Als Fotojournalist im Einsatz

Da man im lokalen Bereich mit dem Bilderverkauf nur wenig Geld verdienen kann, denn die Zeitungen habe bestehende Kontakte zu etablierten Fotografen, hatte ich 2008 überlegt mein Projekt wieder einzustellen.
Dann kam aber in der Sommerpause die Anfrage von einer kleinen Bilder-Agentur aus Hessen, ob ich nicht für sie fotografieren möchte. Gerade bei dem vielseitigem Sportangebot hier im Westen wurde noch Verstärkung gesucht. So eine Anfrage schmeichelt natürlich und macht stolz, wenn jemand die veröffentlichten Fotos für so gut hält, daß er mir anbietet für ihn zu arbeiten.
Die Verlockung wieder bei den großen Sportveranstaltungen dabei sein zu können und endlich richtig Fuß zu fassen, haben mich veranlasst, es noch ein weiteres Jahr als professioneller Sportfotograf zu versuchen. Seitdem bin ich in den Bundesligen unterwegs, ob Fußball, Eishockey, Basketball oder Handball und Volleyball.
Zuerst einmal waren zusätzliche Investitionen zu tätigen. Ein Notebook habe ich zwar bereits besessen, aber eine UMTS-Flatrate war ebenso notwendig wie ein Notebook-Schutz und ein stabiler Falthocker. Neben diesem günstigen Zubehör war aber auch ein lichtstarkes Teleobjektiv fällig. Gerade bei Außenaufnahmen in der dunklen Jahreszeit sowie bei Flutlichtspielen reichte mein Canon 100-400mm/f4-5.6 nicht mehr aus. Ein 2.8er-Objektiv ist dazu unerlässlich, über die Bilder-Agentur habe ich günstig ein Sigma 120-300mm/f2.8 bekommen können. Glücklicherweise besaß ich bereits das Canon 70-200mm/f2.8 für den Hallensport.
Die Ausrüstung ist das Eine, das Andere ist die Arbeitsweise, die man sich anzueignen hat. Schnelligkeit und Qualität sind gefordert. Das Spiel hat gerade erst begonnen, da sind bereits die ersten 6-8 Bilder an die Agentur zu versenden, so daß sie dort bearbeitet und an die Redaktionen verteilt werden können. Nach Spielschluss werden dann die restlichen Bilder verschickt.
Zwischenzeitlich hatte ich auch über einen längeren Zeitraum für eine Regionalzeitung gearbeitet. Aufgrund meiner Veröffentlichungen meldete sich im Juli 2009 der verantwortliche Redakteur. Meine Fotos gefielen ihm, und er fragte nach, ob ich regelmäßig Sportbilder aus dem Großraum Krefeld liefern könnte.
Da bei den Bilder-Agenturen der Verkauf etwas schleppend verlief, habe ich die Gelegenheit zur Zusammenarbeit genutzt. Der Stress war zwar nicht wesentlich weniger, aber dafür wusste ich, daß die Bilder, die ich lieferte, garantiert veröffentlicht wurden. Bei annähernd gleichem Zeitaufwand gegenüber der Agentur-Arbeit, besuchte ich mehr Veranstaltungen, dadurch wurden mehr Fotos veröffentlicht (sogar mit meinem Namen, was einen weiteren Werbeeffekt hat) und ich hatte durch den lokalen Einsatz weniger Kosten. Leider wurde diese Zeitung Anfang 2010 eingestellt, so daß ich nach neuen Einsatzmöglichkeiten zu suchen hatte.
Mittlerweile bin ich Kooperationspartner von verschiedenen Bildagenturen und versorge speziell im Hockey-Bereich direkt Kunden mit Bildmaterial.

Einstieg in die Sportfotografie (4)

Lohnt sich Sportfotografie?

Wenn es um das fotografische Thema geht: Ja!

Wenn es ums Geld verdienen geht: Eventuell!

Im lokalen und regionalen Bereich wird man als Einsteiger nur selten Bilder verkaufen können, weil die Zeitungen bereits ihre, für sie längerfristig tätigen, Fotografen haben bzw. Verträge mit Bildagenturen besitzen. Hier fällt nur hin und wieder mal etwas ab, wenn die Kollegen ausgebucht oder im Urlaub sind und keine Zeit haben.
Überregionale Agentur-Arbeit bedeutet, dass man schnell und qualitativ gute Fotos zu liefern hat. Nur wenn die Redaktionen rechtzeitig versorgt werden können, hat man überhaupt eine Chance Bilder verkauft zu bekommen. Man benötigt dazu eine entsprechende Ausrüstung, von der Kamera und den Objekiven über Laptop bis hin zu nützlichem Zubehör (Klapphocker, Stativ, Regenschutz usw.). Also während des Spiels ein bisschen knipsen, danach in Ruhe nach Hause fahren, um sich dann gemütlich die Bilder anzuschauen und zu bearbeiten, kann man sich als Fotojournalist nicht leisten.
Fotografen belagern den Spieler Ailton nach seinem ersten Spiel in der Niederrheinliga für den KFC UerdingenDas ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: »Möchte ich mir das antun?« Außerdem ist der Nachteil bei einer Agentur, dass man verständlicherweise vom Honorar nur einen Anteil bekommt. Dabei zahlen die Zeitungen von vornherein schon wenig. Aber wie gesagt, alleine ist es noch schwieriger seine Bilder loszuwerden. Hinzu kommt, dass viele Hobbyfotografen am Preisverfall mitarbeiten, in dem sie Bilder verschenken. Damit erkaufen sie sich meistens die Akkreditierung. Die Vereine freuen sich natürlich, kostenlos Bilder zu bekommen, alle Berufsfotografen stehen allerdings mit leeren Händen da. Daher sollte man sich als angehender Sportfotograf überlegen, ob und wem man Bilder kostenlos überlässt. Zum einen fällt es dann später schwerer Honorar von demjenigen zu verlangen, dem man bisher Fotos geschenkt hat, zum anderen zerstört man nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen den Markt.
Wer die Sportfotografie als Hobby betreibt oder nur nebenberuflich tätig ist, für den bleibt sie eine interessante Freizeitbeschäftigung, mit der man mal mehr aber meistens doch eher wenig Geld nebenbei verdienen kann. Immerhin darf man aber bei mancher großen Sportveranstaltungen dabei sein, und von Stellen fotografieren, an die kein normaler Zuschauer hinkommt. Deshalb sollte man zu Beginn den Fokus weniger aufs Geld verdienen legen, sondern vielmehr auf die Tätigkeit bzw. die Ergebnisse. Wer auf Dauer qualitativ hochwertige Fotos präsentieren kann, der dürfte letztendlich die größten Chancen haben, sich bei Zeiten gut vermarkten zu können.

Antwort zur Frage aus dem vorherigen Beitrag:
Woher kommt die Bezeichnung »Paparazzi«?
Im Film »La Dolce Vita« (1960 von Federico Fellini) werden die beiden Hauptdarsteller Anita Ekberg und Marcello Mastroianni von einem Fotografen aufdringlich verfolgt. Der Rollenname dieses Fotografen ist »Paparazzo« (gespielt von Walter Santesso). Seitdem werden die Kollegen, die Prominenten auflauern oder sie ständig verfolgen, als »Paparazzi« bezeichnet.

Sommerpause beendet ;-)

Es ist nun schon einige Zeit her, daß ich einen Artikel hier veröffentlich habe. Zum einem findet man zu den grundlegenden Themen bereits etliche Beiträge in meinem Blog, da gibt es nicht mehr so viel Neues zu schreiben, 😉 zum anderen habe ich nach meinem Wechsel zum imago Sportfotodienst meine Tätigkeit im Bereich Sportfotografie noch einmal intensiviert.
Seit Mai darf ich auch an imago meine Bilder liefern, man findet mich also in deren Fotografenliste in der Datenbank. 🙂 In diesem Zusammenhang ist mein Stammverein, den ich fotografisch betreue, Alemannia Aachen. Das bedeutet, ich bin nicht nur bei den Spielen in der 2.Bundesliga dabei, sondern ich bin auch beim Fototermin für das Mannschaftsfoto und die Spielerportraits in Aachen gewesen. Außerdem besuche ich schon mal das Training bzw. Test- und Vorbereitungsspiele, so daß unterschiedliches Bildmaterial vorliegt, das dann von imago vielseitig vermarktet werden kann.
Meinem Spezialgebiet Hockey bleibe ich auch weiterhin treu. Das Bildmaterial geht unter anderem an die DHA und wird in Beiträgen sowie der Spieltagsgalerie der hockeyliga verwendet.
Bilder von den Sportarten bzw. Vereinen, die bei imago schon ausreichend vertreten sind, liefere ich an die Bildagentur Sport Moments. Daher hatte ich auch schon das Vergnügen z.B. in Schalke fotografieren zu dürfen. Aber so schön es ist, fast bis an den Rasen mit dem Auto fahren zu dürfen (kein Witz, man parkt in der Rasenschublade direkt am Stadion), so schlecht ist es Bilder von dort zu versenden. Ich gehe davon aus, daß der Tag eine Ausnahme war, es gab nämlich grundsätzlich Probleme mit der UMTS-Verbindung, den Kollegen erging es nicht anders. Beim nächsten Spiel, dem Derby gegen Borussia Dortmund, funktioniert es hoffentlich besser.

Arbeitsablauf (2) – Favoriten auswählen

Nachdem man die Bilder importiert und halbwegs organisiert auf der Festplatte hat, fängt man an die Fotos zu bewerten. Gerade im Bereich der Portraitfotografie sollte man nur die allerbesten Bilder auswählen, die man letztendlich bearbeitet und veröffentlicht.
Im ersten Durchgang kann man schon mal getrost alle Fotos löschen, die auch nur annähernd unscharf sind. Auch durch die beste Bildbearbeitung gelingt es nicht ein unscharfes Bild scharf abgebildet zu bekommen. Und vor allem Unschärfe im Bereich der Augen ist bei einem Portrait unverzeihlich und nicht akzeptabel. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Wenn es künstlerisch so gewollt ist, daß z.B. das Gesicht unscharf dargestellt wird, während ein anderes Körperteil durch gezielte Schärfe in den Fokus gerückt wird, dann wird man dieses Bild selbstverständlich nicht löschen. 😉
Ich nutze wiederum Lightroom, um Bilder zu bewerten und auszuwählen. Man hat bei diesem Programm die Möglichkeit Sterne und Farben zu vergeben sowie ein Status-Flag zu setzen. Für mich war bisher die Sterne-Vergabe ausreichend. Im ersten Durchgang vergebe ich einen Stern an alle Bilder, die ich behalten möchte. Dann filtere ich alle Fotos, und lasse mir diejenigen ohne Stern anzeigen. Das sind im Regelfall die Löschkandidaten. Darunter sind eben nicht nur unscharfe Bilder oder Testaufnahmen, um die Belichtung zu prüfen, sondern auch Bilder, auf denen ich eventuell Fußspitzen, Finger oder andere Gliedmaßen angeschnitten habe bzw. auf denen das Model die Augen geschlossen hatte oder eine andere Grimasse bzw. offensichtlich unvorteilhafte Pose zu sehen ist. Ich könnte die Bilder selbstverständlich sofort bei der ersten Durchsicht löschen, aber so habe ich noch einmal die Möglichkeit, die Entscheidung zu revidieren. Eventuell läßt sich das Foto doch noch über einen Bildausschnitt retten, weil der Gesichtsausdruck sich in den anderen Bildern der Serie nicht so wiederfindet.
Mit jedem weiteren Sichtungsdurchgang hangel ich mich dann über die Sternen-Vergabe durch bis zu der Auswahl meiner Spitzenfotos. 🙂 Aus den 1-Stern-Bildern suche ich die 2-Sterne-Bilder heraus, daraus die 3-Sterne-Bilder. Bei einem Shooting mit ca. 200 Fotos
reicht eine 3-Sterne-Auswahl aus. Man sollte sich von vornherein zwingen, kritisch seine Bilder zu beurteilen, und sich dadurch auch nicht lange mit durchschnittlichen Fotos aufhalten. Bei meiner 3-Sterne-Verteilung ergibt sich z.B. folgendes Verhältnis: ca. 15% 3-Sterne-, ca. 25% 2-Sterne- und ca. 60% 1-Stern-Bilder.
Nach dem Bewertungsdurchgang füge ich abschließend noch weitere Suchbegriffe hinzu, wie z.B. den Modelnamen, Typ der Aufnahme (outdoor, indoor oder Studio), Art der Aufnahme (Portrait, Fashion usw) und andere interessante Kriterien. Da ich die Bilder nicht kommerziell nutze und nicht über eine Bildagentur anbiete, reichen mir für den Hausgebrauch wenige Schlagwörter aus. Ich suche sehr selten in alten Fotos nach bestimmten Aufnahmen. Im Regelfall kann ich das Gesuchte bereits über den Modelnamen und das ungefähre Datum einkreisen. Aufgrund der guten Übersicht in Lightroom finde ich dann das benötigte Bild sehr schnell.
Wer seine Bilder zum Verkauf anbietet, der sollte sich die Suchbegriffe sehr genau überlegen. Je mehr passende Schlagwörter man dem Bild zuordnet, desto eher wird es gefunden und damit steigen natürlich die Chancen auf einen Verkauf. Man sollte auch nicht nur das was offensichtlich zu sehen ist verschlagworten, sondern auch genau betrachten, welche Emotionen das Bild auslöst. Diese Gefühlsbegriffe heben das Foto dann bei der Suche aus der Masse des Angebots hervor.

„Lohnt“ sich die Sportfotografie?

NEIN! 🙁
Im lokalen und regionalen Bereich bekommt man selten Bilder verkauft, weil die Zeitungen ihre langjährigen Fotografen haben bzw. Verträge mit Bildagenturen besitzen, da fällt nur hin und wieder mal etwas ab, wenn die Kollegen ausgebucht sind und keine Zeit haben.
Um überhaupt eine Chance zu haben, Bilder zu verkaufen, kommt man um ein bißchen Streß nicht herum. 😉 Das bedeutet, für eine Agentur zu arbeiten ist manchmal kein Spaß mehr. Es hängt natürlich auch von der Sportart und dem Spieltermin ab. Vom Spielbeginn an hält man mehr oder weniger drauf, um sehr schnell einige gute Action-Szenen einzufangen, denn im Regelfall werden die ersten Bilder bereits in der Pause an die Agentur versendet. Man sollte also nicht zu schnell nervös werden und sich vom Trubel um einen herum ablenken lassen. 😉 In der Halle kann es passieren, daß man neben dem Fan-Block sitzt, der mächtig auf die Pauke haut. Dafür sind Ohrstöpsel ein sinnvolles Zubehör. 🙂
Die zweite Spielhälfte kann man dann etwas ruhiger angehen lassen, sich auf Spielerportraits, Trainer und das Drumherum konzentrieren. Nach Spielschluß werden die restlichen brauchbaren Bilder an die Agentur hochgeladen. Man sitzt somit auch nach dem Spiel noch im Stadion oder der Sporthalle und „arbeitet“, während sich die Fans schon auf den Nachhauseweg machen. Das hat aber auch den Vorteil, daß man die Zeit, die man sonst im Stau stehen würde, nun sinnvoll nutzen kann. 🙂
Agentur-Arbeit bedeutet, daß man schnell und qualitativ gute Fotos zu liefern hat. Nur wenn die Redaktionen rechtzeitig versorgt werden können, hat man überhaupt eine Chance Bilder verkauft zu bekommen. Man benötigt dazu eine entsprechende Ausrüstung, von der Kamera und den Objekiven über Laptop bis hin zu nützlichem Zubehör (Klapphocker, Stativ, Regenschutz usw). Also während des Spiels ein bißchen knipsen, danach in Ruhe nach Hause fahren, um dann gemütlich sich die Bilder anzuschauen und zu bearbeiten geht nicht. 😉
Das ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: „Möchte ich mir das antun?“ 🙂
Außerdem ist der Nachteil bei einer Agentur, daß man verständlicherweise vom Honorar nur einen Anteil bekommt. Dabei zahlen die Zeitungen von vornherein schon wenig. Aber wie gesagt, alleine würde man überhaupt keine Bilder loswerden. Hinzu kommt, daß viele Hobbyfotografen den Markt kaputt gemacht haben, in dem sie Bilder verschenken. Damit erkaufen sie sich meistens die Akkreditierung. Die Vereine freuen sich natürlich, kostenlos Bilder zu bekommen, alle Berufsfotografen stehen allerdings mit leeren Händen da. 🙁
Wer meint, er könnte mit Presse- und Sportfotografie gute Geschäfte machen, der wird schnell enttäuscht werden. Genau wie bei der Portrait- und Hochzeitsfotografie lohnt es sich finanziell nicht, daß man davon leben könnte. Es bleibt genau betrachtet eine interessante Freizeitbeschäftigung, mit der man mal mehr aber meistens doch eher wenig Geld nebenbei verdienen kann.
Wer das Ganze unter dem Aspekt sieht, daß er nun bei großen Sportveranstaltungen dabei sein kann, und von Stellen fotografieren darf, an die kein normaler Zuschauer hinkommt, dem sei gesagt, daß man vom Spiel recht wenig mitbekommt. Man ist vollauf damit beschäftigt, die benötigen Aufnahmen zu bekommen, und zweitweise während das Spiel läuft, verarbeitet man noch die aktuellen Fotos. Nüchtern betrachtet, ist es so wie immer wenn es ums Geld geht, es besteht schnell die Gefahr, daß man den Spaß an der Sache verliert, und das ehemals schöne Hobby zum Streßfaktor wird. Im Zeitalter der Digitalfotografie sind eben sehr viele Freizeitfotografen unterwegs, die schon so manchen Markt für die Profis kaputt gemacht haben. Deshalb sollte man den Fokus weniger aufs Geld verdienen legen, sondern vielmehr auf die Tätigkeit bzw. die Ergebnisse. Wer auf Dauer qualitativ hochwertige Fotos präsentieren kann, der dürfte letztendlich die größten Chancen haben, sich bei Zeiten gut vermarkten zu können, auf welche Art auch immer.