Von der Aufnahme bis zum fertigen Bild

Egal was und wieviel man fotografiert, es ergibt sich automatisch ein Basis-Workflow, dem der Hobbyfotograf oft unbewußt und der Fortgeschrittene meistens gezielt folgt.

  • Zuerst wird man immer die Bilder aus der Kamera bzw. von der Speicherkarte auf den Computer laden.
  • Im Regelfall wird man die Bilder unbenennen. Selten behält man die nichtssagende Namensnennung der Kamera. Mit z.B. img3256.cr2 wird man auf Dauer nicht viel anfangen können.
  • Den Bildern sollte man gewisse Metadaten hinzufügen, dazu gehören z.B. Fotografen-Name, Bildbeschreibung, Basis-Stichwörter und bei kommerzieller Nutzung auch die Kontaktdaten des Fotografen.
  • Nachdem alle Bilder auf dem Computer vorhanden sind, wird man in erster Durchsicht die Kandidaten ermitteln, die sofort gelöscht werden können. Dazu gehören Testaufnahmen, die man zur Belichtungsermittlung gemacht hat, unscharfe Fotos oder auch Bilder, auf denen man dem Model Gliedmaße abgetrennt hat, und die auch mit anderem Bildschnitt nicht mehr verwertbar sind.
  • Hat man alle Bilder ausgesucht, die man vorerst behalten möchte, fügt man nun im weiteren Durchlauf genauere Stichwörter und Suchbegriffe hinzu.
  • Nach der Organisation der Bilder erfolgt nun die erste Basis-Entwicklung. Grundlegend wird der Weißabgleich eventuell korrigiert bzw. angepaßt, sowie die Belichtung, Kontrast und Entwicklungsschärfe eingestellt, so daß die Bilder „gut aussehen“ und für eine erste Präsentation geeignet sind, um sie z.B. dem Model zur Auswahl vorzulegen.
  • Spätestens jetzt sollte man die Bilder archivieren, d.h., sichern. Im Idealfall erfolgt eine Sicherung auf eine externe Festplatte. Hier bietet sich die Gelegenheit, das RAW-Format zusätzlich in ein DNG-Format umzuwandeln, um auch noch in weitentfernter Zukunft ein allgemeingültiges Dateiformat zu haben. Man weiß ja nie, welcher Anbieter bzw. welches Dateiformat überleben wird. Vielleicht wird das spezielle RAW-Format des Kamera-Herstellers eines Tages gar nicht mehr von einer Software unterstützt.

Ich nutze für diesen Arbeitsablauf Lightroom, weil ich mit dem Programm alle Schritte der Reihe nach durchgehen kann. Jenachdem wieviel Bilder man zu verarbeiten hat, kommt man sicher auch mit kostenloser Software zurecht. Womöglich sind dann mehrere unterschiedliche Programme notwendig, aber wenn man nur zwei, drei Mal im Jahr Urlaubsfotos bearbeitet und archiviert, dürfte Lightroom dafür ein zu mächtiges Werkzeug sein, das man nur zum Bruchteil nutzen würde.
In weiteren Artikeln werde ich meinen Workflow in Einzelheiten vorstellen. Er ist sicher nicht allgemeingültig und für jedermann brauchbar, denn es hängt viel davon ab, was und wieviel man fotografiert, aber als Anregung kann er durchaus dienen.

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