Software-Empfehlung: Lightroom 2

Als ich angefangen habe zu fotografieren, habe ich wie vermutlich die meisten Anfänger meine Bilder zumindest soweit umbenannt, daß sie das Aufnahmedatum im Dateinamen enthielten. Die Fotos wurden in entsprechende Ordner abgespeichert, die nach dem Hauptmotiv benannt wurden. Um mir einen Überblick zu verschaffen bzw. die Bilder zu betrachten, wurde entweder die vom Kamera-Hersteller gelieferte Software genutzt oder ein freier, einfacher Bildbetrachter verwendet (z.B. Irfan View). Einfache Bildbearbeitung wurde ebenfalls mit der Software des Kamera-Herstellers bewerkstelligt (z.B. von Canon mit DPP und/oder Camera Raw). Zusätzlich hatte ich zu Beginn noch irgendeine kostenlose Paint Shop Pro-Version. Da man als Anfänger alle Hände voll zu tun hat mit der Technik, Motivauswahl und Bildgestaltung, fiel auch bei mir die Bildbearbeitung hintenüber. Erst im Laufe der Zeit habe ich mich damit intensiver beschäftigt, und bin über eine Photoshop Elements-Version auf das „große“ Photoshop umgestiegen. Ich habe mir bei Ebay eine alte Photoshop 6-OEM besorgt und konnte dann durch ein günstiges Upgrade auf Photoshop CS aktualisieren. Mittlerweile nutze ich auch Lightroom 2, ein Programm, das ich gutne Gewissens empfehlen kann. Auch wenn es zuerst noch sehr teuer erscheint, sollte meiner Meinung nach selbst der Hobbyfotograf überlegen, ob er sich nicht Lightroom 2 anschafft.
Wer in erster Linie „nur“ fotografiert und bisher wenig bis gar keine Bildbearbeitung anwendet, der ist mit diesem Bilderverwaltungsprogramm sehr gut bedient. Sicherlich kann man Ordnung und Struktur in seine Bildersammlung auch durch eine geschickte Speicherverwaltung auf der Festplatte organisieren. Aber wer in seinen zig Urlaubsfotos nach einem bestimmten Motiv sucht, der investiert schnell eine Menge Zeit, und kann dann immer noch nicht sicher sein, das gewünschte Foto zu finden.
Adobe Photoshop Lightroom 2 ist eine umfassende Werkzeug-Kombination für den Profi genauso wie für den Amateur. Hiermit läßt sich die Fotoverarbeitung von der Aufnahme bis zum fertigen Bild optimieren. Man erhält alle Funktionen „unter einem Dach“: importieren, verwalten, verarbeiten und präsentieren.
Der Import läßt sich automatisieren, so daß er startet, sobald eine Speicherkarte bzw. Kamera an den Rechner angeschlossen wird. Beim Importieren kann man dann die Bilder den eigenen Wünschen entsprechend automatisch umbennen, sowie in neu erstellte Ordner kopieren lassen. Außerdem können gewünschte Metadaten-Einstellungen (Bilddaten, Stichwörter) schon während des Imports auf Fotos angewendet werden. Metadaten können im IPTC-, EXIF- oder XMP-Format angezeigt und bearbeitet werden.
Dank dieser Metadaten und ggfs. zusätzlich hinzugefügter Stichwörter hat man immer einen guten Überblick über seinen Bildbestand, und mit Hilfe vielseitiger Werkzeuge geschieht das Auswählen, Sortieren, Filtern und Verwalten einfach und schnell. Zusammengehörige Fotos können als Sammlung gespeichert werden, indem man einfach eine Bezeichnung für die Gruppe vergibt. Diese Sammlungen lassen sich dann per Mausklick aufrufen und beliebig ändern.
Der nicht zu unterschätzend Vorteil von Lightroom ist die verlustfreie Bearbeitung der Bilder. Änderungen, die man an den Bildern vornimmt, werden in einer eigenen Datei von Lightroom gespeichert, so daß das Originalbild unverändert erhalten bleibt. Sicherlich ist man damit darauf angewiesen, daß diese Datei immer vorhanden ist, und nicht gelöscht oder beschädigt wird, aber die Bilder wird man im Regelfall auch sichern, so daß man einfach diese Lightroom-Datei zusätzlich speichert.
Alternativ kann man die vorgenommenen Änderungen in einem Bild jeweils in einer xmp-Datei abspeichern lassen. Man kann natürlich auch die bearbeiteten Bilder sofort exportieren, so daß diese Version dann als Datei vorliegt, die man dann sichern kann. Ob man danach das Original noch behält bleibt jedem selbst überlassen. Den besten und sichersten Arbeitsablauf hat jeder selber für sich festzulegen.
Interessant an Lightroom ist eben auch die Massenbearbeitung. Bei Aufnahmeserien, die unter gleichen Bedingungen erstellt wurden, ist die Bearbeitung im Regelfall identisch. Entweder man berabeitet sofort mehrere Bilder auf einmal, oder man verarbeitet ein Bild, und überträgt diese Entwicklungseinstellung danach einfach auf
Arbeitsschritte nachvollziehen.
Änderungen werden automatisch protokolliert, so daß man immer zu einem vorherigen Bearbeitungsstand zurückkehren kann. Besonders nützlich für diesen Fall ist die Möglchkeit das Originalfoto und die bearbeitete Version nebeneinander zu stellen, um die wirkung der Bearbeitung besser beurteilen zu können. Mit Lightroom 2 kann man mittlerweile auch gezielt Teilbereiche des Bildes bearbeiten, was unter Lightroom 1 noch nicht möglich gewesen ist. Entweder durch die automatische Generierung oder gezielt über Regler für Farbkanalmischung lassen sich Farbfotos präzise in Graustufenbilder umwandeln. Hilfreich hierbei sind auch sogenannte virtuelle Kopien, sie bilden im Grunde einen Bearbeitungsstand eines Fotos ab, benötigen aber wiederum wenig Speicherplatz auf der Festplatte, da sie eben keine „körperliche“ Kopie der tatsächlichen Bilddatei sind. Somit kann man ohne großen Aufwand und mit wenig speicherplatz schnell jeweils eine Farb- sowie Schwarz/Weiß-Version eines Bildes anfertigen. So kann man z.B. zuerst das Foto in der Farbversion bearbeiten bis es in der gewünschten Fassung vorliegt, dann legt man davon eine virtuelle Kopie an und wandelt diese in Graustufen um. Diese Version kann man dann weiter bearbeiten unabhängig von der Farbversion des Bildes.
Beim Exportieren der Bilder kann man dann das Dateiformat (z.B. jpg), die Auflösung und die Schärfe für das Ausgabemedium (z.B. Bildschirm oder Fotopapier) festlegen.
Es ist auch möglich eine Online-Galerie auf HTML- oder Adobe Flash Player-Basis zu generieren, und diese Fotogalerien dann zeitsparend direkt aus Lightroom 2 hochladen zu lassen. Diese Web-Galerien lassen sich direkt in Ihren Web-Bereich exportieren, wenn man die Zugangsdaten seines Webservers als FTP-Vorgabe speichert.
Wer seine Bilder lieber am Bildschirm präsentieren möchte, kann dynamische Diashows erstellen, und sie z.B. mit Hintergrundmusik gestalten.
Die Vorstellung hier kann nur in aller Kürze erfolgen, und andeuten, was man mit Lightroom alles anstellen kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und selbst wenn man als Anfänger fast schon wieder Erschlagen wird vom Funktionsumfang, so sollte man sich meiner Meinung nach dieses Programm doch einmal anschauen. Es dürfte auf die ein oder andere Weise fast bei jedem den Arbeitsablauf vereinfachen und letztendlich Zeit sparen. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß man sich am Anfang doch etwas Zeit gönnt, um sich mit Lightroom intensiver zu beschäftigen. Das Programm ist zwar weitestgehend intuitiv zu bedienen, aber wenn man die Vorteile auskosten möchte, kommt man nicht daran vorbei, es ausgiebig zu testen, um für sich einen optimalen Arbeitsablauf festzulegen.

Informationen: Lightroom 2-Website

Kostenlose Software Irfan View

Im Regelfall legt jeder Hersteller seiner Kamera eine Bildbetrachtungssoftware bei. Dieses Programm kann die hauseigenen Bildformate lesen, und Bilder auch in wenige andere Standard-Formate konvertieren. Außerdem sind grundlegende Bearbeitungsmöglichkeiten vorhanden, vor allem dann, wenn man mit der Software das sog. RAW-Format bearbeiten kann.
Die kostenlose Software „Irfan View“ ist hingegen eine Allzweck-Waffe bezüglich der Bildbetrachtung und Medienwiedergabe. Das Programm kann bis zu 60 Bildformate lesen und schreiben, es unterstützt zusätzlich die wichtigsten Multimediaformate wie z.B. WAV, AVI, MP3, OGG und MPG. Man kann sich die Bilder nicht nur einzeln anschauen bzw. durch Verzeichnisse „blättern“, sondern auch eine Dia-Show ablaufen lassen. Auch Irfan View verfügt über nützliche Werkzeuge, mit denen man z.B. Helligkeit, Kontrast und Farben grundlegend bearbeiten kann. Auch eine Rote-Augen-Korrektur ist enthalten sowie die Möglichkeit der Umwandlung in Graustufen. Und um Bilder fürs Web zu speichern, gibt es ebenfalls eine spezielle Speicherfunktion mit Vorschau-Ansicht.
Irfan View liegt mehrsprachig vor, so daß man über den Menüpunkt „Options“ / „Language“ als Programmsprache „Deutsch“ auswählen kann. Durch die Kombination aus selbsterklärender Programmoberfläche und leistungsstarken Funktionen eignet sich dieses Programm für Einsteiger wie auch für Profis.
Ein weiterer Vorteil dieser Software ist, sie verankert sich nicht im System. Das bedeutet, man kann das Programm-Verzeichnis z.B. zusätzlich zu den Bildern auf einen USB-Stick kopieren, um Irfan View dann auf jedem Rechner oder Laptop gleich verfügbar zu haben.

Website des Anbieters (engl.): Irfan View