Praktische Anwendung von Reflektoren
Mit Reflektor sowie Diffusor kann man bezüglich der Lichtführung fast überall ähnliche Bedingungen schaffen wie im Studio.
Wenn man z.B. bei harter Mittagssonne Aufnahmen machen möchte, ist der Diffusor unverzichtbar. Denn bei direktem, frontalen Sonnenlicht ist es nicht möglich zu fotografieren. Das Model wird von der Sonne geblendet und kann die Augen nicht öffnen. Bei seitlichem Lichteinfall entstehen harte Schatten. Und bei Gegenlicht wird das Gesicht nicht genügend ausgeleuchtet. Man sollte das Fotomodel so platzieren, daß das Licht von schräg vorne kommt, ähnlich dem Hauptlicht im Studio. Zwischen Sonne und Model positioniert man dann den Diffusor. Die der Sonne abgewandte Gesichtshälfte wird dagegen mit einem Reflektor aus Gold- oder Sonnenbeschichtung aufgehellt. So erhält man eine ausgewogene Ausleuchtung, die noch genügend Tiefe und Kontrast hat.
Eine andere Möglichkeit ist, das Fotomodel komplett im Schatten zu platzieren und mit einem oder sogar mehreren Reflektoren das Sonnenlicht indirekt auf das Motiv zu lenken. Hierzu eignen sich ebenfalls goldfarbene Reflektoren, die viel Sonne und warme Hauttöne ins Bild bringen.
Der beste Reflektorhalter ist immer noch der Mensch. Ein Assistent ist in der Lage auf Anweisungen des Fotografen zu reagieren, und durch feine Änderungen in der Haltung das Licht präzise zu führen.
Leider hat man nicht immer eine menschliche Hilfe beim Shooting dabei. Wenn man dann auf Stative zurückgreift, sollte man auf stabile Querbefestigungen achten, denn nur dieses können zwei Hände ersetzen. Wenn Stative nur eine senkrechte Halterung aufweisen, wird sich draußen bei leisestem Wind der Reflektor bewegen und eventuell drehen, daher nicht in optimaler Stellung bleiben.
Für den Diffusor benötigt man Halterungen, die nicht hinter dem Diffusor verlaufen, weil sonst deren Schatten auf das Motiv fallen würden.

