Kamera-Eigenschaften – Autofokus

Alle Digitalkameras besitzen heutzutage ein Autofokussystem. Man sollte zunächst die Geschwindigkeit betrachten, mit der die Kamera einen Fokuspunkt findet und ihn festhält. Man will sicher keinen flüchtigen Moment verpassen, nur weil die Kamera so langsam fokussiert und ewig braucht, bis sie sich für einen Fokuspunkt entschieden hat. Allerdings ist für die Fokussierung nicht nur die Kamera alleine verantwortlich, auch das Zusammenspiel mit dem Objektiv spielt eine Rolle.
ede Spiegelreflexkamera besitzt mittlerweile mehrere Messpunkte, mit denen auf das gewünschte Motiv fokussiert werden kann. Je mehr Messpunkte verfügbar sind, desto einfacher kann eine Fokussierung erfolgen, vor allem dann, wenn das Hauptmotiv sich nicht im Zentrum des Sucherbildes befindet. Je nach Kameramodell können diese Fokusmesspunkte auch einzeln ausgewählt werden. Und bei mancher Sportart kann es durchaus sinnvoll sein, einen Messpunkt rechts oder links von der Mitte zu wählen (z.B. beim Boxen) oder unten bzw. oben (z.B. Eishockey oder Basketball). Weil dann die Fokussierung etwas findet, auf das sie »scharfstellen« kann, und nicht zwischen zwei Sportlern »durchschießt«. Manchmal gibt es als zusätzliche Funktion eine automatische Erweiterung dieser Messpunkte. In den Fällen, in denen die Kamera mit den vom Fotografen ausgewählten Messpunkt nicht ausreichend fokussieren kann, weil sie z.B. auf ein einfarbige Fläche trifft, erweitert sie dann selbständig die Anzahl der Fokusmesspunkte.
m Regelfall besitzen alle Kameras einen Kreuzsensor im mittleren Fokuspunkt. Das bedeutet, dieser Autofokus-Messpunkt erfasst Kontraste in horizontaler wie vertikaler Richtung und arbeitet dadurch wesentlich genauer als ein Liniensensor, der nur auf horizontale Kontraste reagiert. Der Unterschied zwischen den einzelnen Kamera-Modellen macht sich in der Gesamtzahl und Anordnung der Fokus-Punkte aus. Bei den Einsteiger- bis semi-professionellen Modellen gibt es weniger Messpunkte, und nur der mittlere Autofokuspunkt ist ein Kreuzsensor. Die Profimodelle besitzen deutlich mehr Fokusmessfelder, von denen auch mehr als Kreuzsensoren ausgelegt sind.

Sportfotografie beim Hockey

Szene beim Feldhockey: ZweikampfFeldhockey gehört ebenfalls zu den Mannschaftssportarten, die unter freiem Himmel gespielt werden. Obwohl die deutschen Mannschaften bei den Damen und Herren international sehr erfolgreich sind, sei es bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen oder in der Champions League, hält sich das Zuschauerinteresse in den nationalen Ligen in Grenzen. Somit hat man auch hier gute Chancen, selbst in der 1.Bundesliga am Spielfeldrand fotografieren zu dürfen. Das Spielfeld ist zwar etwas kleiner als beim Fußball oder American Football, aber ansonsten hat man es mit den gleichen Wetter- und Lichtverhältnissen zu tun. Wie sonst auch, sollte man Gegenlicht vermeiden. Das führt zu Lichtreflexen und schwachem Kontrast in den Aufnahmen. Deshalb sollte man seinen Standort auch nach Sonnenstand bzw. -verlauf wählen und nach Möglichkeit eine Perpektive mit der Sonne im Rücken suchen.
Szene beim Feldhockey: ZweikampfEinen Fußball abzubekommen kann schon recht unangenehm sein, aber die Bekanntschaft mit dem kleinen harten Hockeyball kann sehr schmerzhaft werden, daher sollte man immer dieses Spielgerät im Auge behalten. Aus diesem Grund wird man auch nicht die Aufnahmeposition während des Spiels unnötigerweise wechseln, selbst wenn es die Platzanlage zuläßt. Ein guter Standort ist im Bereich zwischen Viertel- und Mittellinie. Von dort hat man die Zweikämpfe im Mittelfeld wie am Schußkreis und Torszenen im Blickfeld, sowie die Strafecken und die Trainerbänke. Aus dieser Perspektive erhält man neben den üblichen Trainerbildern noch zusätzliche Motive während der Auszeiten, da sich die Mannschhaft meistens direkt in Nähe der Ersatzbank versammelt.
Szene beim Feldhockey: Zweikampf vor dem Tor mit FlugeinlageFür den Anfang reicht die altbekannte Allzweckwaffe, das mittlere 70-200mm Objektiv fast aus. Mit einem 300mm Objektiv erreicht man sogar den Schußkreis am anderen Spielfeldende, und deckt dann das gesamte Spielfeld ab. Hockey ist ebenfalls eine schnelle Sportart, so daß man wieder mindestens mit 1/640s zu arbeiten hat. Blende und ISO-Wert sind entsprechend den vorhandenen Lichtverhältnissen zu wählen. Wie auch bei anderen Sportarten im Freien, wird man vor Spielbeginn mit ein paar Probeaufnahmen die beste Belichtungseinstellung für die gegebene Lichtsituation suchen. Falls notwendig, ermittelt man Einstellungen für die sonnigen Bereiche wie für die Schatten, genauso wie für den Bereich der Ersatzbank.
Szene beim Feldhockey: Trainer am Spielfeldrand, unzufrieden mit Schiedsrichter-EntscheidungEine Besonderheit gibt es beim Hockey aufgrund des Spielgeräts. Man wird die Spieler in Aktion im Regelfall in gebeugter Haltung aufnehmen, egal ob bei Zweikämpfen, Schlenzbällen oder Dribblings. Daher ist hier eine niedrige Aufnahmeperspektive sinnvoll. Da man kaum das ganze Spiel über knieend oder hockend verbringen kann, ist hier ein Falthocker nützlich. Damit ist man auf Augenhöhe mit den Spielern und sitzt zudem bequem. Nicht gerade kostengünstig, aber dafür qualitativ hochwertig sind die Hocker von Walkstool. Wer häufig in sitzender Position fotografiert, sollte sich das Angebot einmal anschauen, er wird dieses Zubehör zu schätzen lernen. 😉

Arbeitsablauf (3) – Bilder „entwickeln“

Nachdem man nun die Bilder halbwegs organisiert auf der Festplatte hat, geht es an die grundsätzliche Bearbeitung. Das Ganze ist in etwa vergleichbar mit der Entwicklung eines Negativfilms früherer Tage. Auch wenn viele Hobbyfotografen der Meinung sind, das Bild kommt fertig aus der Kamera, man kann es sich ja sofort anschauen, so ist doch eine gewisse Grundbearbeitung notwendig, um aus der Bilddatei ein richtiges Foto zu machen. Vor allem dann, wenn man im RAW-Format fotografiert. Dieses Format entspricht tatsächlich noch weitestgehend dem Negativ, im Gegensatz zum JPG-Format.
Über die Wahl zwischen RAW- oder JPG-Aufnahmeformat wird fast genauso ideologisch verbissen gestritten wie über die Ausrüstung, ob nun von Canon oder Nikon. Fakt ist, im RAW-Format hat man einfach mehr Spielraum was die Qualitätsverluste bei der Verarbeitung angeht, sowie mehr Möglichkeiten verlorengegangene Bildinformationen bei Über- oder Unterbelichtungen wieder zu rekonstruieren. Andererseits kann man eine qualitativ gute Kamera auch so einstellen, daß man sehr gute JPG-Bilder erhalten kann, die in bestimmten Situationen vollkommen ausreichend sind. Hierzu zählen die berühmten Urlaubsfotos oder auch die Schnappschüsse bei Familienfeiern, also alle Situationen, in denen man selten mit seiner kompletten Foto-Ausrüstung unterwegs ist.
Nutzt man das RAW-Format, dann kommt man um eine gewissse Bildentwicklung nicht herum. In Photoshop oder Lightroom gelangt man automatisch in den Camera Raw-Konverter, wenn man ein Bild im RAW-Format aufruft bzw. importiert hat. Erst dann kann man eine Kopie des Bildes in einem allgemeingültigen Format wie z.B. TIFF zur weiteren Bearbeitung in Photoshop öffnen. Der Konverter in Photoshop ähnelt von den Funktionen her mittlerweile sehr der Oberfläche von Lightroom. Anstatt Reiter in Photoshop hat man eine übersichtliche Arbeitsleiste in Lightroom. Diese Funktionsleiste geht man im Grunde von oben nach unten durch, und bearbeitet die Punkte, die notwendig sind.
Als erstes betrachtet man den Weißabgleich. Hier ist es nützlich, wenn man zu Beginn jeder Aufnahmeserie als Farbreferenz ein Bild mit Graukarte gemacht hat. Dann klickt man mit der Farbaufnahme-Pipette einfach auf diese Graukarte, und schon ist der Weißabgleich farbneutral durchgeführt. Wenn man von vornherein weiß, daß man dadurch eine spezielle Lichtstimmung zerstört (z.B. Sonnenuntergang), die man unbedingt erhalten möchte, dann verzichtet man einfach auf diesen Schritt des Weißabgleichs. Es geht erst einmal nur um die grundsätzliche „Bild-Entwicklung“. Spezielle Bearbeitungsschritte werden später in Photoshop gezielt vorgenommen. Dann sind auch wesentlich bessere Werkzeuge wie Ebenen und Masken verfügbar.
Nach dem Weißabgleich schaut man sich das Histogramm an. Reichen die Lichter bzw. Tiefen an den Rand links bzw. rechts heran? Über den Regler „Belichtung“ reguliert man die Helligkeit des Bildes. Mit „Wiederherstellung“ lassen sich bis zu einem gewissen Grad Überbelichtungen korrigieren. Mit dem „Schwarz“-Regler sowie dem „Aufhellen“ kann man die dunklen Bereiche des Bildes anpassen bzw. rekonstruieren. Mit diesen Aktionen führt man eine sog. Tonwertspreizung durch. Auch hierbei werden ggfs. die Feinheiten später in Photoshop eingestellt. Es geht zuerst darum, daß das Bild insgesamt „gut aussieht“. 🙂
Hat man die Belichtung angepaßt, sollte man den Kontrast über die Gradationskurve verändern. Auch hierbei sind vorerst nur moderate Werte gefragt. Man stellt die Kurve nur leicht steil, in dem man in den hellen Bereichen geringe positive Werte einstellt, und in den dunklen Bereichen entsprechend negative Werte. Die Kurve ist in die vier Bereiche eingeteilt, die auch mit den Reglern im Belichtungsbereich angepaßt werden können. Aufgrund der Änderungen im Kontrast kann es durchaus möglich sein, daß man nochmal ein paar leichte Korrekturen in der Belichtung durchzuführen hat, weil die Endbereiche zu stark beeinflußt wurden.
Während man mit der Gradationskurve den Kontrast im gesamten Bild ändert, kann man mit dem Klarheit-Regler den Kontrast im mittleren Tonwertbereich anpassen. Dadurch werden Lichter und Tiefen nicht beeinflusst. Interessant ist auch der Regler für „Lebendigkeit“. Die Bereiche, die bereits eine starke Farbsättigung vorweisen, werden nicht verändert, nur die Bereiche wenig Farbe werden intensiviert. Inwieweit man nun noch die Möglichkeiten der gezielten Farbveränderungen nutzt (Farbton, Sättigung, Luminanz), bleibt jedem selbst überlassen, und hängt sicher auch von der Aufnahme ab. Im Regelfall nutze ich diese Funktion hier nicht.
Dagegen ist eine sogenannte Entwicklungsschärfung nützlich. Spätestens hier stellt man fest, ob das Bild überhaupt scharf genug ist auch in den Details. Die Schärfung sollte in der 1:1-Ansicht vorgenommen werden. Denn dann sieht man bei gedrückter Alt-Taste (unter Windows) die Veränderungen, wenn man die Regler bewegt. So sieht man z.B. die Maske wie unter Photoshop mit ihren schwarzen geschützten Bereichen und den weißen veränderbaren Bereichen. Die Detail-Anzeige erscheint umgekehrt, die schwarzen Konturen zeigen die Details, die geschärft werden, der hellgraue Bereich bleibt unberührt. Die Stärke der Schärfung wird in einem S/W-Bild dargestellt. Da bei diesem Vorgang das Bild noch nicht endgültig bearbeitet ist, und vor allem der Bildauschnitt sowie das Ausgabegerät noch nicht bestimmt sind, sollte man auch hier moderate Werte nehmen, so daß gerade eine Schärfung zu erkennen ist. Endgültig geschärft wird das Bild erst kurz vor der tatsächlichen Ausgabe, dann wenn auch die auszugebene Bildgröße feststeht.
Nach dieser Basis-Bearbeitung hat man normalerweise ein gutes, vorzeigbares Bild, wie man es z.B. dem Fotomodel bzw. Kunden präsentieren kann. Die Feinheiten wie z.B. Mischlicht-Verhältnisse anpassen, eine Portrait-Retusche oder sogar Foto-Montagen bzw. Freistellungen werden dann in Photoshop vorgenommen.

Von der Aufnahme bis zum fertigen Bild

Egal was und wieviel man fotografiert, es ergibt sich automatisch ein Basis-Workflow, dem der Hobbyfotograf oft unbewußt und der Fortgeschrittene meistens gezielt folgt.

  • Zuerst wird man immer die Bilder aus der Kamera bzw. von der Speicherkarte auf den Computer laden.
  • Im Regelfall wird man die Bilder unbenennen. Selten behält man die nichtssagende Namensnennung der Kamera. Mit z.B. img3256.cr2 wird man auf Dauer nicht viel anfangen können.
  • Den Bildern sollte man gewisse Metadaten hinzufügen, dazu gehören z.B. Fotografen-Name, Bildbeschreibung, Basis-Stichwörter und bei kommerzieller Nutzung auch die Kontaktdaten des Fotografen.
  • Nachdem alle Bilder auf dem Computer vorhanden sind, wird man in erster Durchsicht die Kandidaten ermitteln, die sofort gelöscht werden können. Dazu gehören Testaufnahmen, die man zur Belichtungsermittlung gemacht hat, unscharfe Fotos oder auch Bilder, auf denen man dem Model Gliedmaße abgetrennt hat, und die auch mit anderem Bildschnitt nicht mehr verwertbar sind.
  • Hat man alle Bilder ausgesucht, die man vorerst behalten möchte, fügt man nun im weiteren Durchlauf genauere Stichwörter und Suchbegriffe hinzu.
  • Nach der Organisation der Bilder erfolgt nun die erste Basis-Entwicklung. Grundlegend wird der Weißabgleich eventuell korrigiert bzw. angepaßt, sowie die Belichtung, Kontrast und Entwicklungsschärfe eingestellt, so daß die Bilder „gut aussehen“ und für eine erste Präsentation geeignet sind, um sie z.B. dem Model zur Auswahl vorzulegen.
  • Spätestens jetzt sollte man die Bilder archivieren, d.h., sichern. Im Idealfall erfolgt eine Sicherung auf eine externe Festplatte. Hier bietet sich die Gelegenheit, das RAW-Format zusätzlich in ein DNG-Format umzuwandeln, um auch noch in weitentfernter Zukunft ein allgemeingültiges Dateiformat zu haben. Man weiß ja nie, welcher Anbieter bzw. welches Dateiformat überleben wird. Vielleicht wird das spezielle RAW-Format des Kamera-Herstellers eines Tages gar nicht mehr von einer Software unterstützt.

Ich nutze für diesen Arbeitsablauf Lightroom, weil ich mit dem Programm alle Schritte der Reihe nach durchgehen kann. Jenachdem wieviel Bilder man zu verarbeiten hat, kommt man sicher auch mit kostenloser Software zurecht. Womöglich sind dann mehrere unterschiedliche Programme notwendig, aber wenn man nur zwei, drei Mal im Jahr Urlaubsfotos bearbeitet und archiviert, dürfte Lightroom dafür ein zu mächtiges Werkzeug sein, das man nur zum Bruchteil nutzen würde.
In weiteren Artikeln werde ich meinen Workflow in Einzelheiten vorstellen. Er ist sicher nicht allgemeingültig und für jedermann brauchbar, denn es hängt viel davon ab, was und wieviel man fotografiert, aber als Anregung kann er durchaus dienen.

Sportfotografie-Einstieg beim Fußball

Fußball ist immer noch die bekannteste Sportart hierzulande, so daß auch sehr viele angehende Sportfotografen über genügend Vorwissen verfügen sollten, um sich mehr den fotografischen Aspekten widmen zu können als mit den offenen Fragen zum Spiel oder den Mannschaften. Fußball wird in etlichen Ligen gespielt, daher bieten sich auch dem Einstieger genügend Gelegenheiten Erfahrung zu sammeln und seine Kenntnisse zu erweitern. Denn eine Akkreditierung für Spiele der ersten Ligen bekommen nur Fotografen mit bestimmten Presseausweisen und Redaktionsaufträgen. Manchmal ist es sogar notwendig, Mitglied im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) zu sein.
Aber in den unteren Ligen sind die Arbeitsbedigungen für den Anfänger in der Sportfotografie sowieso besser. Man kommt oft wesentlich näher an den Spielfeldrand, und man kann sich relativ frei bewegen, also während des Spiels z.B. die Position wechseln. Außerdem könnte sich ein privater Kontakt zu einem Verein auf lokaler Ebene nach einem Aufstieg in höhere Ligen zusätzlich auszahlen, wenn man dann trotz allem eine Akkreditierung bekommt, und man sich dann doch mitten unter den Berufsfotografen wiederfindet. 😉
Wer bereits Mitglied in einem Verein ist, der wird sich sicher zuerst mit „seiner Sportart“ befassen, und hat dadurch natürlich ganz andere Möglichkeiten als ein Außenstehender. Da kommt man schneller mal in Bereiche und hinter die Kulissen, die sich fotografisch lohnen, so daß man nicht alltägliche Bilder erhält.
Zurück zum Fußball. Den besten Standort gibt es nicht, viel hängt vom Spielverlauf ab, und dem was man im Bild festhalten möchte. Außerdem hängt der Wirkungskreis auch von der Ausrüstung ab. Mit dem üblichen Teleobjektiv 70-200 mm deckt man nur einen kleinen Teil des Spielfeldes ab, anderes als mit einem 300-mm- oder sogar 400-mm-Objektiv. Ein guter Ansatzpunkt ist der Strafraum. Dort spielen sich im Regelfall die interessantesten Szenen ab. Ecken und Freistöße, daraus resultierende Kopfballduelle und der Einsatz des Torhüters bieten oft spektakuläre Aufnahmen. Manchmal ergeben sich aber langweilige Taktikspiele, in denen sich die Action im Mittelfeld ergibt. Lange Pässe oder Abschläge führen dort zu Kopfballszenen, Dribblings zu „Slalom-Läufen“ und Zweikämpfen, deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, sich eine zeitlang in Nähe der Mittellinie zu postieren. Das wiederum ist nur in unteren Ligen möglich, da man in den oberen Spielklassen die Fotografenzone während des Spiels nicht wechseln bzw. sich nicht einfach außerhalb derer positionieren darf.
Ein Standort in Nähe der Trainerbank ist auch nicht verkehrt, vor allem dann, wenn es sich um einen „aktiven“ Trainer handelt, der beim Spiel mitgeht, Emotionen und Reaktionen zeigt.
Wie sonst auch, sollte man Gegenlicht vermeiden. Das führt zu Lichtreflexen und schwachem Kontrast in den Aufnahmen. Die Standortwahl hängt somit auch vom Sonnenstand bzw. -verlauf ab. Nach Möglichkeit sucht man sich eine Perpektive mit der Sonne im Rücken. Schwierig wird es, wenn durch den Schatten der Tribünen das halbs Stadion im Dunkeln versinkt, während die andere Hälfte sich im gleißenden Sonnenlicht befindet. Hier kann man sich einerseits auf eine Spielhälfte konzentrieren und die Belichtungswerte daran ausrichten, oder andererseits die Blendenautomatik vesuchen, in der man die notwendige Belichtungszeit vorgibt, und die Blendenwahl der Kamera überläßt. Ggfs. ist hier der ISO-Wert anzupassen, damit die Kamera noch geeignete Zeit-Blende-Kombinationen einstellen kann, und Bilder nicht unterbelichtet werden.
Die Belichtungseinstellungen sind einer der Gründe, warum man einige Zeit vor Spielbeginn im Stadion bzw. auf dem Sportplatz sein sollte. Dann hat man genügend Zeit, mit ein paar Probeaufnahmen die beste Belichtungseinstellung für die gegebene Lichtsituation zu finden. Man ermittelt so die Einstellungen für die sonnigen Bereiche wie für die Schatten, genauso wie für den Bereich der Ersatzbank. Damit kann man dann mitten im Spiel relativ schnell die Einstellungen der jeweiligen Situation anpassen. Um die Action-Szenen beim Sport halbwegs einzufrieren, ist eine Belichtungszeit von 1/640s fast schon die längste Zeit, die man einstellen sollte. Kürzer ist immer besser. Für Aufnahmen vom Trainer reichen Zeiten von ca. 1/250 s aus, selbst dann, wenn er Arme oder Hände bewegt. 🙂
An sonnigen Tagen fängt man mit einem ISO-Wert von 200 an, dann erreicht man durchaus mit Blende 5.6 eine Belichtungszeit von 1/2500 s oder sogar kürzer. Ist es bewölkt und die Lichtsituation dadurch schlechter, sollte man eher auf ISO 400, wenn nicht sogar 800 gehen. Das hängt davon ab, mit welcher Blende man fotografieren möchte bzw. kann. Während man im Strafraum eher eine große Schärfentiefe gebrauchen kann, um alle relevanten Spieler und damit die Szene ggfs. scharf abzubilden, reicht für einen Zweikampf im Mittelfeld u.U. Blende 4.0 aus. Hier ist eben auszuprobieren, mit welchen Einstellungen man die gewünschten Ergebnisse erzielen kann. Bei redaktionellen Fotos für die Zeitung reicht Blende 2.8 aus, damit erzielt man genügend Schärfentiefe. Bei Flutlichtspielen in großen Stadien kommt man sogar an einer Offenblende von 2.8 nur selten vorbei. Auch wenn die Lichverhältnisse fürs menschliche Auge mehr als ausreichend sind, ist es für die Kamera relativ betrachtet immer noch sehr dunkel. Ausgangspunkt für die Einstellungen bei einem Flutlichtspiel können sein 1/640 s, Blende 2.8 und ISO 800. Und hierbei ist ein Spiel in einem großen Stadion gemeint. Die etwas größeren „Straßenlaternen“ auf den üblichen Sportplatzen bieten so wenig Licht, daß man mit Blende 2.8 und einer 1/640 s bei einem ISO-Wert von 3200 landet. Damit erhält man aber immer noch eine Aufnahme, die um fast zwei Blenden unterbelichtet ist, und aufgrund der ISO-Zahl schon sehr gut rauscht. Man benötigt hier also in den unteren Ligen eine bessere Ausrüstung als beim Profifußball. 😉