Das Ganzkörperportrait

Da der Bildausschnitt größer ist, verliert beim Ganzkörperportrait die Mimik an Bedeutung, dafür gewinnen Körpersprache und Umfeld. Das Gesicht nimmt nur noch wenige Prozent des Fotos ein, deshalb reicht ein ausdrucksstarkes Gesicht alleine nicht mehr aus für die Bildwirkung. Hier kommen Arm- und Beinhaltung noch hinzu. Während man beim Oberkörperportrait die Arme noch verstecken und die Beinhaltung außer Acht lassen konnte, sind sie nun in die Komposition einzubeziehen.
Ganzkörper heißt nicht zwangsläufig, den Menschen im stehen abzulichten. Selbstverständlich können Bilder von der Haarspitze bis zum Fuß auch im Sitzen, Knien oder Liegen aufgenommen werden. Auch hierbei gelten alle Regeln und Tips wie bereits erwähnt bei einer Nahaufnahme oder einem “Brustbild”.
Wenn man anfängt Ganzkörper zu portraitieren, sollte man mit ungezwungen Posen beginnen. Das Model sollte wissen das es fotografiert wird, aber nicht unbedingt extra posieren. Idealerweise “beobachtet” man durch die Kamera das Fotomodel in natürlicher Umgebung und versucht damit eine Szene “mitten aus dem Leben” zu erfassen. Dadurch verhindert man, das die Aufnahme nicht gestellt und gekünstelt wirkt. Nützlich hierbei ist dann auch ein Normalobjektiv, dadurch fotografiert man automatisch aus etwas größerer Distanz für ein Ganzkörperportrait. Man könnte natürlich auch ein Teleobjektiv verwenden, aber dann wird die Entfernung zu groß, und die Verständigung mit dem Model wird schwierig.

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