Fotomodel (w) gesucht

Hervorgehoben

Fürs erste Shooting plane ich im Regelfall ein kleines Outdoor-Shooting ein, es besteht aber auch die Möglichkeit in ein Studio in Viersen zu gehen. Gerade für Einsteigerinnen in die Model-Tätigkeit bietet sich ein Outdoor-Shooting an, weil man dort das Umfeld miteinbeziehen kann, und das Posing einfacher ist als im Studio, wo man mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist. Je nach Wetterlage, wieviel vor Ort los ist und welche Ideen wir haben, würde es ca. 1,5 – 2 Stunden dauern. Dieses Shooting dient dazu, sich ein wenig kennenzulernen, zu schauen, wie die Zusammenarbeit funktioniert und für Model-Anfänger zum Eingewöhnen an „die Arbeit eines Fotomodels“. Wenn es dann Spaß macht und Interesse an einem größeren Projekt besteht, z.B. mit Spezial-Make-up oder ein bestimmtes Thema, wird dies danach in Ruhe geplant. Bei einem U18-Model sollte mindestens eine Begleitperson dabei sein, im Idealfall jemand Ü18. Eine Freigabeerklärung (Model-Release) ist selbstverständlich. Alle „brauchbaren“ bzw. vorzeigbaren Bilder gibt es auf CD, je nach Ausbeute werden davon bis zu ca. 10 Stück bearbeitet (Portraitretusche).

Arbeitsablauf (3) – Bilder „entwickeln“

Nachdem man nun die Bilder halbwegs organisiert auf der Festplatte hat, geht es an die grundsätzliche Bearbeitung. Das Ganze ist in etwa vergleichbar mit der Entwicklung eines Negativfilms früherer Tage. Auch wenn viele Hobbyfotografen der Meinung sind, das Bild kommt fertig aus der Kamera, man kann es sich ja sofort anschauen, so ist doch eine gewisse Grundbearbeitung notwendig, um aus der Bilddatei ein richtiges Foto zu machen. Vor allem dann, wenn man im RAW-Format fotografiert. Dieses Format entspricht tatsächlich noch weitestgehend dem Negativ, im Gegensatz zum JPG-Format.
Über die Wahl zwischen RAW- oder JPG-Aufnahmeformat wird fast genauso ideologisch verbissen gestritten wie über die Ausrüstung, ob nun von Canon oder Nikon. Fakt ist, im RAW-Format hat man einfach mehr Spielraum was die Qualitätsverluste bei der Verarbeitung angeht, sowie mehr Möglichkeiten verlorengegangene Bildinformationen bei Über- oder Unterbelichtungen wieder zu rekonstruieren. Andererseits kann man eine qualitativ gute Kamera auch so einstellen, daß man sehr gute JPG-Bilder erhalten kann, die in bestimmten Situationen vollkommen ausreichend sind. Hierzu zählen die berühmten Urlaubsfotos oder auch die Schnappschüsse bei Familienfeiern, also alle Situationen, in denen man selten mit seiner kompletten Foto-Ausrüstung unterwegs ist.
Nutzt man das RAW-Format, dann kommt man um eine gewissse Bildentwicklung nicht herum. In Photoshop oder Lightroom gelangt man automatisch in den Camera Raw-Konverter, wenn man ein Bild im RAW-Format aufruft bzw. importiert hat. Erst dann kann man eine Kopie des Bildes in einem allgemeingültigen Format wie z.B. TIFF zur weiteren Bearbeitung in Photoshop öffnen. Der Konverter in Photoshop ähnelt von den Funktionen her mittlerweile sehr der Oberfläche von Lightroom. Anstatt Reiter in Photoshop hat man eine übersichtliche Arbeitsleiste in Lightroom. Diese Funktionsleiste geht man im Grunde von oben nach unten durch, und bearbeitet die Punkte, die notwendig sind.
Als erstes betrachtet man den Weißabgleich. Hier ist es nützlich, wenn man zu Beginn jeder Aufnahmeserie als Farbreferenz ein Bild mit Graukarte gemacht hat. Dann klickt man mit der Farbaufnahme-Pipette einfach auf diese Graukarte, und schon ist der Weißabgleich farbneutral durchgeführt. Wenn man von vornherein weiß, daß man dadurch eine spezielle Lichtstimmung zerstört (z.B. Sonnenuntergang), die man unbedingt erhalten möchte, dann verzichtet man einfach auf diesen Schritt des Weißabgleichs. Es geht erst einmal nur um die grundsätzliche „Bild-Entwicklung“. Spezielle Bearbeitungsschritte werden später in Photoshop gezielt vorgenommen. Dann sind auch wesentlich bessere Werkzeuge wie Ebenen und Masken verfügbar.
Nach dem Weißabgleich schaut man sich das Histogramm an. Reichen die Lichter bzw. Tiefen an den Rand links bzw. rechts heran? Über den Regler „Belichtung“ reguliert man die Helligkeit des Bildes. Mit „Wiederherstellung“ lassen sich bis zu einem gewissen Grad Überbelichtungen korrigieren. Mit dem „Schwarz“-Regler sowie dem „Aufhellen“ kann man die dunklen Bereiche des Bildes anpassen bzw. rekonstruieren. Mit diesen Aktionen führt man eine sog. Tonwertspreizung durch. Auch hierbei werden ggfs. die Feinheiten später in Photoshop eingestellt. Es geht zuerst darum, daß das Bild insgesamt „gut aussieht“. 🙂
Hat man die Belichtung angepaßt, sollte man den Kontrast über die Gradationskurve verändern. Auch hierbei sind vorerst nur moderate Werte gefragt. Man stellt die Kurve nur leicht steil, in dem man in den hellen Bereichen geringe positive Werte einstellt, und in den dunklen Bereichen entsprechend negative Werte. Die Kurve ist in die vier Bereiche eingeteilt, die auch mit den Reglern im Belichtungsbereich angepaßt werden können. Aufgrund der Änderungen im Kontrast kann es durchaus möglich sein, daß man nochmal ein paar leichte Korrekturen in der Belichtung durchzuführen hat, weil die Endbereiche zu stark beeinflußt wurden.
Während man mit der Gradationskurve den Kontrast im gesamten Bild ändert, kann man mit dem Klarheit-Regler den Kontrast im mittleren Tonwertbereich anpassen. Dadurch werden Lichter und Tiefen nicht beeinflusst. Interessant ist auch der Regler für „Lebendigkeit“. Die Bereiche, die bereits eine starke Farbsättigung vorweisen, werden nicht verändert, nur die Bereiche wenig Farbe werden intensiviert. Inwieweit man nun noch die Möglichkeiten der gezielten Farbveränderungen nutzt (Farbton, Sättigung, Luminanz), bleibt jedem selbst überlassen, und hängt sicher auch von der Aufnahme ab. Im Regelfall nutze ich diese Funktion hier nicht.
Dagegen ist eine sogenannte Entwicklungsschärfung nützlich. Spätestens hier stellt man fest, ob das Bild überhaupt scharf genug ist auch in den Details. Die Schärfung sollte in der 1:1-Ansicht vorgenommen werden. Denn dann sieht man bei gedrückter Alt-Taste (unter Windows) die Veränderungen, wenn man die Regler bewegt. So sieht man z.B. die Maske wie unter Photoshop mit ihren schwarzen geschützten Bereichen und den weißen veränderbaren Bereichen. Die Detail-Anzeige erscheint umgekehrt, die schwarzen Konturen zeigen die Details, die geschärft werden, der hellgraue Bereich bleibt unberührt. Die Stärke der Schärfung wird in einem S/W-Bild dargestellt. Da bei diesem Vorgang das Bild noch nicht endgültig bearbeitet ist, und vor allem der Bildauschnitt sowie das Ausgabegerät noch nicht bestimmt sind, sollte man auch hier moderate Werte nehmen, so daß gerade eine Schärfung zu erkennen ist. Endgültig geschärft wird das Bild erst kurz vor der tatsächlichen Ausgabe, dann wenn auch die auszugebene Bildgröße feststeht.
Nach dieser Basis-Bearbeitung hat man normalerweise ein gutes, vorzeigbares Bild, wie man es z.B. dem Fotomodel bzw. Kunden präsentieren kann. Die Feinheiten wie z.B. Mischlicht-Verhältnisse anpassen, eine Portrait-Retusche oder sogar Foto-Montagen bzw. Freistellungen werden dann in Photoshop vorgenommen.

„Das Haar in der Suppe“

Haare spielen in der Portraitfotografie eine durchaus wichtige Rolle. Dabei geht es zunächst nicht einmal um ein besonderes Styling, sondern um die grundsätzliche Wirkung des Models auf den Betrachter. Haare wie auch ihr Fehlen vermitteln Gesundheit und Frische, sowie eine erotische Ausstrahlung.
Exotisch anmutende Haartrachten oder spezielle Frisuren können so dominat wirken, daß sie vom Gesicht, dem eigentlichen Motiv, ablenken. Für den Fotograf können sich besonders einzelne Haare oder Haarsträhnen als tücksich erweisen, und sich zum „Haar in der Suppe“ entwickeln, sprich ein gutes Portraitbild zunichte machen. Einzelne Haare verirren sich immer wieder mal ins Gesicht, laufen vielleicht durchs Auge, und lassen sich somit nur schwer bei der Retusche entfernen. Hier ist es sinnvoll einen kleinen Spiegel zur Hand zu haben, den man dem Model vorhalten kann, so daß es sich die Haare richten und aus dem Gesicht entfernen kann. Denn einzelne Haare sieht man weder im Sucher noch auf dem Kamera-Display, sondern erst später am Monitor.
Im Regelfall sollten Haare das Gesicht nur umrahmen, und keine bildwichtigen Elemente wie z.B. Augen verdecken. In jedem anderen Fall hat man es weniger mit einer klassischen Portraitaufnahme zu tun, sondern mehr mit Modefotografie oder Beauty-Aufnahmen. Dennoch sollte man den Haaren Aufmerksamkeit widmen, vor allem bei der Ausleuchtung. Besonders dunkle Haare neigen dazu, zu einer dunklen Masse ohne Struktur zu verschmelzen. Deshalb sollten man sie mit zusätzlichem Kopflicht oder zumindest mit einem Reflektor aufhellen.