Faltreflektoren

Faltreflektor zusammengefaltet in der TascheNach den theoretischen Artikeln über Faltreflektoren im Einsatz sowie über die verschiedenen Arten gibt es hier ergänzend ein paar Bilder von diesen nützlichen Hilfsmitteln. 🙂
Der Vorteil dieser Faltreflektoren ist der geringe Platzbedarf. Selbst größere Versionen sind zusammengefaltet gut transportierbar in der mitgelieferten Tasche. Und für den Anfänger gibt es kostengünstige 5-in-1-Angebote. Das bedeutet, für den Diffusor gibt es einen Bezug, der auf jeder Seite eine andere Beschichtung hat, und somit vielseitig einsetzbar ist. Man dreht den Bezug einfach um, und erhält somit schnell eine andere Reflektorfarbe. Die festbespannten Varianten sind teuerer, dafür aber auch qualitätsmäßig besser verarbeitet. Bei ihnen kann eben kein Reißverschluß klemmen und es reißen auch nicht so schnell die Nähte auf. 😉
festbespannter Faltreflektor geöffnet, Zebra-Seite (Zickzack-Muster in Gold/Silber)festbespannter Faltreflektor geöffnet, Weiße-SeiteFaltreflektor geöffnet, Diffusor mit Silber-Bezug außen und Weiß innenFaltreflektor geöffnet, Diffusor mit Schwarz-Bezug außen und Gold innen

Praktische Anwendung von Reflektoren

Mit Reflektor sowie Diffusor kann man bezüglich der Lichtführung fast überall ähnliche Bedingungen schaffen wie im Studio.
Wenn man z.B. bei harter Mittagssonne Aufnahmen machen möchte, ist der Diffusor unverzichtbar. Denn bei direktem, frontalen Sonnenlicht ist es nicht möglich zu fotografieren. Das Model wird von der Sonne geblendet und kann die Augen nicht öffnen. Bei seitlichem Lichteinfall entstehen harte Schatten. Und bei Gegenlicht wird das Gesicht nicht genügend ausgeleuchtet. Man sollte das Fotomodel so platzieren, daß das Licht von schräg vorne kommt, ähnlich dem Hauptlicht im Studio. Zwischen Sonne und Model positioniert man dann den Diffusor. Die der Sonne abgewandte Gesichtshälfte wird dagegen mit einem Reflektor aus Gold- oder Sonnenbeschichtung aufgehellt. So erhält man eine ausgewogene Ausleuchtung, die noch genügend Tiefe und Kontrast hat.
Eine andere Möglichkeit ist, das Fotomodel komplett im Schatten zu platzieren und mit einem oder sogar mehreren Reflektoren das Sonnenlicht indirekt auf das Motiv zu lenken. Hierzu eignen sich ebenfalls goldfarbene Reflektoren, die viel Sonne und warme Hauttöne ins Bild bringen.
Der beste Reflektorhalter ist immer noch der Mensch. Ein Assistent ist in der Lage auf Anweisungen des Fotografen zu reagieren, und durch feine Änderungen in der Haltung das Licht präzise zu führen.
Leider hat man nicht immer eine menschliche Hilfe beim Shooting dabei. Wenn man dann auf Stative zurückgreift, sollte man auf stabile Querbefestigungen achten, denn nur dieses können zwei Hände ersetzen. Wenn Stative nur eine senkrechte Halterung aufweisen, wird sich draußen bei leisestem Wind der Reflektor bewegen und eventuell drehen, daher nicht in optimaler Stellung bleiben.
Für den Diffusor benötigt man Halterungen, die nicht hinter dem Diffusor verlaufen, weil sonst deren Schatten auf das Motiv fallen würden.

Welche Reflektoren gibt es?

Die Reflektoren gibt es mittlerweile in verschiedenen Farbversionen. Jede Beschichtung dient diversen Zwecken, die Gold- und Silbertöne bewirken unterschiedliche Lichttemperaturen.

  • Diffusor
    Mit dem Diffusor kann man direkt einfallendes Sonnenlicht streuen und abschwächen, dadurch vermeidet man Überstrahlungen. Im Studio kann man ihn zur Dämpfung von Lampenlicht verwenden und man erhält weiches, gleichmäßiges Licht.
  • Weiß 5600 K
    Der weiße Reflektor dient als Aufheller, und eignet sich für eine weiche Portraitbeleuchtung. Es ergibt sich eine farbneutrale Helligkeit.
  • Schwarz
    Der schwarze Reflektor wird zur Absorption von Licht genutzt, mit ihm kann man z.B. also gezielt Bildteile abdunkeln oder unbeabsichtigen Lichteinfall verhindern.
  • Silber 5600 K
    Dieser Reflektor ergibt ein starkes und klares Licht. Er bringt die höchste Lichtausbeute von allen Farben. Damit entstehen sehr kontrastreiche Bilder mit harten Lichtreflektionen.
  • Soft Silber 5600 K
    Hier hat man eine Mischung aus weißen und silbernen Streifen. Damit entstehen Bilder mit der Stärke des Silberreflektors und den Feinheiten eines weißen Aufhellers.
  • Gold 3800 K
    Goldfarbige Reflektoren lassen warme Hauttöne entstehen und verringern die Farbtemperatur erhbelich. Es ergibt sich ein weiches, warmes Licht wie bei einem Sonnenuntergang.
  • Sunfire 4750 K
    Dieser Reflektor besteht zur Hälfte aus silbernen sowie goldenen Streifen. Er wurde speziell für die Digitalfotografie entwickelt. Denn dabei erweist sich ein Goldreflektor wegen des starken Gelbanteils des Lichts oft als zu präsent, so daß in den Bildern ein deutlicher Farbstich erkennbar ist.
  • Sunlite 5000 K
    Der Reflektor enthält eine Kombination von zwei Anteilen Silberstreifen zu einem Anteil Goldstreifen. Er erzeugt im Vergleich zu Sunfire helleres und weicheres Licht.
  • Softgold
    Dieser Reflektor besteht ebenfalls zur Hälfte aus silbernen sowie goldenen Streifen. Die Streifen sind allerdings in einem Zickzackmuster aufgetragen. Dadurch erhält man ein warmes, sommerliches Licht mit idealen Hauttönen.
  • Sunflame
    Auch Sunflame mischt Gold- und Silberfarben, um natürliche Hauttöne zu erhalten und einen Sonneneffekt.

Zubehör: Faltreflektoren

Um flexibel zu bleiben, wenn man im Freien unterwegs ist, eignen sich am besten Faltreflektoren. Sie sind in verschiedenen Größen in runder sowie ovaler Form erhältlich. Dadurch, daß man diese Reflektoren zusammenfaltet, kann man selbst größere Varianten platzsparend und einfach transportieren. Von einer Größe ab zirka 60 cm kann man den Reflektor bereits für Portraits bis zur Taille verwenden. Bei Ganzkörperbildern sind dann ovale und vor allem größere Reflektoren notwendig.
Man erhält die Reflektoren in verschiedenen Ausführungen. Für Einsteiger sind die 3-in-1 oder 5-in-1 Sets empfehlenswert. Man bekommt kostengünstig bereits eine gute und umfassende Ausrüstung für die unterschiedlichsten Lichtsituationen. Diese Sets haben als Basis immer einen Diffusor auf Stahlfederrahmen sowie bei der 3-in-1 Variante einen Bezug mit Reißverschluß, der z.B. eine silberfarbene und eine goldfarbene Seite hat. Alternativ gibt es auch den Überzug mit schwarzer und weißer Seite.
Beim 5-in-1 Set ist ebenfalls der Diffusor die Basis. Zusätzlich bekommt man eben zwei Bezüge mit unterschiedlicher Farbkombination. Bei aktuellen Sets wird die schwarzen Seite häufig durch eine Softgold-Variante ersetzt, die aus einem Muster aus gold- und silberfarbener Beschichtung besteht.

Outdoor-Portrait (1)

Egal ob im Freien oder on Location, die neuen besten Freunde heißen Reflektor, Diffusor und Aufsteckblitz. 😉
Ich habe einen 3-Schritte-Plan bei der Arbeit mit dem Licht vor Ort. Zuerst versuche ich mit Available Light zurecht zu kommen. Wenn das Licht nicht ausreicht, kommt als zweiter Schritt der Reflektor zum Einsatz. Sollte damit immer noch nicht ausreichend Licht verfügbar sein, wird der Blitz eingesetzt, je nach Lichtsituation auch in Kombination mit dem Reflektor.
Ein weiteres nützliches Zubehör beim Outdoor-Shooting kann ein Stativ sein. Zum einen kann es mit der entsprechenden Halterung die helfende Hand ersetzen, um den Reflektor zu halten, zum anderen gibt es die Möglichkeit bei ungünstigen Lichtverhältnissen mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten, die aus der Hand nicht mehr zu verwacklungsfreien Aufnahmen führen würden. Allerdings sollt eman hierbei beachten, daß man die gesamte Ausrüstung vermutlich noch einen längeren Weg zum Aufnahmeort zu tragen hat, denn gerade outdoor kann man nicht überall mit dem Auto vorfahren. Ein menschlicher Helfer ist hier Gold wert, er kann zum einen beim Tragen helfen, 😉 und ist wesentlich flexibler bei der Handhabung des Reflektors.
Janina im Schönhausen-Park Krefeld, Aufnahme mit Reflektor, mit dem von unten der Hutschatten im Gesicht aufgehellt wurdeFür Outdoor-Portraits eignet sich ein bewölkter Himmel besser als strahlender Sonnenschein. Das gedämpfte und damit weiche Licht schmeichelt den Hauttönen und läßt das Gesicht zart und weich erscheinen. Bei diesem Licht sind allerdings keine satten, knackigen Farben zu erreichen. Kleidung und Make-up des Fotomodels sollten auf die Lichtsituation abgestimmt werden, knallige Farben in der Oberbekleidung oder schrilles Make-up würden das zarte Erscheinungsbild nur stören.