Erstes Foto-Shooting 2010 im Schnee

Outdoor-Shooting mit Denise im Sollbrüggen-Park KrefeldNachdem jeder auf „Daisy“ gewartet hat, und mit dem Schlimmsten rechnete, blieb Krefeld glücklicherweise von dem Unwettertief verschont. Die Gelegenheit habe ich genutzt und mit Denise das erste Outdoor-Shooting des Jahres durchgeführt. 🙂
Außerdem war es gleich ein besonderes Shooting, denn hier in der Gegend liegt selten soviel Schnee, daß es schön winterlich aussieht. Somit haben wir gleich die Möglichkeit zu „richtigen“ Winter-Aufnahmen genutzt. 😉
Da es bedeckt gewesen ist, hatten wir ein etwas wenig Licht, so daß ich ISO 200 verwendet habe, um teilweise bei Blende 8 max. 1/125 s Belichtungszeit zu erhalten. Damit konnte ich Verwacklungsunschärfe aus der Hand vermeiden. Für das Ganzkörperportrait, also sozusagen die Fashion-Aufnahmen, habe ich diese kleine Blende gewählt, um genügend Schärfentiefe zu haben. Je nach Bildausschnitt und Hintergrund, z.B. bei den Nahaufnahmen, bin ich dann auf Blende 5.6 und ca. 1/250 s gegangen. Durch den bedeckten Himmel und der weißen Schneefläche hatten wir sehr schönes diffuses Licht. Trotzdem habe ich wieder den Aufsteckblitz verwendet, um sicherzustellen, daß das Gesicht ausreichend belichtet wird, und um die Spitzlichter in den Augen zu erhalten.
SpyderCube von Datavision - die neuartige 'Graukarte'Die Belichtung habe ich auf dem Kamera-Display durch Sichtprüfung der Aufnahme sowie über das Histogramm kontrolliert. Ich habe immer die Überbelichtungswarnung eingeschaltet, so daß ich sofort in sehr hellen Bereichen, wie hier z.B. den Schnee, Überbelichtung feststellen kann. Die Belichtung über den gesamten Farbraum konnte ich im Histogramm überprüfen. Dort läßt sich schnell ermitteln, ob sich am linken Rand, also in den Tiefen extreme Unterbelichtungen ergeben haben. Den Weißabgleich hatte ich wie fast immer auf Automatik stehen, und habe ihn der Kamera überlassen. Um bei der Bildbearbeitung im nachhinein eventuell eine angemessene Korrektur vornehmen zu können, habe ich zuerst unter den selben Lichtverhältnissen wie beim Shooting als Referenzbild einfach den SpyderCube fotografiert. Mit dieser neuartigen „Graukarte“ habe ich einen weißen, schwarzen und vor allem neutralgrauen Meßpunkt verfügbar. 🙂

Blauer Schnee

Manchmal wirken Bilder, die man im Schnee aufgenommen hat, kühl und etwas blaustichig. Vor allem an einem wolkenlosen Tag wird das Himmelsblau vom Schnee reflektiert und taucht so das Bild in einen leichten Blauton. Das menschliche Auge filtert diesen Blaustich heraus, da man weiß, das Schnee weiß ist. Auf einem Foto ist dieser Farbstich allerdings bemerkbar, da hier die „technischen“ Bedingungen für eine Kompensierung fehlen.
Gerade bei Winterfotos muß dieser Farbstich nicht zwingend störend wirken, da er ja auch Kälte symbolisiert und damit zur Stimmung des Bilds beitragen kann. Falls der Blaustich zu stark ist oder aus anderen Gründen stört, kann man ihn nachträglich bei der Bildbearbeitung durch Setzen des Weißtons schnell korrigieren. Beim Fotografieren im RAW-Format braucht man sich nicht zu sehr um den Weißabgleich kümmern, da er verlustfrei im Nachhinein bei der Konvertierung durchgeführt werden kann. Andererseits sollte man schon darauf achten das Originalbild so korrekt wie möglich bzw. wie gewünscht aufzunehmen, damit man die nachträgliche Bildbearbeitung so gering wie nötig halten kann. 😉
Warum mehr Arbeit verursachen als unbedingt notwendig.

Outdoor-Aufnahmen im Schnee

Was selbst der teuersten Kamera Schwierigkeiten bereitet, ist der weiße Schnee. Vor allem dann, wenn er den Hauptteil des Fotos ausmacht. Die Kamera versucht immer etwas zu finden, das 18-prozentigem Neutralgrau entspricht. Da sich das aber bei Schneemotiven nur selten finden läßt, ermittelt der interne Belichtungsmesser selbst einen durchschnittlichen Wert. Der Schnee ist strahlend weiß und damit zu hell, so daß die Kamera versucht gegenzusteuern. Sie stellt Blende und Verschlußzeit so ein, daß das Ergebnis in den meisten Fällen ein unterbelichtetes Bild ist, und der Schnee erscheint grau.
Für Aufnahmen im Schnee sollte man daher eher auf die manuelle Einstellung zurückgreifen. Hierbei kann man auch die Belichtungskorrektur nutzen, und z.B. Belichtungsreihen anfertigen, um ein optimales Bild zu erhalten. Man kann dabei den Blendenwert vielleicht um eine, eineinhalb und zwei Stufen korrigieren. Eine Aufnahmenserie mit erhöhten Werten, und eine Serie mit verringerten Werten. Als Ausgangsbasis können z.B. die Werte der Programmautomatik dienen, wenn man keinen Handbelichtungsmesser besitzt.
Beim Verändern der Blende ist natürlich zu beachten, daß sich die Schärfentiefe ebenfalls ändert. Falls man aus kreativen Gründen auf eine bestimmte Blende angewiesen ist, läßt sich selbstverständlich auch eine Belichtungsreihe über die Zeitauswahl erstellen. Bei der Belichtungszeit ist dann allerdings zu beachten, daß man nicht zu lange Zeiten auswählt, die nicht mehr aus der Hand verwacklungsfrei zu halten sind.
Außerdem sollte man unbedingt darauf achten, daß der Schnee noch eine leichte Zeichnung aufweist, und nicht überbelichtet wird. Hier kann man nämlich auch im nachhineine nicht mehr mit einer Bildbearbeitung korrigieren, denn in diesen Bildtteilen fehlen jegliche Bilddaten.