Einsatz bei der Turn-DM – Vorbereitung

Es war wieder erschreckend zu sehen, dass Leute mit einer neuen Kamera zur Veranstaltung fahren und dort dann andere fragen müssen, wie das Gerät denn funktioniert.
Liebe Leute, wie wäre es, wenn Ihr Euch einmal vorher mit der Kamera beschäftigt, und Euch mit der Funktionalität vertraut macht.

Vorbereitung – das ist der erste entscheidende Punkt für einen erfolgreichen Einsatz.

Ich habe am Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft im Turnen fotografiert. Eine Sportart, die ich bisher bestenfalls aus dem Fernsehen kannte. Ich habe noch nie zuvor so einen Wettkampf in Bildern festgehalten. Das bedeutete für mich, dass ich mich entsprechend vorzubereiten hatte, zumal es auch noch ein „Einsatz zur Probe“ für eine Agentur werden sollte.

Als erstes schaue ich immer nach offiziellen Mitteilungen bzw. nach einer eigenen Webseite zur Veranstaltung, denn es gilt erstmal, eine Akkreditierung zu beantragen.
Dann schaue ich nach einem Terminplan, damit ich die Anreise entsprechend planen kann. Gerade dann, wenn ich den Veranstaltungsort und die Gegebenheiten vor Ort nicht kenne, bevorzuge ich eine frühzeitige anreisen, damit ich die Lage sondieren kann. Wo sind die Fotografenplätze, welches Geschehen kann man von wo aus am besten einfangen, welche Wege sind eventuell zurückzulegen, gibt es einen festen Arbeitsplatz (Pressezentrum) usw.
Diese ganzen Umstände sind auch entscheidend bei der Wahl der Ausrüstung. Benötige ich eher lange Brennweiten oder reichen auch kleine Objektive, ist Lichtstärke notwendig, vielleicht sogar ein Blitz?
Eine weitere Rolle bei der Auswahl der Ausrüstung spielen natürlich auch die möglichen Motive. Ich überlege mir, was ich von wo aus eventuell fotografieren kann. Entweder nutze ich Fernsehübertragungen, um mir anzuschauen, welche Motive in Frage kommen, oder ich suche vorab nach Beispielbildern, um Ideen zu sammeln.
Wenn es sich, wie in diesem Fall, um einen wichtigen Einsatz handelt, und ich garantiert Bilder abzuliefern habe, dann gehe ich eher auf Nummer sicher, und nehme lieber etwas zu viel als zu wenig Ausrüstung mit. D.h., ich hatte neben der Allzweckwaffe für Hallensport, dem 70-200m-Objektiv auch das 24-70mm- sowie das 300mm-Objektiv dabei. Die kurze Brennweite hätte sich nützlich erweisen können bei z.B. einer Siegerehrung, ich stand nämlich schon mal mit dem 70-200mm-Objektiv da, und war recht nah am Geschehen. Das 300mm-Teleobjektiv hatte ich eingeplant für den Fall, dass ich aufgrund der festen Fotografenposition quer durch die Halle „zu schiessen“ hätte.
Abgesehen von den äußeren Umständen und der Technik sollte man vorher ebenfalls ermitteln, wer eventuell ein lohnendes Motiv darstellt, und wen man überhaupt nicht verpassen sollte. Ich habe nach den Besten (DM, EM, WM) der letzten Jahre geforscht und welche Sportler sonst noch bekannt, favorisiert und „wichtig“ sein könnten.
Wie man sieht, gibt es bereits im Vorfeld einer Veranstaltung genügend zu tun. Das man sich mit seiner Ausrüstung auskennt, und sie grundlegend beherrscht, sollte selbstverständlich sein.

Ausblick auf kommende Aktivitäten

Inwieweit ich diesen Blog überhaupt weiterführe, weiß ich noch nicht. Im Grunde ist bereits hier alles Wesentliche veröffentlicht. Jetzt liegt der Blog-Inhalt sogar als gedrucktes Gesamtwerk vor (mit reichlich Beispiel-Bildern).
Wie es weitergeht, hängt auch davon ab, wo und was ich demnächst fotografieren werde. Im Augenblick sieht es wieder nach einer Spezialisierung auf Hockey aus. In dieser Sportart habe ich das größte Angebot vor der Haustür. Außerdem konnte ich in den letzten Jahren gerade in diesem Bereich direkt Kunden gewinnen, und brauche daher keine Agentur als Vertriebskanal. Die übrige Zeit kann ich immer noch für interessante Veranstaltungen bei Randsportarten nutzen, um das Bildmaterial dann über eine namhafte Agentur zu verkaufen.
Ich hoffe, das ich zwischendurch auch mal wieder Zeit haben werde, um mich mit der „richtigen“ Fotografie zu beschäftigen. Allerdings ist das nicht nur ein Terminproblem, sondern scheitert in erster Linie an den fehlenden geeigneten Fotomodellen. Mal abwarten, was sich über den Jahreswechsel hinweg bei der Sportfotografie entwickelt. Vielleicht steige ich im nächsten Frühjahr wieder intensiver in die „Menschenfotografie“ ein.

Einstieg in die Sportfotografie (4)

Lohnt sich Sportfotografie?

Wenn es um das fotografische Thema geht: Ja!

Wenn es ums Geld verdienen geht: Eventuell!

Im lokalen und regionalen Bereich wird man als Einsteiger nur selten Bilder verkaufen können, weil die Zeitungen bereits ihre, für sie längerfristig tätigen, Fotografen haben bzw. Verträge mit Bildagenturen besitzen. Hier fällt nur hin und wieder mal etwas ab, wenn die Kollegen ausgebucht oder im Urlaub sind und keine Zeit haben.
Überregionale Agentur-Arbeit bedeutet, dass man schnell und qualitativ gute Fotos zu liefern hat. Nur wenn die Redaktionen rechtzeitig versorgt werden können, hat man überhaupt eine Chance Bilder verkauft zu bekommen. Man benötigt dazu eine entsprechende Ausrüstung, von der Kamera und den Objekiven über Laptop bis hin zu nützlichem Zubehör (Klapphocker, Stativ, Regenschutz usw.). Also während des Spiels ein bisschen knipsen, danach in Ruhe nach Hause fahren, um sich dann gemütlich die Bilder anzuschauen und zu bearbeiten, kann man sich als Fotojournalist nicht leisten.
Fotografen belagern den Spieler Ailton nach seinem ersten Spiel in der Niederrheinliga für den KFC UerdingenDas ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: »Möchte ich mir das antun?« Außerdem ist der Nachteil bei einer Agentur, dass man verständlicherweise vom Honorar nur einen Anteil bekommt. Dabei zahlen die Zeitungen von vornherein schon wenig. Aber wie gesagt, alleine ist es noch schwieriger seine Bilder loszuwerden. Hinzu kommt, dass viele Hobbyfotografen am Preisverfall mitarbeiten, in dem sie Bilder verschenken. Damit erkaufen sie sich meistens die Akkreditierung. Die Vereine freuen sich natürlich, kostenlos Bilder zu bekommen, alle Berufsfotografen stehen allerdings mit leeren Händen da. Daher sollte man sich als angehender Sportfotograf überlegen, ob und wem man Bilder kostenlos überlässt. Zum einen fällt es dann später schwerer Honorar von demjenigen zu verlangen, dem man bisher Fotos geschenkt hat, zum anderen zerstört man nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen den Markt.
Wer die Sportfotografie als Hobby betreibt oder nur nebenberuflich tätig ist, für den bleibt sie eine interessante Freizeitbeschäftigung, mit der man mal mehr aber meistens doch eher wenig Geld nebenbei verdienen kann. Immerhin darf man aber bei mancher großen Sportveranstaltungen dabei sein, und von Stellen fotografieren, an die kein normaler Zuschauer hinkommt. Deshalb sollte man zu Beginn den Fokus weniger aufs Geld verdienen legen, sondern vielmehr auf die Tätigkeit bzw. die Ergebnisse. Wer auf Dauer qualitativ hochwertige Fotos präsentieren kann, der dürfte letztendlich die größten Chancen haben, sich bei Zeiten gut vermarkten zu können.

Antwort zur Frage aus dem vorherigen Beitrag:
Woher kommt die Bezeichnung »Paparazzi«?
Im Film »La Dolce Vita« (1960 von Federico Fellini) werden die beiden Hauptdarsteller Anita Ekberg und Marcello Mastroianni von einem Fotografen aufdringlich verfolgt. Der Rollenname dieses Fotografen ist »Paparazzo« (gespielt von Walter Santesso). Seitdem werden die Kollegen, die Prominenten auflauern oder sie ständig verfolgen, als »Paparazzi« bezeichnet.

Die aktuelle Situation 2011

Nachdem sich Mitte 2010 zwei neue Kooperationen ergeben hatten, habe ich noch einmal versucht in der Sportfotografie Fuß zu fassen. Leider rechnen sich Aufwand und Kosten immer noch nicht gegen die Einnahmen auf. Der sozusagen exklusive Einsatz für die eine Agentur bei Alemannia Aachen bringt zwar gute Einnahmen, aber aufgrund der Entfernung zum Einsatzort sind der zeitliche Aufwand und die Fahrtkosten sehr hoch. Außerdem lassen sich zu den Veranstaltungen in Aachen sehr selten weitere einträgliche Termine planen. Dafür liegt der Tivoli leider zu abgelegen vom restlichen Sportgeschehen.
Enttäuschend verlief bisher der Einsatz für die andere Agentur. Innerhalb einer Saison keine Bilder verkauft zu bekommen, läßt einen schon an den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Da aber glücklicherweise in meinem Spezialgebiet Hockey regelmäßig Verkäufe direkt an Kunden gingen, und auch über die andere Agentur meine Bilder Abnehmer gefunden haben, kann mein Bildmaterial nicht so schlecht sein.
Ich habe meine Einsätze jetzt auf wenige für mich einträgliche Veranstaltungen eingeschränkt. Zum einen verschafft der gekürzte Terminplan ewas Freizeit, zum anderen spare ich Kosten. Am Jahresende wird sich dann zeigen, ob und wie es weitergeht.
Zwischenzeitlich hatte sich ein Angebot ergeben, ein Buch über Sportfotografie zu schreiben. Allerdings ist Buchautor auch fast eine Vollzeitbeschäftigung und ohne zusätzliche Unterstützung sowie den schwer zu beschaffenden Freigaben für die Bilder, habe ich das Projekt eingestellt. Vielleicht ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit die bisherige Vorarbeit zu nutzen und das Buch doch noch zu veröffentlichen.

Sommerpause beendet ;-)

Es ist nun schon einige Zeit her, daß ich einen Artikel hier veröffentlich habe. Zum einem findet man zu den grundlegenden Themen bereits etliche Beiträge in meinem Blog, da gibt es nicht mehr so viel Neues zu schreiben, 😉 zum anderen habe ich nach meinem Wechsel zum imago Sportfotodienst meine Tätigkeit im Bereich Sportfotografie noch einmal intensiviert.
Seit Mai darf ich auch an imago meine Bilder liefern, man findet mich also in deren Fotografenliste in der Datenbank. 🙂 In diesem Zusammenhang ist mein Stammverein, den ich fotografisch betreue, Alemannia Aachen. Das bedeutet, ich bin nicht nur bei den Spielen in der 2.Bundesliga dabei, sondern ich bin auch beim Fototermin für das Mannschaftsfoto und die Spielerportraits in Aachen gewesen. Außerdem besuche ich schon mal das Training bzw. Test- und Vorbereitungsspiele, so daß unterschiedliches Bildmaterial vorliegt, das dann von imago vielseitig vermarktet werden kann.
Meinem Spezialgebiet Hockey bleibe ich auch weiterhin treu. Das Bildmaterial geht unter anderem an die DHA und wird in Beiträgen sowie der Spieltagsgalerie der hockeyliga verwendet.
Bilder von den Sportarten bzw. Vereinen, die bei imago schon ausreichend vertreten sind, liefere ich an die Bildagentur Sport Moments. Daher hatte ich auch schon das Vergnügen z.B. in Schalke fotografieren zu dürfen. Aber so schön es ist, fast bis an den Rasen mit dem Auto fahren zu dürfen (kein Witz, man parkt in der Rasenschublade direkt am Stadion), so schlecht ist es Bilder von dort zu versenden. Ich gehe davon aus, daß der Tag eine Ausnahme war, es gab nämlich grundsätzlich Probleme mit der UMTS-Verbindung, den Kollegen erging es nicht anders. Beim nächsten Spiel, dem Derby gegen Borussia Dortmund, funktioniert es hoffentlich besser.