Sinnvolles Zubehör – Stativ

Bei schweren Objektiven kann ein Einbein-Stativ nützlich sein. Es entlastet den Arm und sorgt auch für ein stabiles Sucherbild. Wer ein Dreibein-Stativ zuhause hat, sollte es auch dort lassen. Diese Stative sind erstens zu unhandlich, und zweitens nehmen sie zu viel Platz weg, und zwar beim Transport wie auch beim Einsatz. Sie lassen sich nicht so flexibel in der Höhe verstellen wie Einbein-Stative, daher kann man sie in sitzender Position fast nie verwenden. Und nutzt man sie in stehender Fotografen-Position benötigt man einen so großen Stellplatz, der oft nicht vorhanden ist. Außerdem ist man nicht sehr beweglich mit dem Dreibein-Stativ. Man stelle sich nur mal vor, man steht am Spielfeldrand und möchte einem Spieler ausweichen, der auf einem zugestürzt kommt. Das Einbein-Stativ kann man entweder einfach fallen lassen, die Auswirkungen auf Kamera und Objektiv mal ausser Acht gelassen, oder man zieht es beim eigenen Ausweichmanöver mit. In beiden Fällen kann man sich schnell in Sicherheit bringen und vermeidet die Verletzungsgefahr für sich wie für den Sportler, und im zweiten Fall rettet man zusätzlich sogar noch seine Ausrüstung. Genau aus dem Grund ist der Einsatz eines Dreibein-Stativs manchmal sogar explizit verboten: es braucht zu viel Platz und es erhöht die Verletzungsgefahr der Sportler.

Das Objektiv – Erste Überlegungen

Die meisten Sportarten im Freien verlangen zunächst nach langer Brennweite, 200mm sind bei Fußball oder Hockey schon knapp bemessen, aber bei entsprechender Aufnahmeposition und Motivwahl durchaus noch ausreichend. Bei Tageslicht kann man sich dafür etwas Lichtstärke sparen, und bei der Entfernung kann man auch bei Blende 4.0 noch ausreichend freistellen.
Bei den meisten Hallensportarten sieht es dagegen umgekehrt aus. Abgesehen von den großen Multifunktionsarenen ist die Beleuchtung leider oft sehr dürftig, so daß der Einsatz von Blende 2.8 fast schon der Normalfall ist. Manchmal reicht selbst das nicht aus, und nur ein 1.8er-Objektiv mit entsprechender ISO-Wahl bringt die benötigten kurzen Verschlußzeiten. Dafür sind die Spielfelder in den Hallen meistens kleiner als bei Freiluft-Sportarten, und mittlere Teleobjektive bis zu 200-mm-Brennweite sind völlig ausreichend. Für z.B. Basketball oder Handball ist ein Objektiv mit 85mm f/1.8 für den Anfang eine sehr gute Wahl.
Objektive mit Bildstabilisatoren sind nicht zwingend notwendig. Will man Action einfrieren, benötigt man so kurze Verschlusszeiten, daß man auch mit sehr langer Brennweite kaum die Aufnahme verwackeln kann. Nach Faustformel ergibt 1 / Brennweite ungefähr die längste Belichtung, bei der aus freier Hand die Aufnahme gerade noch gelingt.. Hat man also 200-mm-Brennweite, sollte 1/200s ausreichen, um ein scharfes Bild zu erhalten. Für die meisten Sportarten benötigt man zum Einfrieren der Bewegung sogar mindestens 1/500s oder besser 1/640s. Das bedeutet, daß man bei einem 400-mm-Objektiv auch aus Freihand verwacklungsfreie Aufnahmen machen kann. Abgesehen davon, wird man bei dieser Objektiv-Größe sowieso vermutlich ein Einbein-Stativ verwenden, das zusätzlich stabilisiert.
Beim Mitziehen hingegen kann der Bildstabilisator hilfreich sein. Im entsprechenden Modus wirkt er den senkrechten Objektivbewegungen entgegen. Als kleiner Nebeneffekt wird auch das Sucherbild stabilisert, das kann hilfreich sein bei der Fokussierung. Nützlich wird der Bildstabilisator, wenn man ohne Blitz in dunklerer Umgebung ruhende Motive aufnehmen möchte, z.B. im Presseraum oder auf der Tribüne.
Ein hochwertiges Objektiv hat einen größeren Anteil an einem gelungenen Foto als das Kamera-Gehäuse. Sicherlich werden die aktuellen Kameras immer besser bezüglich des Rauschverhaltens, so daß man vordergründig vielleicht gerne auf lichtstarke Objektive verzichten möchte. Allerdings wird man dadurch auch oft auf einen schnellen Autofokus und die besseren Möglichkeiten der Freistellung zu verzichten haben.

Einstieg in die Sportfotografie (4)

Lohnt sich Sportfotografie?

Wenn es um das fotografische Thema geht: Ja!

Wenn es ums Geld verdienen geht: Eventuell!

Im lokalen und regionalen Bereich wird man als Einsteiger nur selten Bilder verkaufen können, weil die Zeitungen bereits ihre, für sie längerfristig tätigen, Fotografen haben bzw. Verträge mit Bildagenturen besitzen. Hier fällt nur hin und wieder mal etwas ab, wenn die Kollegen ausgebucht oder im Urlaub sind und keine Zeit haben.
Überregionale Agentur-Arbeit bedeutet, dass man schnell und qualitativ gute Fotos zu liefern hat. Nur wenn die Redaktionen rechtzeitig versorgt werden können, hat man überhaupt eine Chance Bilder verkauft zu bekommen. Man benötigt dazu eine entsprechende Ausrüstung, von der Kamera und den Objekiven über Laptop bis hin zu nützlichem Zubehör (Klapphocker, Stativ, Regenschutz usw.). Also während des Spiels ein bisschen knipsen, danach in Ruhe nach Hause fahren, um sich dann gemütlich die Bilder anzuschauen und zu bearbeiten, kann man sich als Fotojournalist nicht leisten.
Fotografen belagern den Spieler Ailton nach seinem ersten Spiel in der Niederrheinliga für den KFC UerdingenDas ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: »Möchte ich mir das antun?« Außerdem ist der Nachteil bei einer Agentur, dass man verständlicherweise vom Honorar nur einen Anteil bekommt. Dabei zahlen die Zeitungen von vornherein schon wenig. Aber wie gesagt, alleine ist es noch schwieriger seine Bilder loszuwerden. Hinzu kommt, dass viele Hobbyfotografen am Preisverfall mitarbeiten, in dem sie Bilder verschenken. Damit erkaufen sie sich meistens die Akkreditierung. Die Vereine freuen sich natürlich, kostenlos Bilder zu bekommen, alle Berufsfotografen stehen allerdings mit leeren Händen da. Daher sollte man sich als angehender Sportfotograf überlegen, ob und wem man Bilder kostenlos überlässt. Zum einen fällt es dann später schwerer Honorar von demjenigen zu verlangen, dem man bisher Fotos geschenkt hat, zum anderen zerstört man nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen den Markt.
Wer die Sportfotografie als Hobby betreibt oder nur nebenberuflich tätig ist, für den bleibt sie eine interessante Freizeitbeschäftigung, mit der man mal mehr aber meistens doch eher wenig Geld nebenbei verdienen kann. Immerhin darf man aber bei mancher großen Sportveranstaltungen dabei sein, und von Stellen fotografieren, an die kein normaler Zuschauer hinkommt. Deshalb sollte man zu Beginn den Fokus weniger aufs Geld verdienen legen, sondern vielmehr auf die Tätigkeit bzw. die Ergebnisse. Wer auf Dauer qualitativ hochwertige Fotos präsentieren kann, der dürfte letztendlich die größten Chancen haben, sich bei Zeiten gut vermarkten zu können.

Antwort zur Frage aus dem vorherigen Beitrag:
Woher kommt die Bezeichnung »Paparazzi«?
Im Film »La Dolce Vita« (1960 von Federico Fellini) werden die beiden Hauptdarsteller Anita Ekberg und Marcello Mastroianni von einem Fotografen aufdringlich verfolgt. Der Rollenname dieses Fotografen ist »Paparazzo« (gespielt von Walter Santesso). Seitdem werden die Kollegen, die Prominenten auflauern oder sie ständig verfolgen, als »Paparazzi« bezeichnet.

Der Kampf um den besten Standort

Einen Hinweis auf eine gute Aufnahmeposition bieten einem die Standorte der Fernsehkameras. Auch wenn man selten über eine gleichwertige Brennweite verfügt, so können die Kamerapositionen doch als Richtschnur dienen. Man sollte zumindest einmal aus ähnlicher Position heraus einen Blick aufs Geschehen werfen. Dann wird man schnell feststellen, ob man die gleiche Position nutzen kann. Allerdings hat man selbstverständlich aufzupassen, daß man nicht in den Aufnahmebereich der Fernsehkamera gerät. Dann könnte die Veranstaltung für einen schnell zu Ende sein. 😉
Man wird selten bei einer Veranstaltung allein sein. 😉 Als akkreditierter Fotograf hat man sich häufig eine abgesteckte Fotografenzone mit anderen zu teilen, und als Zuschauer steht man meistens erst recht im Gedränge. Man sollte also rechtzeitig vor Ort sein, um sich den besten Platz zu sichern. Es geht im akkreditierten Bereich zu wie auf Mallorca, anstatt Handtücher auf Liegen werden hier Kameraausrüstungen, Stative oder Hocker ausgebreitet, um sich einen Platz zu reservieren.
Ein Vorteil hat diese Situation, einen einmal belegten Platz verliert man nicht mehr. Falls sich bei einer länger andauernden Veranstaltung natürliche Bedürfnisse bemerkbar machen, kann man sich eben etwas zu trinken oder zu essen holen bzw. es entsorgen. 😉 Als Zuschauer wird es schwieriger, da gilt das alte Sprichwort „weggegangen Platz vergangen“. 🙁 Verläßt man unter solchen Bedingungen seinen Platz, dürfte er besetzt sein, wenn man zurückkehrt. Hier sind Planung und taktisches Geschick gefragt. Eine Begleitung, die Proviant holen bzw. den Platz freihalten kann, ist von unschätzbaren Vorteil. 🙂
Beim Kampf um die besten Plätze ist es sinnlos, sich mit Ordnern oder Sicherheitskräften „anzulegen“. Diskussionen sind zwecklos, denn diese Leute sitzen am längeren Hebel, und machen eben ihren Job. Andererseits haben gerade Ordner manchmal ein gutes Wissen über Standorte und Abläufe, so daß ein freundliches Gespräch vielleicht Informationen hervorbringt, die nützlich sein können.

Die Körpersprache beim Portrait

Die Körpersprache des Fotomodels sollte zum Gesichtsausdruck passen. Es ist also darauf zu achten, daß Schulterhaltung und Arme harmonisch wirken, und den Betrachter nicht irritieren und ablenken.
Nützliche Erfahrungen kann man sammeln, in dem man Menschen beobachtet. Man schaut, welche Gestik mit welcher Mimik einhergeht, und wie der Gesichtsausdruck durch die Körpersprache unterstützt oder auch abgeschwächt wird. Die Arbeit fängt also nicht erst im Studio an, sondern besser in einem Straßencafé, zumindest aber an einem Ort, an dem man Menschen ungestört beobachten kann. 😉 Diese Beobachtungen kann man dann beim Shooting nutzen, und entsprechende Posing-Anweisungen an das Model geben. Am einfachsten ist es immer, Bildbeispiele zu zeigen oder vorzumachen, was man sich vorstellt. Vor allem, wenn man selber noch Anfänger ist, und wenig Erfahrung in der Modelführung hat. Oder das Fotomodel ist Anfänger, und hat wenig Erfahrung mit dem Posing.
Wenn die Gesamtaussage und Körpersprache abgesprochen und klar sind, reichen danach meist kleine Anweisungen an das Model hinsichtlich der Kopf- und Körperhaltung aus, um kleine Korrekturen vorzunehmen bzw. eine Motiv-Variante zu erhalten. Am besten betrachtet man das Motiv durch den Sucher, und dirigiert das Model in die gewünschte Pose. Vorteilhaft ist hierbei die Arbeit mit einem Stativ. Der festgelegte Bildausschnitt bleibt damit erhalten, man kann eventuell noch die Lichtführung anpassen oder Requisiten verändern bzw. störende Elemente entfernen.
Oft wirken Gesten je nach Menschentyp aufgesetzt und überzogen. Man sollte darauf achten, daß sich das Model bei den Aufnahmen wohlfühlt, und die Bildidee zum Modeltyp paßt. Unwohlsein oder Verunsicherung des Fotomodels zeigen sich meistens im Bild, das sollte vermieden werden. Wenn man bemerkt, daß sich die Aufnahme nicht wie gewünscht umsetzen läßt, sollte man auf diese Bildidee verzichten, und zu anderen Posen übergehen. Die ursprüngliche Bildidee kann man später immer noch mit einem anderem Model erneut versuchen umzusetzen.