Ausblick 2014

Nachdem ich nun nicht mehr nebenberuflich tätig bin, sondern nur noch freizeitmäßig die Fotografie betreibe, kann ich mich hoffentlich wieder um andere Dinge kümmern, z.B. mal wieder ein richtiges Foto-Shooting durchführen. 🙂
Technisch habe ich bereits mit der Aufrüstung bzw. Aktualisierung bekommen. Der neue PC, der speziell auf Bildbearbeitung aus- und eingerichtet ist, ist einsatzbereit. Zum Jahreswechsel werde ich mich mit meiner Homepage und den Galerien befassen. Hier ist einiges zu tun, denn das Erscheinungsbild kommt doch recht hausbacken daher, und sollte einmal aktualisert bzw. modernisiert werden. Ich hoffe, ich werde innerhalb der Winterpause beim Fußball, in kurzer Zeit mit allem fertig. Denn so wie es aussieht, werde ich vorerst weiterhin beim GSV Moers fotografieren, und dann ist es von Vorteil, eine funktionsfähige, ansehnliche Galerie zu haben. Und eventuell ergibt sich daraus im Frühjahr bereits das ein oder andere Foto-Shooting, denn potenzielle Fotomodelle gibt es im Verein genug. 😉

Einstieg in die Sportfotografie

Nachdem ich das Buchprojekt nun eingestellt habe, und es in absehbarer Zeit keine Veröffentlichung geben wird, möchte ich hier mit den kommenden Beiträgen in den nächsten Wochen die Informationen bereitstellen, so daß meine bisherige Arbeit doch noch nützlich für manchen sein kann. Abgesehen davon, ist dieser Blog sowieso Grundlage für das Buch gewesen, und er wird somit aktualisiert durch die Veröffentlichung der bearbeiteten und ergänzten Beiträge.

Womit fängt man an?

Der Hobbyfotograf hat den unschätzbaren Vorteil, dass er sich voll und ganz auf die Fotografie konzentrieren kann. Er steht nicht unter Zeitdruck, braucht nicht sofort nach oder sogar noch während der Veranstaltung Bilder zu liefern. Der angehende Sportfotograf kann sich um das Motiv, um den Bildinhalt kümmern, und mehr oder weniger in aller Ruhe fotografieren.
Für die ersten Gehversuche ist es empfehlenswert, einfach die nächstbeste lokale Veranstaltung zu besuchen. Vor allem wenn man eine neue Kamera oder ein neues Objektiv besitzt, steht zunächst die Technik im Vordergrund. Falls dann noch ein gutes Ergebnis herauskommt, umso besser. Möchte man die Sportfotografie etwas intensiver betreiben, vielleicht mit der Absicht seine Bilder zum Verkauf anzubieten, so ist eine Planung und Vorbereitung notwendig. Jede Sportart hat ihre Eigenarten und Abläufe mit denen man vertraut sein sollte. Das fängt bereits mit den Spielregeln an, die man zumindest grundlegend kennen sollte. Nur wenn man die Sportart gut kennt, und somit Situationen auch richtig deuten und »lesen« kann, ist man in der Lage zu agieren und gute Szenen zu erahnen. In jedem anderen Fall reagiert man nur, und kommt dadurch oft den Tick zu spät für die entscheidende Aufnahme. Man sollte sich also die Sportart auswählen, die man am besten kennt, und für die man sich bereits seit längerer Zeit interessiert. Wer selber Sport treibt, womöglich noch in einem Verein, der hat hier sicher einen guten Ausgangspunkt.
Mancher Freizeitfotograf möchte am liebsten gleich in der Fußball-Bundesliga mit der Sportfotografie anfangen. Aber hierbei ist es wie fast immer im Leben, man fängt ganz unten an und arbeitet sich hoch. Sicherlich ist das Umfeld mit den z.B. besseren Lichtverhältnissen in den großen Sport-Arenen und Stadien ein Vorteil. Ein prominenter Sportler ist natürlich ein reizvolleres Motiv als der nur im Dorf bekannte Freizeitkicker. Aber genau hier zeigt sich eben das Können des Fotografen. Wem es gelingt bei einem Kreisligaspiel aussagekräftige Bilder zu machen, wer unter schwierigen Lichtverhältnissen in der Schulsporthalle im richtigen Moment auf den Auslöser drückt, der schafft es auch zu gegebener Zeit bei einer Bundesliga-Partie. Kreativität und den Blick für den richtigen Moment benötigt man von Anfang an, das sind keine Eigenschaften, die sich mit Wichtigkeit der Sportveranstaltungen entwickeln. Ein Foto von einem unbekannten Sportler, das durch Bildinhalt und kreativer Gestaltung beeindruckt, ist eine bessere Referenz als ein Allerwelts-Schnappschuss von einem Weltstar.
Nachdem man sich nun gerade damit abgefunden hat, dass es nächsten Sonntag zum Kreisliga-Spiel auf dem Kartoffelacker geht anstatt ins Olympiastadion, kommt gleich die nächste Enttäuschung. Diese großen »Rohre« der Sportfotografen kosten meistens mehrere Tausend Euro, und sind für die meisten Amateurfotografen kaum erschwinglich. Aber auch hier gilt, nicht verzweifeln, denn Sportfotografie lebt nicht nur von der Action, sondern auch von Emotionen und dem Drumherum. Die Veröffentlichungen in Zeitungen und Magazinen zeigen es immer wieder, nicht nur der beinharte Zweikampf ist dort zu sehen, sondern auch Freude, Traurigkeit, Verzweiflung oder Enttäuschung. Und manchmal gibt es auch im Umfeld interessante Motive, z.B. Spruchbänder die hochgehalten werden, Fans in witzigen Kostümen oder mit fantasievoller Gesichtsbemalung. Hier sollte man auch den nicht-sportlichen Teil einer Veranstaltung einfach mal im Auge behalten.
Für viele dieser Fotos verwenden auch die Profis die kleinen Portrait-Objektive. Und was die langen Teleobjektive betrifft, in einem großen Stadion hat man nicht die Bewegungsfreiheit wie auf dem lokalen Sportplatz, deshalb benötigt man auch die große Brennweite, um das gesamte Spielfeld abdecken zu können. Auf lokaler Ebene kann man im Regelfall den Standort wechseln, so dass man vorerst mit weitaus weniger Brennweite auskommt.

Meine Situation Anfang 2010

Das Jahr 2010 fängt bezüglich meiner nebenberuflichen Tätigkeit, also im Bereich der Sportfotografie, nicht so gut an. Leider wurde der Vertrieb der regionalen Sportzeitung eingestellt, so daß der wichtigste Abnehmer meiner Sportbilder wegfällt. 🙁
Ich hatte zwar im August 2009 zusätzlich zur Bild-Agentur „Revierfoto“ gewechselt, aber bereits im Jahr zuvor bei „Digitalfoto Matthias“ gab es wenige Veröffentlichungen, mittlerweile ist das Ergebnis sogar Null. Allerdings sollte ich fairerweise ergänzen, daß ich nur von sehr wenigen Veranstaltungen Bilder an die Bild-Agentur gesendet habe, und in den letzten Monaten hauptsächlich im regionalen Bereich für die „Sportsicht“ unterwegs gewesen bin.

Nun stehe ich grundsätzlich vor der Frage, wie es mit meiner freiberuflichen Tätigkeit als Foto-Journalist weitergeht. Einerseits ist es betrüblich, daß es die „Sportsicht“ nicht mehr gibt, andererseits hat das Jahr erst begonnen, und es ist noch ausreichend Zeit nach neuen Möglichkeiten zu suchen. 😉 Als Basis bleibt mir erst einmal die Zusammenarbeit mit der Deutschen Hockey Agentur (DHA). Hier gehe ich davon aus, daß ich weiterhin Bilder für die Spieltagsgalerie und Berichterstattung liefern werde. Die Feldhockey-Saison geht allerdings erst im April weiter. Außerdem sichert mir dieser Kontakt die Möglichkeit, auch bei größeren Veranstaltungen wie der Deutschen Meisterschaft oder sogar der Champions Trophy eine Akkreditierung zu bekommen. Dadurch kann ich z.B. das Online-Magazin Hockey-Tribüne mit Bildmaterial versorgen.
Ich habe bereits versucht neue Abnehmer für meine Sportfotos zu finden, aber bisher von kommerziellen Verwerten noch keine positive Rückmeldung erhalten. Das bedeutet, vorerst werde ich zusätzlich wieder „hobbymäßig“ unterwegs sein, und durch Veröffentlichungen in den unterschiedlichsten Galerien und Online-Magazinen versuchen auf mich aufmerksam zu machen. 🙂 Durch mein privates Projekt „Hockey in Krefeld“ hatte mich vor zwei Jahren auch die Bild-Agentur „Digitalfoto Matthias“ gefunden. Und danach bin ich von der Sportsicht-Redaktion entdeckt worden. Ich hoffe also, daß ich wieder durch qualitativ gute Arbeiten auf mich aufmerksam machen kann, und sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben.
Im Hinblick auf die WM 2011 habe ich mir privat das Thema Frauenfußball ausgesucht. 🙂 Ich werde wie früher beim Hockey verschiedene Spiele in den unterschiedlichsten Ligen besuchen, um die Bilder dann in meiner Galerie Frauenfußball im Westen zu veröffentlichen. Glücklicherweise besitze ich eine Akkreditierung beim FCR Duisburg, damit habe ich auch Spitzenfußball im Angebot. Die Bilder der bekannten Sportarten Eishockey, Basketball und American Football kann ich bei US-Sports unterbringen, so daß ich auch den Kontakt zu den höheren Ligen nicht verliere. Denn hier bin ich u.a. bei den Krefeld Pinguine und Giants Düsseldorf akkreditiert.
Ohne Einnahmen ist eben keine Gewinnerzielungsabsicht zu erkenen, und dann wird meine Tätigkeit vom Finanzamt sowieso als Hobby eingestuft, deshalb kann es sein, daß ich zum Jahresende vielleicht meine nebenberufliche Tätigkeit abzumelden habe. Trotzdem werde ich sicher in irgendeiner Weise die Sportfotografie fortsetzen. Entweder in Zusammenarbeit mit anderen Online-Magazinen und -Galerien, oder wieder mit einem eigenen Projekt. Mal schauen, was das Jahr 2010 noch bringt.
Und falls meine Einsatzzeit beim Sport weniger wird, so ist das kein Nachteil. 😉 Dann habe ich mehr Zeit für die „richtige“ Fotografie, und kann mich auch mehr um meine Fotomodelle kümmern. 🙂

Sportfotografie-Einstieg beim Fußball

Fußball ist immer noch die bekannteste Sportart hierzulande, so daß auch sehr viele angehende Sportfotografen über genügend Vorwissen verfügen sollten, um sich mehr den fotografischen Aspekten widmen zu können als mit den offenen Fragen zum Spiel oder den Mannschaften. Fußball wird in etlichen Ligen gespielt, daher bieten sich auch dem Einstieger genügend Gelegenheiten Erfahrung zu sammeln und seine Kenntnisse zu erweitern. Denn eine Akkreditierung für Spiele der ersten Ligen bekommen nur Fotografen mit bestimmten Presseausweisen und Redaktionsaufträgen. Manchmal ist es sogar notwendig, Mitglied im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) zu sein.
Aber in den unteren Ligen sind die Arbeitsbedigungen für den Anfänger in der Sportfotografie sowieso besser. Man kommt oft wesentlich näher an den Spielfeldrand, und man kann sich relativ frei bewegen, also während des Spiels z.B. die Position wechseln. Außerdem könnte sich ein privater Kontakt zu einem Verein auf lokaler Ebene nach einem Aufstieg in höhere Ligen zusätzlich auszahlen, wenn man dann trotz allem eine Akkreditierung bekommt, und man sich dann doch mitten unter den Berufsfotografen wiederfindet. 😉
Wer bereits Mitglied in einem Verein ist, der wird sich sicher zuerst mit „seiner Sportart“ befassen, und hat dadurch natürlich ganz andere Möglichkeiten als ein Außenstehender. Da kommt man schneller mal in Bereiche und hinter die Kulissen, die sich fotografisch lohnen, so daß man nicht alltägliche Bilder erhält.
Zurück zum Fußball. Den besten Standort gibt es nicht, viel hängt vom Spielverlauf ab, und dem was man im Bild festhalten möchte. Außerdem hängt der Wirkungskreis auch von der Ausrüstung ab. Mit dem üblichen Teleobjektiv 70-200 mm deckt man nur einen kleinen Teil des Spielfeldes ab, anderes als mit einem 300-mm- oder sogar 400-mm-Objektiv. Ein guter Ansatzpunkt ist der Strafraum. Dort spielen sich im Regelfall die interessantesten Szenen ab. Ecken und Freistöße, daraus resultierende Kopfballduelle und der Einsatz des Torhüters bieten oft spektakuläre Aufnahmen. Manchmal ergeben sich aber langweilige Taktikspiele, in denen sich die Action im Mittelfeld ergibt. Lange Pässe oder Abschläge führen dort zu Kopfballszenen, Dribblings zu „Slalom-Läufen“ und Zweikämpfen, deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, sich eine zeitlang in Nähe der Mittellinie zu postieren. Das wiederum ist nur in unteren Ligen möglich, da man in den oberen Spielklassen die Fotografenzone während des Spiels nicht wechseln bzw. sich nicht einfach außerhalb derer positionieren darf.
Ein Standort in Nähe der Trainerbank ist auch nicht verkehrt, vor allem dann, wenn es sich um einen „aktiven“ Trainer handelt, der beim Spiel mitgeht, Emotionen und Reaktionen zeigt.
Wie sonst auch, sollte man Gegenlicht vermeiden. Das führt zu Lichtreflexen und schwachem Kontrast in den Aufnahmen. Die Standortwahl hängt somit auch vom Sonnenstand bzw. -verlauf ab. Nach Möglichkeit sucht man sich eine Perpektive mit der Sonne im Rücken. Schwierig wird es, wenn durch den Schatten der Tribünen das halbs Stadion im Dunkeln versinkt, während die andere Hälfte sich im gleißenden Sonnenlicht befindet. Hier kann man sich einerseits auf eine Spielhälfte konzentrieren und die Belichtungswerte daran ausrichten, oder andererseits die Blendenautomatik vesuchen, in der man die notwendige Belichtungszeit vorgibt, und die Blendenwahl der Kamera überläßt. Ggfs. ist hier der ISO-Wert anzupassen, damit die Kamera noch geeignete Zeit-Blende-Kombinationen einstellen kann, und Bilder nicht unterbelichtet werden.
Die Belichtungseinstellungen sind einer der Gründe, warum man einige Zeit vor Spielbeginn im Stadion bzw. auf dem Sportplatz sein sollte. Dann hat man genügend Zeit, mit ein paar Probeaufnahmen die beste Belichtungseinstellung für die gegebene Lichtsituation zu finden. Man ermittelt so die Einstellungen für die sonnigen Bereiche wie für die Schatten, genauso wie für den Bereich der Ersatzbank. Damit kann man dann mitten im Spiel relativ schnell die Einstellungen der jeweiligen Situation anpassen. Um die Action-Szenen beim Sport halbwegs einzufrieren, ist eine Belichtungszeit von 1/640s fast schon die längste Zeit, die man einstellen sollte. Kürzer ist immer besser. Für Aufnahmen vom Trainer reichen Zeiten von ca. 1/250 s aus, selbst dann, wenn er Arme oder Hände bewegt. 🙂
An sonnigen Tagen fängt man mit einem ISO-Wert von 200 an, dann erreicht man durchaus mit Blende 5.6 eine Belichtungszeit von 1/2500 s oder sogar kürzer. Ist es bewölkt und die Lichtsituation dadurch schlechter, sollte man eher auf ISO 400, wenn nicht sogar 800 gehen. Das hängt davon ab, mit welcher Blende man fotografieren möchte bzw. kann. Während man im Strafraum eher eine große Schärfentiefe gebrauchen kann, um alle relevanten Spieler und damit die Szene ggfs. scharf abzubilden, reicht für einen Zweikampf im Mittelfeld u.U. Blende 4.0 aus. Hier ist eben auszuprobieren, mit welchen Einstellungen man die gewünschten Ergebnisse erzielen kann. Bei redaktionellen Fotos für die Zeitung reicht Blende 2.8 aus, damit erzielt man genügend Schärfentiefe. Bei Flutlichtspielen in großen Stadien kommt man sogar an einer Offenblende von 2.8 nur selten vorbei. Auch wenn die Lichverhältnisse fürs menschliche Auge mehr als ausreichend sind, ist es für die Kamera relativ betrachtet immer noch sehr dunkel. Ausgangspunkt für die Einstellungen bei einem Flutlichtspiel können sein 1/640 s, Blende 2.8 und ISO 800. Und hierbei ist ein Spiel in einem großen Stadion gemeint. Die etwas größeren „Straßenlaternen“ auf den üblichen Sportplatzen bieten so wenig Licht, daß man mit Blende 2.8 und einer 1/640 s bei einem ISO-Wert von 3200 landet. Damit erhält man aber immer noch eine Aufnahme, die um fast zwei Blenden unterbelichtet ist, und aufgrund der ISO-Zahl schon sehr gut rauscht. Man benötigt hier also in den unteren Ligen eine bessere Ausrüstung als beim Profifußball. 😉

Sportfotografie bewußt „trainieren“

Zum Einstieg sollte man sich bewußt eine Spielsituation heraussuchen, von der man weiß, daß sie gut in Szene zu setzen ist. Man konzentriert sich fotografisch z.B. auf den Freistoß beim Fußball oder die Strafecke beim Hockey. Was ist der beste Standort? Welche Perspektive bietet er? Mit welchen Einstellungen lassen sich die Motive gut in Szene setzen?
Durch die Konzentration auf bestimmte Spielsituationen kann man sein fotografisches Wissen und Können schneller ausbauen, als wenn man versucht alle Situationen gut einzufangen oder was noch schlimmer ist, einfach darauflos knipst. Wenn man so eine typische Spielsituation nach der anderen aufarbeitet, ist man nach einiger Zeit bestens gerüstet für die nächste Saison. 😉
Genauso wie in der Portraitfotografie, bei der man mit jedem Shooting, mit jedem neuen Model und jeder neuen Location und Lichtsituation hinzulernt, will auch bei der Sportfotografie die „Meisterschaft“ erarbeitet werden. Das gelingt selten in einer Saison, schon gar nicht in einem Spiel. 🙂