Sportfotografie (1)

Einstieg in die Sportfotografie

Krefeld Pinguine vs. Frankfurt Lions: Ian Gordon (Frankfurt)Beim Thema Sportfotografie denkt fast jeder als erstes an die großen weißen Rohre, die immer bei Sportübertragungen am Spielfeldrand zu sehen sind. Und für nicht wenige Hobbyfotografen ist es der größte Traum, selber einmal neben den Profis bei einer großen Sportveranstaltung zu sitzen.
Aber auch bei der Sportfotografie ist es wie fast immer im Leben, man fängt ganz unten an. 😉
Sicherlich ist das Umfeld mit den z.B. besseren Lichtverhältnissen in den großen Sport-Arenen und Stadien ein Vorteil, um gute Fotos zu machen. Ein prominenter Sportler ist natürlich ein reizvolleres Motiv als der nur dorfbekannte Freizeitkicker. Aber genau hier zeigt sich eben das Können des Fotografen. Wem es gelingt bei einem Kreisligaspiel aussagekräftige Bilder zu machen, wer unter schwierigen Lichtverhältnissen in der Schulsporthalle im richtigen Moment auf den Auslöser drückt, der schafft es auch zu gegebener Zeit bei einer Bundesliga-Partie. Kreativität und den Blick für den richtigen Moment benötigt man von Anfang an, das sind keine Eigenschaften, die sich aufgrund der Wichtigkeit der Sportveranstaltungen ergeben. Ein beeindruckendes Foto von einem unbekannten Sportler in einer niedrigeren Liga ist ist eine bessere Referenz als ein einfaches Bild von einem Spitzensportler, das nur von der Prominenz des Motivs lebt anstatt vom Bildinhalt oder kreativer Gestaltung.
Nachdem man sich gerade damit abgefunden hat, daß es nächsten Sonntag zum Kreisliga-Spiel auf dem Kartoffelacker um die Ecke geht anstatt ins Olympiastadion, kommt gleich der nächste Tiefschlag. Diese großen weißen Rohre kosten teilweise mehrere Tausend Euro, und sind für den Amateurfotografen nicht erschwinglich. Aber auch hier gilt, nicht verzweifeln, denn Sportfotografie lebt nicht nur von der Action, sondern auch von Emotionen und dem Drumherum. Die Veröffentlichungen in Zeitungen und Magazinen zeigen es immer wieder, nicht nur der beinharte Zweikampf ist dort zu sehen, sondern auch Freude, Traurigkeit, Verzweiflung oder Enttäuschung. Und manchmal gibt es auch im Umfeld interessante Motive, z.B. Fans in witzigen Kostümen oder mit fantasievoller Gesichtsbemalung.
Für viele dieser Fotos verwenden auch die Profis die „kleinen“ Portrait-Objektive. Und was die langen Teleobjektive betrifft, in einem großen Stadion hat man nicht die Bewegungsfreiheit wie auf dem lokalen Sportplatz, deshalb benötigt man die große Brennweite, um das gesamte Spielfeld abdecken zu können. Auf lokaler Ebene kann man im Regelfall den Standort wechseln, so daß man vorerst auch mit weitaus weniger Brennweite auskommt.

Literaturempfehlung
Ergänzend zu den Beiträgen hier gibt es von Markus Hammes einen Leitfaden für Amateurfotografen (4.8 MB). Das aktuelle PDF-Dokument mit weiteren Tips zur Sportfotografie findet man auf seiner Website.