Crop-Faktor / Brennweitenverlängerung

Im Regelfall ist der Aufnahme-Sensor einer Digitalkamera kleiner als der früher übliche analoge Film im Kleinbildformat (24×36 mm). Der Unterschied zwischen der tatsächlichen Sensor-Größe und dem Kleinbildformat, auch Vollformat genannt, wird durch den Crop-Faktor gekennzeichnet. Man erhält also bei einer Kamera mit kleinerem Sensor bei gleicher Brennweite und gleichem Motivabstand einen Bildausschnitt gegenüber einer Aufnahme im Vollformat. Deshalb sieht es so aus, als hätte man für daßelbe Motiv ein Objektiv mit größerer Brennweite verwendet. Dabei hat sich aber nicht die Brennweite verändert, die ist physikalisch festgelegt durch den Abstand vom Sensor zum Brennpunkt des Objektivs, sondern durch den Crop-Faktor verändert ist der Bildwinkel.
Um die »neue Brennweite«, korrekterweise den entsprechenden neuen Bildwinkel zu berechnen, multipliziert man einfach die tatsächliche Brennweite mit dem Crop-Faktor. Aus einem 300mm-Objektiv wird somit an einer 1,6-Crop-Kamera ein Objektiv mit einem Bildwinkel eines 480mm-Objektivs. Das bedeutet, mit dieser Kombination kann man einen Spieler über das halbe Fußballfeld betrachtet sucherfüllend aufnehmen. Würde man denselben Spieler in gleicher Entfernung mit demselben Objektiv an einer Vollformat-Kamera aufnehmen, hätte man nachträglich einen Bildausschnitt vorzunehmen, um das gleiche Endergebnis zu erhalten, weil um den Spieler herum noch »Freiraum« wäre.
Die Veränderung des Bildausschnittes durch den Crop-Faktor hat für den Fotografen Vor- oder Nachteile. Sportfotografen freuen sich über einen großen Crop-Faktor, da sie gerade im Teleobjektiv-Bereich hiermit quasi eine günstige Ausschnittvergrößerung erhalten. Sie können bereits mit günstigen Brennweiten formatfüllend Motive aufnehmen. Aus diesem Grund hat sich eben die Mär von der Brennweitenverlängerung durchgesetzt. Es sieht nunmal so aus, als würden aus 300mm-Brennweite rasch 480mm werden. Es hat sich aber nur der Bildwinkel geändert, und aus der ursprünglichen 300mm-Aufnahme erhält man einen Bildausschnitt, der einer Aufnahme entspricht, als wäre sie mit 480mm-Brennweite aufgenommen worden. Hätte sich tatsächlich die Brennweite geändert, dann dürfte, nein dann müsste sogar das Motiv weiter weg sein, damit man dieselbe Aufnahme erhält.
Wer dagegen dramatische Perspektiven mag und im Vergleich zu analogen Spiegelreflexkameras mit Brennweiten unter 20 mm arbeiten möchte (oder gar mit Fischeye-Objektiven), wird mit einem hohen Crop-Faktor wahrscheinlich nicht glücklich werden. Die Herstellung guter Weitwinkelobjektive ist fast noch aufwändiger und teurer als die Produktion von langbrennweitigen Teleobjektiven. Eine Festbrennweite von z.B. 14 mm ist an einer analogen Spiegelreflexkamera ein sehr starkes Weitwinkelobjektiv. An einer digitalen Kamera mit Crop-Faktor 1,6 entspricht der Bildwinkel dem einer Brennweite von 22 mm am Kleinbildformat. Weitwinkel wird also teuer. Auch hier sind Preisunterschiede bis zum Vierfachen nicht ungewöhnlich.
Es ist also vorteilhaft sich vorab zum Crop-Faktor einige Gedanken zu machen, da er, wenn falsch gewählt, schnell Investitionen bei den Objektiven verursachen kann, die den Kaufpreis der Kamera weit übersteigen.
Die meisten Hersteller von Spiegelrelfexkameras mit verschiedenen Sensorgrößen versuchen diese »Weitwinkelschwäche« durch spezielle Objektive auszugleichen. Ganz so weitwinklig wird es dabei aber nie – zumindest nicht mit einer Abbildungsleistung die den Festbrennweiten entspricht. Viele Hersteller haben inzwischen spezielle »digitale Objektive« entwickelt, die dazu gedacht sind, an digitalen Kameras mit einer bestimmten Sensorgröße zu arbeiten. Prinzipiell erzeugen diese Objektive einen kleineren Bildkreis, der gerade ausreicht, den Sensor abzudecken. Weil sie weniger abbilden müssen als Objektive für das größere 35mm-Format, können sie leichter, kleiner und preiswerter gebaut werden. Aber auch hier muss man den Brennweiten-Multiplikator berücksichtigen, um die Bildwinkel vergleichen zu können.

Kamera-Eigenschaften – Belichtungsmessung

Ob man nun die Belichtungsmessung vollautomatisch der Kamera überlässt oder durch Erfahrung bei der Einstellung manuell eingreift, ein guter Belichtungsmesser ist mehr als wichtig, um zu einer korrekten Aufnahme zu gelangen. Glücklicherweise haben alle namhaften Hersteller in ihren Kameras ausgezeichnete und hochwertige Messsysteme eingebaut, so daß man hier auf die Technik vertrauen kann.
Betrachten sollte man allerdings die verschiedenen Messmethoden, die eine Kamera bereitstellt. Mit der geläufigen Matrixmessung (auch Mehrfeldmessung genannt) erzielt man in den meisten Situationen gute Ergebnisse, aber manchmal benötigt man auch andere Messmethoden, um in unterschiedlichen Lichtsituationen gute Aufnahmen erzielen zu können.
Eine Matrixmessung unterteilt das Sucherfeld in ein Raster, misst jede sich ergebende Zelle aus und berechnet dann eine durchschnittliche Belichtung, die die gesamte Szene erfasst. Die Matrixmessung ist für fast alle Situationen geeignet und die eingebauten Berechnungsmethoden der meisten großen Hersteller erzielen ein ausgezeichnetes Ergebnis.
Dennoch wird die Matrixmessung in manchen Situationen den Bildvordergrund wohl unterbelichten, z.B. wenn ein helles Fenster oder eine Landschaft im Hintergrund ist. Für diese Fälle ist eine mittenbetonte Messung vorteilhafter. Sie arbeitet fast genau wie die Matrixmessung, gewichtet bei der Berechnung aber die Mitte des Bildausschnitts stärker. In der Bildmitte findet man im Regelfall das Hauptmotiv, das auf diese Art besser belichtet wird.
Eine Spotmessung ist von großer Bedeutung für Fotografen, die die Belichtungsmessung auf einen kleinen, ganz genau definierten Bereich des Bildes legen wollen. In Situationen mit sehr hohen Kontrasten kann eine Spotmessung verhindern, daß Bildteile über- oder unterbelichtet werden, indem die Belichtungs­messung eben auf diesen Bereich gelegt wird.
Mancher Hersteller unterscheidet bei dieser Meßmethode noch zwischen Selektivmessung und Spotmessung. Bei der Selektivmessung wird ein ca. 10% großer Bereich in der Mitte des Suchers gemessen. Der Messbereich bei der tatsächlichen Spotmessung ist dann meistens unwesentlich größer als ein Fokusmessfeld im Sucher. Diese Unterscheidung hat einen Vorteil bei Kameras, bei denen man den Fokuspunkt auswählen kann, denn man verändert so auch den Spotmesspunkt gleichzeitig mit. Ein Selektiv- oder Spotmessung wird fast immer bei Aufnahmen im Gegenlicht verwendet.
Bei den Spiegelreflexkameras erfolgt die Messung durch das Objektiv (through the lens, TTL). Das bedeutet, der Belichtungsmesser »schaut« durch die Optik auf die Szene und bewertet sie. Ein TTL-Belichtungsmesser hat dadurch den Vorteil, auch bei Objektivvorsätzen wie z.B. Filtern oder Konvertern korrekt messen zu können, weil er eben auch durch diese Vorsätze hindurch misst.

Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera?

Im nachfolgenden möchte ich ein paar Punkte betrachten, die mir zum Thema Ausrüstung wichtig erscheinen. Meine Überlegungen sind hierbei eher praxisbezogen, und beruhen wiederum auf der eigenen Erfahrung. Es geht hier weniger darum, technisches oder physikalisches Wissen zu vermitteln, sondern mehr um eine kurze Stichworterklärung, damit man manche Begriffen vielleicht etwas besser einordnen kann, wenn man Prospekte, Angebote oder Kaufempfehlungen liest.

Man kann Kameras in viele verschiedene Kategorien einteilen: Professionell, Amateur, Einsteigerklasse, groß, klein, teuer, preiswert, usw. Die wichtigste Unterscheidung für eine Auswahl ist aber zunächst: Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera?
Bei vielen, die sich ernsthaft mit Fotografie beschäftigen, bedeutet Kompaktkamera gleich minderwertige Qualität. Aber gerade die etwas teureren Modelle besitzen oft schon hochwertige Linsen und produzieren erstklassige Bildqualität. Manche Kompaktkamera hat z.B. einen schwenkbare Sucher, was hilfreich ist, wenn in Situationen fotografiert werden soll, bei denen ein Blick durch den Sucher nicht möglich ist. Diese Kameras haben auch häufig sehr gute Makro-Fähigkeiten. Aufgrund der kleinen Brennweiten und geringen Maße der eingebauten Optik ist es für die Hersteller einfacher, solche Makro-Fähigkeiten bereitzustellen. Spiegel­reflex­kameras erfordern hierzu spezielle und daher teure Objektive. Was sich bisher sehr gut anhört hat allerdings einen Haken. Die Auslöse­verzögerung dieser Kameras ist für die Sportfotografie größtenteils ungeeignet. Die Zeit zwischen betätigen des Auslösers und der tatsächlichen Aufnahme des Bildes, dauert zu lange. Das Motiv hat meistens schon den Bildausschnitt verlassen bzw. die Szene, die man einfangen wollte, ist bereits vorbei. Und auch die Serienbildfunktion, falls überhaupt vorhanden, ist nicht die Schnellste. Daher sind Kompaktkameras für Sportfotografie kaum geeignet.
Spiegelreflexkameras unterscheiden sich von Kompaktkameras in einigen sehr relevanten Einzelheiten. Der Sucher blickt durch exakt dieselbe Optik wie die Kamera, dessen Sensor das Bild aufnimmt. Das bedeutet, daß das Sucherbild annähernd genau jenes ist, welches aufgenommen wird, inklusive aller Effekte, die z.B. durch Vorsatzfilter erzeugt werden.
Fast alle Spiegelreflexkameras haben wechselbare Objektive. Dadurch kann man genau jenes Objektiv wählen, welches man für sein Vorhaben benötigt. Durch den Kauf von höherwertigen Objektiven kann man die erzeugte Bildqualität deutlich verbessern.
Aufgrund ihrer Größe sind die meisten digitalen Spiegelreflexkameras mit einem deutlich größeren Sensor ausgestattet als Kompaktkameras. Ein größerer Sensor bedeutet in der Regel auch höhere Bildqualität. Der Grund dafür liegt in den größeren individuellen Sensorzellen (Pixel). Größere Pixel erzeugen weniger Rauschen, so daß Spiegelreflexkameras bei wenig Licht bessere Resultate erzielen als Kompaktkameras. Sie besitzen zum Teil auch die höherwertigen Ausstattungs­merkmale wie spritzwassergeschützte Gehäuse, schnellere Bildfolgen, höhere ISO-Einstellungen und einen Blitzschuh für ein externes Blitzgerät. Im kreativen Sinne der Bildgestaltung besitzen diese Kameras die größeren Möglichkeiten, durch geringere Schärfentiefe das Bild zu gestalten.

Wer sich ernsthaft mit Sportfotografie befassen will, kommt aktuell an einer Spiegelreflex-Kamera nicht vorbei.

Im Nordpark mit Carmen

Outdoor-Shooting mit Carmen im Nordpark DüsseldorfNachdem Carmen beim Schnee-Shooting aus Termingründen nicht teilnehmen konnte, haben wir jetzt die Zeit und ersten Frühlingstage genutzt, für unser erstes Foto-Shooting 2010. 🙂
Da aktuell die Landschaft allgemein noch nicht sehr grün ist, und auch noch wenig Blumen blühen, habe ich als Location den Nordpark in Düsseldorf ausgesucht. Dort gibt es neben den üblichen Grünanlagen und Blumenbeeten eben auch genügend andere Kulissen wie Springbrunnen, Wasserspiele, Steinarkarden oder den japanischen Garten. Damit hatten wir reichlich Auswahl für unterschiedliche Szenen bei unserem „Foto-Spaziergang“. Diese kurzen Outdoor-Shootings mit einer Dauer von ca. 1,5 bis 2 Stunden reichen mir in den meisten Fällen vollkommen aus. Vor allem dann wenn man entweder ein neues Model kennenlernen oder eine neue Location testen möchte. 😉 Außerdem ist es abwechselungsreicher, wenn ich wie in diesem Fall mit demselben Fotomodel häufiger zusammenarbeite. Wir können dieselben Aufnahmeorte zu verschiedenen Jahreszeiten besuchen, und finden im Regelfall unterschiedliche Aufnahmebedingugen vor. Abgesehen davon, kann ich das Model in verschiedenen Outfits passend zur Umgebung und Saison aufnehmen. Ich bevorzuge eben den einfachen Weg, es wäre natürlich auch möglich im Sommer Aufnahmen mit Wintermantel zu machen, und per Bildbearbeitung für eine Winterkulisse zu sorgen. 😉
Outdoor-Shooting mit Carmen im Nordpark DüsseldorfMit dem Wetter hatten wir Glück, obwohl Regen vorhergesagt war, blieb es die ganze Zeit über trocken. Zwischendurch schien sogar immer wieder die Sonne, was sogar etwas nachteilig gewesen ist, fotogafisch betrachtet. Die ständigen Wechsel der Lichtverhältnisse erschwerten ein wenig die Aufnahmebedingungen, deshalb nutze ich immer das RAW-Format bei Foto-Shootings. Damit habe ich die Möglichkeit, im nachhinein bei der Bildbearbeitung leichte „Belichtungsfehler“ einfacher zu korrigieren. Gerade bei Outdoor-Aufnahmen kann es schnell passieren, daß sich während der Aufnahme die Lichtverhältnisse ändern. Da verschwindet eben die Sonne ein wenig hinter den Wolken, oder kommt wieder hervor, so daß man es vielleicht gar nicht immer sofort bemerkt. Man konzentriert sich auf den Aufnahme, und achtet dabei zwar auf den Bildausschnitt, das Model, die Pose und den Hintergrund, aber die Abweichung zu den zuvor gewählten Belichtungswerten fällt nicht auf. 🙁 Plötzliche Lichtwechsel bemerkt man hingegen sofort, spätestens dann, wenn es irgendwie dunkel wird um einen herum oder das Model blinzelt bzw. die Augen zukneift, weil die Sonne blendet. 😉 Jenachdem wie groß die Wolke ist, die vorbeizieht, wartet man entweder ab oder stellt neue Belichtungswerte ein. In diesen Situationen ist die Arbeit Draußen eben etwas aufwendiger als im Studio, dort hat man kontrollierte Lichtverhältnisse.
Outdoor-Shooting mit Carmen im Nordpark DüsseldorfIch habe auch wieder den Aufsteckbliz verwendet, um Spitzlichter in die Augen zu bekommen, dadurch wirkt das Bild einfach lebhafter. Große Wechsel der Kleidung waren auch bei diesem Shooting nicht geplant, trotzdem ist es sinnvoll, wenn das Model Accessoires oder eine weitere Jacke mitbringt, um eventuell je nach Hintergrund eine farbliche Variante in der Kleidung verfügbar zu haben. Bei diesem Shooting paßte Carmens neutrales schwarze Oberteil gut zur Umgebung und die türkisfarbene Jacke harmonierte mit dem gelb-grünen Baum. 🙂
Nach den vielen Shootings in den verschiedenen Parks, werde ich jetzt nach anderen Location-Möglichkeiten suchen. Man sollte den Models hin und wieder eine neue Herausforderung bieten, damit es nicht langweilig wird. 😉 Es bietet sich vielleicht eine städtische Umgebung an wie die Altstadt oder Königsallee in Düsseldorf, eventuell auch der Medienhafen. Interessant ist sicher auch eine Industriebrache wie der Landschaftspark Duisburg. Und der Innenhafen bietet ebenfalls noch ein paar Shooting-Möglichkeiten.
Nachdem ich bereits etliche Requisiten besorgt habe, und auch schon am „Drehbuch“ arbeite, nimmt jetzt das Abenteuer-Shooting an der Burg Linn langsam Form an. Auch einen Termin habe ich bereits ins Auge gefaßt, so daß ich nun nach den Fotomodellen und einer Visagistin suchen kann. 🙂

Fotomodel Carmen: Sedcard Model-Kartei

Arbeitsablauf (2) – Favoriten auswählen

Nachdem man die Bilder importiert und halbwegs organisiert auf der Festplatte hat, fängt man an die Fotos zu bewerten. Gerade im Bereich der Portraitfotografie sollte man nur die allerbesten Bilder auswählen, die man letztendlich bearbeitet und veröffentlicht.
Im ersten Durchgang kann man schon mal getrost alle Fotos löschen, die auch nur annähernd unscharf sind. Auch durch die beste Bildbearbeitung gelingt es nicht ein unscharfes Bild scharf abgebildet zu bekommen. Und vor allem Unschärfe im Bereich der Augen ist bei einem Portrait unverzeihlich und nicht akzeptabel. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Wenn es künstlerisch so gewollt ist, daß z.B. das Gesicht unscharf dargestellt wird, während ein anderes Körperteil durch gezielte Schärfe in den Fokus gerückt wird, dann wird man dieses Bild selbstverständlich nicht löschen. 😉
Ich nutze wiederum Lightroom, um Bilder zu bewerten und auszuwählen. Man hat bei diesem Programm die Möglichkeit Sterne und Farben zu vergeben sowie ein Status-Flag zu setzen. Für mich war bisher die Sterne-Vergabe ausreichend. Im ersten Durchgang vergebe ich einen Stern an alle Bilder, die ich behalten möchte. Dann filtere ich alle Fotos, und lasse mir diejenigen ohne Stern anzeigen. Das sind im Regelfall die Löschkandidaten. Darunter sind eben nicht nur unscharfe Bilder oder Testaufnahmen, um die Belichtung zu prüfen, sondern auch Bilder, auf denen ich eventuell Fußspitzen, Finger oder andere Gliedmaßen angeschnitten habe bzw. auf denen das Model die Augen geschlossen hatte oder eine andere Grimasse bzw. offensichtlich unvorteilhafte Pose zu sehen ist. Ich könnte die Bilder selbstverständlich sofort bei der ersten Durchsicht löschen, aber so habe ich noch einmal die Möglichkeit, die Entscheidung zu revidieren. Eventuell läßt sich das Foto doch noch über einen Bildausschnitt retten, weil der Gesichtsausdruck sich in den anderen Bildern der Serie nicht so wiederfindet.
Mit jedem weiteren Sichtungsdurchgang hangel ich mich dann über die Sternen-Vergabe durch bis zu der Auswahl meiner Spitzenfotos. 🙂 Aus den 1-Stern-Bildern suche ich die 2-Sterne-Bilder heraus, daraus die 3-Sterne-Bilder. Bei einem Shooting mit ca. 200 Fotos
reicht eine 3-Sterne-Auswahl aus. Man sollte sich von vornherein zwingen, kritisch seine Bilder zu beurteilen, und sich dadurch auch nicht lange mit durchschnittlichen Fotos aufhalten. Bei meiner 3-Sterne-Verteilung ergibt sich z.B. folgendes Verhältnis: ca. 15% 3-Sterne-, ca. 25% 2-Sterne- und ca. 60% 1-Stern-Bilder.
Nach dem Bewertungsdurchgang füge ich abschließend noch weitere Suchbegriffe hinzu, wie z.B. den Modelnamen, Typ der Aufnahme (outdoor, indoor oder Studio), Art der Aufnahme (Portrait, Fashion usw) und andere interessante Kriterien. Da ich die Bilder nicht kommerziell nutze und nicht über eine Bildagentur anbiete, reichen mir für den Hausgebrauch wenige Schlagwörter aus. Ich suche sehr selten in alten Fotos nach bestimmten Aufnahmen. Im Regelfall kann ich das Gesuchte bereits über den Modelnamen und das ungefähre Datum einkreisen. Aufgrund der guten Übersicht in Lightroom finde ich dann das benötigte Bild sehr schnell.
Wer seine Bilder zum Verkauf anbietet, der sollte sich die Suchbegriffe sehr genau überlegen. Je mehr passende Schlagwörter man dem Bild zuordnet, desto eher wird es gefunden und damit steigen natürlich die Chancen auf einen Verkauf. Man sollte auch nicht nur das was offensichtlich zu sehen ist verschlagworten, sondern auch genau betrachten, welche Emotionen das Bild auslöst. Diese Gefühlsbegriffe heben das Foto dann bei der Suche aus der Masse des Angebots hervor.