht nur der beinharte Zweikampf ist dort zu sehen, sondern auch Freude, Traurigkeit, Verzweiflung oder Enttäuschung. Und manchmal gibt es auch im Umfeld interessante Motive, z.B. Spruchbänder die hochgehalten werden, Fans in witzigen Kostümen oder mit fantasievoller Gesichtsbemalung. Hier sollte man auch den nicht-sportlichen Teil einer Veranstaltung einfach mal im Auge behalten.
Für viele dieser Fotos verwenden auch die Profis die kleinen Portrait-Objektive. Und was die langen Teleobjektive betrifft, in einem großen Stadion hat man nicht die Bewegungsfreiheit wie auf dem lokalen Sportplatz, deshalb benötigt man auch die große Brennweite, um das gesamte Spielfeld abdecken zu können. Auf lokaler Ebene kann man im Regelfall den Standort wechseln, so dass man vorerst mit weitaus weniger Brennweite auskommt.

Software-Empfehlung: Lightroom 2

Als ich angefangen habe zu fotografieren, habe ich wie vermutlich die meisten Anfänger meine Bilder zumindest soweit umbenannt, daß sie das Aufnahmedatum im Dateinamen enthielten. Die Fotos wurden in entsprechende Ordner abgespeichert, die nach dem Hauptmotiv benannt wurden. Um mir einen Überblick zu verschaffen bzw. die Bilder zu betrachten, wurde entweder die vom Kamera-Hersteller gelieferte Software genutzt oder ein freier, einfacher Bildbetrachter verwendet (z.B. Irfan View). Einfache Bildbearbeitung wurde ebenfalls mit der Software des Kamera-Herstellers bewerkstelligt (z.B. von Canon mit DPP und/oder Camera Raw). Zusätzlich hatte ich zu Beginn noch irgendeine kostenlose Paint Shop Pro-Version. Da man als Anfänger alle Hände voll zu tun hat mit der Technik, Motivauswahl und Bildgestaltung, fiel auch bei mir die Bildbearbeitung hintenüber. Erst im Laufe der Zeit habe ich mich damit intensiver beschäftigt, und bin über eine Photoshop Elements-Version auf das „große“ Photoshop umgestiegen. Ich habe mir bei Ebay eine alte Photoshop 6-OEM besorgt und konnte dann durch ein günstiges Upgrade auf Photoshop CS aktualisieren. Mittlerweile nutze ich auch Lightroom 2, ein Programm, das ich gutne Gewissens empfehlen kann. Auch wenn es zuerst noch sehr teuer erscheint, sollte meiner Meinung nach selbst der Hobbyfotograf überlegen, ob er sich nicht Lightroom 2 anschafft.
Wer in erster Linie „nur“ fotografiert und bisher wenig bis gar keine Bildbearbeitung anwendet, der ist mit diesem Bilderverwaltungsprogramm sehr gut bedient. Sicherlich kann man Ordnung und Struktur in seine Bildersammlung auch durch eine geschickte Speicherverwaltung auf der Festplatte organisieren. Aber wer in seinen zig Urlaubsfotos nach einem bestimmten Motiv sucht, der investiert schnell eine Menge Zeit, und kann dann immer noch nicht sicher sein, das gewünschte Foto zu finden.
Adobe Photoshop Lightroom 2 ist eine umfassende Werkzeug-Kombination für den Profi genauso wie für den Amateur. Hiermit läßt sich die Fotoverarbeitung von der Aufnahme bis zum fertigen Bild optimieren. Man erhält alle Funktionen „unter einem Dach“: importieren, verwalten, verarbeiten und präsentieren.
Der Import läßt sich automatisieren, so daß er startet, sobald eine Speicherkarte bzw. Kamera an den Rechner angeschlossen wird. Beim Importieren kann man dann die Bilder den eigenen Wünschen entsprechend automatisch umbennen, sowie in neu erstellte Ordner kopieren lassen. Außerdem können gewünschte Metadaten-Einstellungen (Bilddaten, Stichwörter) schon während des Imports auf Fotos angewendet werden. Metadaten können im IPTC-, EXIF- oder XMP-Format angezeigt und bearbeitet werden.
Dank dieser Metadaten und ggfs. zusätzlich hinzugefügter Stichwörter hat man immer einen guten Überblick über seinen Bildbestand, und mit Hilfe vielseitiger Werkzeuge geschieht das Auswählen, Sortieren, Filtern und Verwalten einfach und schnell. Zusammengehörige Fotos können als Sammlung gespeichert werden, indem man einfach eine Bezeichnung für die Gruppe vergibt. Diese Sammlungen lassen sich dann per Mausklick aufrufen und beliebig ändern.
Der nicht zu unterschätzend Vorteil von Lightroom ist die verlustfreie Bearbeitung der Bilder. Änderungen, die man an den Bildern vornimmt, werden in einer eigenen Datei von Lightroom gespeichert, so daß das Originalbild unverändert erhalten bleibt. Sicherlich ist man damit darauf angewiesen, daß diese Datei immer vorhanden ist, und nicht gelöscht oder beschädigt wird, aber die Bilder wird man im Regelfall auch sichern, so daß man einfach diese Lightroom-Datei zusätzlich speichert.
Alternativ kann man die vorgenommenen Änderungen in einem Bild jeweils in einer xmp-Datei abspeichern lassen. Man kann natürlich auch die bearbeiteten Bilder sofort exportieren, so daß diese Version dann als Datei vorliegt, die man dann sichern kann. Ob man danach das Original noch behält bleibt jedem selbst überlassen. Den besten und sichersten Arbeitsablauf hat jeder selber für sich festzulegen.
Interessant an Lightroom ist eben auch die Massenbearbeitung. Bei Aufnahmeserien, die unter gleichen Bedingungen erstellt wurden, ist die Bearbeitung im Regelfall identisch. Entweder man berabeitet sofort mehrere Bilder auf einmal, oder man verarbeitet ein Bild, und überträgt diese Entwicklungseinstellung danach einfach auf
Arbeitsschritte nachvollziehen.
Änderungen werden automatisch protokolliert, so daß man immer zu einem vorherigen Bearbeitungsstand zurückkehren kann. Besonders nützlich für diesen Fall ist die Möglchkeit das Originalfoto und die bearbeitete Version nebeneinander zu stellen, um die wirkung der Bearbeitung besser beurteilen zu können. Mit Lightroom 2 kann man mittlerweile auch gezielt Teilbereiche des Bildes bearbeiten, was unter Lightroom 1 noch nicht möglich gewesen ist. Entweder durch die automatische Generierung oder gezielt über Regler für Farbkanalmischung lassen sich Farbfotos präzise in Graustufenbilder umwandeln. Hilfreich hierbei sind auch sogenannte virtuelle Kopien, sie bilden im Grunde einen Bearbeitungsstand eines Fotos ab, benötigen aber wiederum wenig Speicherplatz auf der Festplatte, da sie eben keine „körperliche“ Kopie der tatsächlichen Bilddatei sind. Somit kann man ohne großen Aufwand und mit wenig speicherplatz schnell jeweils eine Farb- sowie Schwarz/Weiß-Version eines Bildes anfertigen. So kann man z.B. zuerst das Foto in der Farbversion bearbeiten bis es in der gewünschten Fassung vorliegt, dann legt man davon eine virtuelle Kopie an und wandelt diese in Graustufen um. Diese Version kann man dann weiter bearbeiten unabhängig von der Farbversion des Bildes.
Beim Exportieren der Bilder kann man dann das Dateiformat (z.B. jpg), die Auflösung und die Schärfe für das Ausgabemedium (z.B. Bildschirm oder Fotopapier) festlegen.
Es ist auch möglich eine Online-Galerie auf HTML- oder Adobe Flash Player-Basis zu generieren, und diese Fotogalerien dann zeitsparend direkt aus Lightroom 2 hochladen zu lassen. Diese Web-Galerien lassen sich direkt in Ihren Web-Bereich exportieren, wenn man die Zugangsdaten seines Webservers als FTP-Vorgabe speichert.
Wer seine Bilder lieber am Bildschirm präsentieren möchte, kann dynamische Diashows erstellen, und sie z.B. mit Hintergrundmusik gestalten.
Die Vorstellung hier kann nur in aller Kürze erfolgen, und andeuten, was man mit Lightroom alles anstellen kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und selbst wenn man als Anfänger fast schon wieder Erschlagen wird vom Funktionsumfang, so sollte man sich meiner Meinung nach dieses Programm doch einmal anschauen. Es dürfte auf die ein oder andere Weise fast bei jedem den Arbeitsablauf vereinfachen und letztendlich Zeit sparen. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß man sich am Anfang doch etwas Zeit gönnt, um sich mit Lightroom intensiver zu beschäftigen. Das Programm ist zwar weitestgehend intuitiv zu bedienen, aber wenn man die Vorteile auskosten möchte, kommt man nicht daran vorbei, es ausgiebig zu testen, um für sich einen optimalen Arbeitsablauf festzulegen.

Informationen: Lightroom 2-Website

Der „Mensch“ als Bildmotiv

Die Menschenfotografie gehört zu den Bereichen der Fotografie, die vermutlich die höchsten Ansprüche an den Fotografen stellt. Denn man braucht Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Geduld und ein wenig Psychologie, um mit Fotomodellen gut zusammenarbeiten zu können. Dafür erhält man dann auch nur von diesen „Motiven“ eine Rückmeldung zu den Ergebnissen. Und wenn man sich an die auch im Alltag üblichen Umgangsformen hält, wie Höflichkeit, Respekt und Aufmerksamkeit, dann wird man im Regelfall mit positiven Reaktionen belohnt werden. 🙂
Die Modelle werden aus allen Bereichen und Altersgruppen kommen, zu Beginn noch aus dem vertrauten und bestens bekannten Freundeskreis sowie der näheren Verwandtschaft. Im Laufe der Zeit wird man aber immer mehr mit Fremden vor der Kamera zu tun haben. Alle werden aber sicher eines gemeinsam haben, sie werden in den wenigsten Fällen jemals zuvor im Leben vor einer Kamera gestanden haben.
Aus diesem Grund sollte auch jeder Fotograf sich mindestens einmal im Leben vor die Kamera begeben, um aus der Erfahrung heraus sich besser in die Situation des Fotomodels hineinversetzen zu können.
Möchte man einen Menschen portraitieren, ist es zwingend notwendig ihn vorher ein wenig kennengelernt zu haben. Deswegen sollten Fotograf und Model sich vorab kurz auf einen Kaffee treffen. Das hat den Vorteil, daß man sich über die Einzelheiten des Shootings unterhalten kann, z.B. über die gewünschten Aufnahmen, die benötigte Kleidung, die geplanten Aufnahmeorte sowie auch über den Einsatz einer Visagistin. Abgesehen davon hat so ein Treffen auch einen positiven psychologischen Effekt für das Model, es lernt in dem Gespräch den Fotografen vorab etwas kennen, so daß dieser Streßfaktor beim eigentlichen Shooting entfällt. Es kann sich bei diesem Treffen allerdings auch herausstellen, daß man gar nicht kreativ zusammenarbeiten kann, weil man keinen Draht zu einander findet, oder weil die Vorstellungen übers Shooting bzw. die gewünschten Aufnahmen zu weit auseinander liegen.
Es ist wichtig, das Shooting gut zu planen, und mit der Ausrüstung sowie Technik vertraut zu sein. Denn wenn der Fotograf bereits hektisch oder nervös ist, weil etwas während der Aufnahmen nicht stimmt, dann übertragt sich das auch auf das Model. Daher ist es von Vorteil, die ersten Shootings mit einem vertrauten Menschen durchzuführen, der es versteht und einem nachsieht, wenn die Aufnahmen nicht wie geplant ausfallen oder man mit der Technik kämpft. 😉
Egal wen man fotografiert, die Freundin oder einen fremden Menschen, Kommmunikation ist das Wichtigste während des Foto-Shootings. Der Fotograf ist die meiste Zeit „versteckt“ hinter der Kamera, das Fotomodel kann seine Gestik und Mimik nicht sehen und deuten, es hat sich auf sein Wort zu verlassen. Daher sollte man immer alles erklären, was man gerade macht und warum. Auch allgemeine Gespräche zwischen den Aufnahmen lockern die Atmosphäre, genauso wie die Lieblingsmusik des Models. Auch wenn man die Einzelheiten bereits vorher besprochen hat, sollte man mit dem Fotomodel nochmal jede Einstellung einzeln durchgehen, bevor man die Aufnahmen macht.
Auch wenn die gewünschte Pose eingenommen wurde, sind immer noch Kleinigkeiten zu verändern. Aber Achtung, wenn die Kleidung oder das Haar nicht korrekt sitzt, oder ein Fusel von der Kleidung zu entfernen ist, bittet man das Model oder eine anwesende Visagistin es zu richten, unter keinen Umständen faßt der Fotograf ungefragt und ohne ausdrückliche Erlaubnis das Model an. Diese Regel ist ein ungeschriebenes Gesetz.
Bei den Posing-Anweisungen ist darauf zu achten, daß sie deutlich und präzise sind. Aus der Sicht des Fotografen sind „links“ und „rechts“ sowie „vorne“ und „hinten“ etwas anderes als fürs Fotomodel. Und eine Anweisung wie „Schaue bitte zu mir“, führt meistens dazu, daß das Model den ganzen Kopf dreht und nicht nur die Augen zur Kamera wendet. Genauer wäre es z.B. „Den Kopf bitte in der Position halten, und mit den Augen in Richtung Kamera schauen“.
Häufig werden Models vom Partner oder der Freundin zum Shooting begleitet. In der heutigen Zeit ist diese Begleitperson durchaus in beiderseitigem Interesse, vor allem dann wenn man alleine im Studio arbeitet, allerdings sollte diese Person nicht den Ablauf des Shootings stören. Daher sollte vorher geklärt werden, wer von Seiten des Fotomodels beim Shooting anwesend ist, und wer und zu welchem Zweck (z.B. Visagistin oder Assistent) seitens des Fotografens vor Ort ist. Oft läßt sich eine Begleitperson auch als Helfer integrieren, z.B. bei Außenaufnahmen zum Halten des Reflektors oder für die letzten Korrekturen an Kleidung und Haaren. 🙂