Ausblick auf kommende Aktivitäten

Inwieweit ich diesen Blog überhaupt weiterführe, weiß ich noch nicht. Im Grunde ist bereits hier alles Wesentliche veröffentlicht. Jetzt liegt der Blog-Inhalt sogar als gedrucktes Gesamtwerk vor (mit reichlich Beispiel-Bildern).
Wie es weitergeht, hängt auch davon ab, wo und was ich demnächst fotografieren werde. Im Augenblick sieht es wieder nach einer Spezialisierung auf Hockey aus. In dieser Sportart habe ich das größte Angebot vor der Haustür. Außerdem konnte ich in den letzten Jahren gerade in diesem Bereich direkt Kunden gewinnen, und brauche daher keine Agentur als Vertriebskanal. Die übrige Zeit kann ich immer noch für interessante Veranstaltungen bei Randsportarten nutzen, um das Bildmaterial dann über eine namhafte Agentur zu verkaufen.
Ich hoffe, das ich zwischendurch auch mal wieder Zeit haben werde, um mich mit der „richtigen“ Fotografie zu beschäftigen. Allerdings ist das nicht nur ein Terminproblem, sondern scheitert in erster Linie an den fehlenden geeigneten Fotomodellen. Mal abwarten, was sich über den Jahreswechsel hinweg bei der Sportfotografie entwickelt. Vielleicht steige ich im nächsten Frühjahr wieder intensiver in die „Menschenfotografie“ ein.

Als Fotojournalist im Einsatz

Da man im lokalen Bereich mit dem Bilderverkauf nur wenig Geld verdienen kann, denn die Zeitungen habe bestehende Kontakte zu etablierten Fotografen, hatte ich 2008 überlegt mein Projekt wieder einzustellen.
Dann kam aber in der Sommerpause die Anfrage von einer kleinen Bilder-Agentur aus Hessen, ob ich nicht für sie fotografieren möchte. Gerade bei dem vielseitigem Sportangebot hier im Westen wurde noch Verstärkung gesucht. So eine Anfrage schmeichelt natürlich und macht stolz, wenn jemand die veröffentlichten Fotos für so gut hält, daß er mir anbietet für ihn zu arbeiten.
Die Verlockung wieder bei den großen Sportveranstaltungen dabei sein zu können und endlich richtig Fuß zu fassen, haben mich veranlasst, es noch ein weiteres Jahr als professioneller Sportfotograf zu versuchen. Seitdem bin ich in den Bundesligen unterwegs, ob Fußball, Eishockey, Basketball oder Handball und Volleyball.
Zuerst einmal waren zusätzliche Investitionen zu tätigen. Ein Notebook habe ich zwar bereits besessen, aber eine UMTS-Flatrate war ebenso notwendig wie ein Notebook-Schutz und ein stabiler Falthocker. Neben diesem günstigen Zubehör war aber auch ein lichtstarkes Teleobjektiv fällig. Gerade bei Außenaufnahmen in der dunklen Jahreszeit sowie bei Flutlichtspielen reichte mein Canon 100-400mm/f4-5.6 nicht mehr aus. Ein 2.8er-Objektiv ist dazu unerlässlich, über die Bilder-Agentur habe ich günstig ein Sigma 120-300mm/f2.8 bekommen können. Glücklicherweise besaß ich bereits das Canon 70-200mm/f2.8 für den Hallensport.
Die Ausrüstung ist das Eine, das Andere ist die Arbeitsweise, die man sich anzueignen hat. Schnelligkeit und Qualität sind gefordert. Das Spiel hat gerade erst begonnen, da sind bereits die ersten 6-8 Bilder an die Agentur zu versenden, so daß sie dort bearbeitet und an die Redaktionen verteilt werden können. Nach Spielschluss werden dann die restlichen Bilder verschickt.
Zwischenzeitlich hatte ich auch über einen längeren Zeitraum für eine Regionalzeitung gearbeitet. Aufgrund meiner Veröffentlichungen meldete sich im Juli 2009 der verantwortliche Redakteur. Meine Fotos gefielen ihm, und er fragte nach, ob ich regelmäßig Sportbilder aus dem Großraum Krefeld liefern könnte.
Da bei den Bilder-Agenturen der Verkauf etwas schleppend verlief, habe ich die Gelegenheit zur Zusammenarbeit genutzt. Der Stress war zwar nicht wesentlich weniger, aber dafür wusste ich, daß die Bilder, die ich lieferte, garantiert veröffentlicht wurden. Bei annähernd gleichem Zeitaufwand gegenüber der Agentur-Arbeit, besuchte ich mehr Veranstaltungen, dadurch wurden mehr Fotos veröffentlicht (sogar mit meinem Namen, was einen weiteren Werbeeffekt hat) und ich hatte durch den lokalen Einsatz weniger Kosten. Leider wurde diese Zeitung Anfang 2010 eingestellt, so daß ich nach neuen Einsatzmöglichkeiten zu suchen hatte.
Mittlerweile bin ich Kooperationspartner von verschiedenen Bildagenturen und versorge speziell im Hockey-Bereich direkt Kunden mit Bildmaterial.

Einstieg in die Sportfotografie (2)

Was bin ich?

Wenn man dann »Blut geleckt hat«, und meint es unbedingt beruflich versuchen zu wollen, dann warten auch schon die nächsten Hindernisse. Wo und wie meldet man sich an, und welche Tätigkeit übt man dann eigentlich aus?

Eine genaue Definition für die Berufsbezeichnung gibt es nicht, ob Pressefotograf, Fotojournalist oder Bildberichterstatter, im Grunde beschreibt alles die gleiche Tätigkeit. Die offizielle Bezeichnung, die das Finanzamt verwendet für die freiberufliche Tätigkeit, ist Bildberichterstatter (sog. Katalogberuf nach §18 EStG). Er erstellt im Regelfall Lichtbilder von Personen, Vorgängen oder Ereignissen des aktuellen Zeitgeschehens, die dann in den unterschiedlichsten Print- und Onlinemedien verwendet werden.
Hier bin ich im Einsatz am Spielfeldrand beim Frauenfußball. Foto: Volker NagraszusWenn man denn eine Unterscheidung treffen möchte, dann bietet sich eventuell meine persönliche Definition an:
Pressefotografen befassen sich mehr mit der tagesaktuellen Berichterstattung, während die Fotojournalisten bei der Reportagefotografie tätig sind, die eher einen Bezug zum Thema als zum Zeitpunkt hat.
Demnach ist der Bildberichterstatter gerade im lokalen Bereich eher als Pressefotograf tätig, der tagesaktuell fotografiert. Häufig ist er nur wenige Minuten bei den einzelnen Veranstaltungen, und sobald er eine Handvoll brauchbarer Aufnahmen hat, wechselt er die Sportstätte und eilt zum nächsten Termin.
Der Fotojournalist hingegen begleitet meistens die gesamte Veranstaltung, und versucht dort ein breit gefächertes Angebot an Bildmaterial zu bekommen.
Die Sportfotografie ist nur ein spezieller Bereich des Tätigkeitsfeldes eines Bildberichterstatters, daher befassen sich mit ihr Pressefotografen wie auch Fotojournalisten.

Übrigens, woher stammt die Bezeichnung »Paparazzi«? – Antwort am Ende des nächsten Beitrags. 😉

Die aktuelle Situation 2011

Nachdem sich Mitte 2010 zwei neue Kooperationen ergeben hatten, habe ich noch einmal versucht in der Sportfotografie Fuß zu fassen. Leider rechnen sich Aufwand und Kosten immer noch nicht gegen die Einnahmen auf. Der sozusagen exklusive Einsatz für die eine Agentur bei Alemannia Aachen bringt zwar gute Einnahmen, aber aufgrund der Entfernung zum Einsatzort sind der zeitliche Aufwand und die Fahrtkosten sehr hoch. Außerdem lassen sich zu den Veranstaltungen in Aachen sehr selten weitere einträgliche Termine planen. Dafür liegt der Tivoli leider zu abgelegen vom restlichen Sportgeschehen.
Enttäuschend verlief bisher der Einsatz für die andere Agentur. Innerhalb einer Saison keine Bilder verkauft zu bekommen, läßt einen schon an den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Da aber glücklicherweise in meinem Spezialgebiet Hockey regelmäßig Verkäufe direkt an Kunden gingen, und auch über die andere Agentur meine Bilder Abnehmer gefunden haben, kann mein Bildmaterial nicht so schlecht sein.
Ich habe meine Einsätze jetzt auf wenige für mich einträgliche Veranstaltungen eingeschränkt. Zum einen verschafft der gekürzte Terminplan ewas Freizeit, zum anderen spare ich Kosten. Am Jahresende wird sich dann zeigen, ob und wie es weitergeht.
Zwischenzeitlich hatte sich ein Angebot ergeben, ein Buch über Sportfotografie zu schreiben. Allerdings ist Buchautor auch fast eine Vollzeitbeschäftigung und ohne zusätzliche Unterstützung sowie den schwer zu beschaffenden Freigaben für die Bilder, habe ich das Projekt eingestellt. Vielleicht ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit die bisherige Vorarbeit zu nutzen und das Buch doch noch zu veröffentlichen.

Sommerpause beendet ;-)

Es ist nun schon einige Zeit her, daß ich einen Artikel hier veröffentlich habe. Zum einem findet man zu den grundlegenden Themen bereits etliche Beiträge in meinem Blog, da gibt es nicht mehr so viel Neues zu schreiben, 😉 zum anderen habe ich nach meinem Wechsel zum imago Sportfotodienst meine Tätigkeit im Bereich Sportfotografie noch einmal intensiviert.
Seit Mai darf ich auch an imago meine Bilder liefern, man findet mich also in deren Fotografenliste in der Datenbank. 🙂 In diesem Zusammenhang ist mein Stammverein, den ich fotografisch betreue, Alemannia Aachen. Das bedeutet, ich bin nicht nur bei den Spielen in der 2.Bundesliga dabei, sondern ich bin auch beim Fototermin für das Mannschaftsfoto und die Spielerportraits in Aachen gewesen. Außerdem besuche ich schon mal das Training bzw. Test- und Vorbereitungsspiele, so daß unterschiedliches Bildmaterial vorliegt, das dann von imago vielseitig vermarktet werden kann.
Meinem Spezialgebiet Hockey bleibe ich auch weiterhin treu. Das Bildmaterial geht unter anderem an die DHA und wird in Beiträgen sowie der Spieltagsgalerie der hockeyliga verwendet.
Bilder von den Sportarten bzw. Vereinen, die bei imago schon ausreichend vertreten sind, liefere ich an die Bildagentur Sport Moments. Daher hatte ich auch schon das Vergnügen z.B. in Schalke fotografieren zu dürfen. Aber so schön es ist, fast bis an den Rasen mit dem Auto fahren zu dürfen (kein Witz, man parkt in der Rasenschublade direkt am Stadion), so schlecht ist es Bilder von dort zu versenden. Ich gehe davon aus, daß der Tag eine Ausnahme war, es gab nämlich grundsätzlich Probleme mit der UMTS-Verbindung, den Kollegen erging es nicht anders. Beim nächsten Spiel, dem Derby gegen Borussia Dortmund, funktioniert es hoffentlich besser.