Ausrüstung einkaufen

Nachdem man sich endlich durch den Auswahlprozess gekämpft und für eine Kamera samt Zubehör entschieden hat, stellt sich zum Schluss doch noch eine Frage, und zwar: Wo soll man einkaufen?
Es ist durchaus reizvoll kostengünstig im Internet-Verandhandel oder bei Auktionen einzukaufen und einige hundert Euro zu sparen. Aber was passiert, wenn etwas nicht funktioniert oder unvollständig ist? Dann beginnt das zeitaufwendige hin und her Versenden, und man wartet vielleicht vergeblich auf eine Gutschrift. Gar nicht auszudenken, wenn die teure Ausrüstung beim Versand beschädigt wird, und man in die Beweispflicht gerät.
Im Fachgeschäft an der Ecke kann man die Ausrüstung in die Hand nehmen und gleich praktisch prüfen. Außerdem ist es in manchen Preiskategorien auch im Einzelhandel immer möglich noch über den Preis zu verhandeln. Und sei es nur, daß man zusätzlich einen Ersatzakku oder eine weitere Speicherkarte erhält. Meistens ist der Service im Ladengeschäft besser als bei unbekannten Online-Shops. Ich habe den größten Teil meiner Kamera-Ausrüstung im Fachgeschäft am Wohnort gekauft. Auch wenn es verlockend war beim Online-Einkauf teilweise bis zu 15% weniger zu bezahlen, habe ich die teure Variante gewählt. Interessanterweise sind nämlich auch die großen namhaften Internet-Händler selten günstiger als der Laden vor Ort. Wie viel Risiko man eingehen möchte, hängt auch davon ab, wie viel finanziellen Verlust man sich leisten kann. Wenn man bei einer Online-Auktion mal 100 Euro für ein gebrauchtes Objektiv in den Sand setzt, weil das Teil Schrott ist, dann ist das ärgerlich, aber vermutlich noch zu verkraften. Anders sieht es bestimmt aus, wenn man eine fabrikneue Optik für ein paar Tausend Euro bestellt, und die eventuell gar nicht ankommt, weil der Versender aus Hongkong über alle Berge weg ist.

„Lohnt“ sich das Fotografieren?

NEIN! 🙁
Wenn man es unter finanziellen Aspekten betrachtet, bleibt die Fotografie im Regelfall ein teures Hobby, das eben nur Geld kostet. Im Zeitalter der Digitalfotografie hat mittlerweile fast jeder eine Kamera, und sei es auch nur die im Mobiltelefon. Diejenigen, die eine Spiegelreflex-Kamera besitzen, werden allgemein gleich als „Profi“ eingestuft, der es ja drauf haben muß bei einer so teuren Kamera. 😉 Das führt dann dahin, daß selbst zu großen Familienereignissen wie Hochzeiten einfach die Freunde gefragt werden, ob sie nicht bei der Feier fotografieren können. Es wird vorher nicht bedacht, daß dieser Schuß nach hinten losgehen könnte. Man sieht einfach nur die gesparten Ausgaben.
Warum ist denn ein Profi-Fotograf so „teuer“? Früher war Fotograf eben ein Ausbildungsberuf, d.h., derjenige hat es gelernt, und entsprechende Erfahrung vorzuweisen sowie die notwendige Ausrüstung. Die Hobby-Fotografen im Freundeskreis können da selten mithalten, so daß im nachhinein die Enttäuschung groß ist, wenn die Bildqualität zu wünschen übrig läßt. Um beim Beispiel der Hochzeit zu bleiben, man heiratet für gewöhnlichen nur einmal, und dann sollte dieses Ereignis auch im Bild dementsprechend festgehalten werden. Bevor man also den nächstbesten Hobbyfotografen fragt, sollte man sich wirklich fragen, ob hier Kostenersparnis und die zu erwartenden Bildergebnisse in richtigem Verhältnis stehen.
Diese Situation bedeutet für den ambitionierten Amateurfotografen nun, daß er einerseits mit einer Vielzahl an Mitbewerben zu rechnen hat, andererseits selber überlegen sollte, ob er qualitativ überhaupt die gewünschten Ergebnisse liefern kann. Wenn man also den Entschluß faßt, zu versuchen mit Fotografie Geld zu verdienen, dann braucht man für den geplanten Einsatzbereich die entsprechende Ausrüstung. Jede Geschäftseröffnung beginnt zuerst mit Investitionen und damit auch mit Verlusten. Auch im Kleinen braucht man ein Geschäftskonzept: Was möchte ich fotografieren? Brauche ich ein Studio? Woher kommt die Kundschaft, wie gewinne ich sie? Welche Ausrüstung benötige ich? Welche Umsätze/Gewinne sind zu erwarten? usw.
Eins sollte man nicht vergessen, sobald es ums Geld geht, hört der Spaß auf. Wenn man Geld verdienen möchte, kann man sich die Aufträge nicht unbedingt immer aussuchen. Das bedeutet, man muß nehmen was kommt, auch etwas, was man sonst nicht fotografieren würde. 😉
Wenn man plant, mit der Fotografie Geld zu verdienen, sollte man zuerst mit seinem Steuerberater sprechen. Denn wenn es ums Geld geht, dann ist auch das Finanzamt nicht weit weg. Es ist z.B. zu klären, ob zu Beginn die Angabe des Einkommens in der Steuererklärung ausreicht, und falls nicht, zu welcher „Buchführung“ man verpflichtet ist (Stichwort EÜR), ob man eine Umsatzsteuererklärung zu machen hat, usw. Außerdem ist für die Tätigkeit im Bereich der Portrait- und Hochzeitsfotografie eine Gewerbe-Anmeldung notwendig. Hierzu erkundigt man sicherheitshalber beim Finanzamt und Gewerbeamt. Obwohl es gesetzliche Regelungen gibt, kommt es darauf an, an welchen Sachbearbeiter man gerät. Da schickt einen das Finanzamt schon mal zum Gewerbeamt und umgekehrt. Regulär ist es so, daß man sich beim Finanzamt meldet, und seine geplante Tätigkeit, sein Geschäft beschreibt. Daraufhin wird dort entschieden, ob es eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit ist. Wird man als Freiberufler eingestuft, erhält man den Geschäftseröffnungsbogen vom Finanzamt und meldet damit sein Geschäft an. Entscheidet das Finanzamt, daß man eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen möchte, wird man zum Gewerbeamt verwiesen, und man meldet dort ein Gewerbe an.
Es ist also sehr viel zu planen, zu klären und zu investieren, so daß sich die Fotografie vermutlich für 99,5% der Freizeitfotografen finanziell nicht lohnen wird. Wer bisher in seiner Freizeit Spaß am Fotografieren hatte, der sollte dabei bleiben, auch wenn es ein teures Hobby ist. Von der Fotografie alleine kann heute so gut wie niemand mehr leben, Neueinsteiger schon gar nicht. Warum also ein schönes Hobby dem Streß opfern?