Outdoor-Shooting mit Lisa & Koray
Betrachtet man die aktuelle Wetterlage und berücksichtigt man die Jahreszeit, dann dürfte das Shooting am Samstag mit Lisa und ihrem Freund Koray vermutlich das letzte Outdoor-Shooting für dieses Jahr gewesen sein. Sehr weit im voraus läßt sich nun nichts mehr planen, eventuell ergibt sich aber noch spontan ein kurzfristiges Shooting. Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Fotomodelle aus der Nachbarschaft kommen.
Lisa war vor einiger Zeit als Begleitung bei einem Shooting mit Denise dabei gewesen. Bereits damals in Moers haben wir ein paar Probe-Aufnahmen gemacht, einzeln mit ihr wie auch zusammen mit Denise.
Obwohl sie Anfängerin ist, sind schon bei diesen wenigen Bildern schöne Ergebnisse entstanden. Somit hatten wir eine gute Grundlage geschaffen für eine weitere Zusammenarbeit, denn wir haben uns also vorab schon kurz kennengelernt, und Lisa hatte mitbekommen, wie Foto-Aufnahmen bei mir ablaufen. Vermutlich waren dies auch Gründe, die sie veranlaßt haben, bei mir nach einem Shooting-Termin zu fragen.
Die Gelegenheit ein neues Model zu gewinnen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Erfreulicherweise hatte ich kurzfristig einen Termin frei, und glücklicherweise spielte das Wetter dann auch noch mit.
Es ist üblich, daß das Model zumindest beim ersten Shooting eine Begleitperson mitbringt. In diesem Fall fragte Lisa, ob ihr Freund mitkommen dürfte, und wir eventuell sogar Paar-Aufnahmen machen könnten. Das war mir nur Recht, denn selten findet man einen jungen Mann, der sich vor die Kamera traut. Und Bilder von Paaren kann man auch nicht alle Tage machen.
Als Location hatte ich den Schönhausen-Park gewählt. Dieser Park bietet eine abwechslungsreiche Kulisse mit der alten Villa, unterschiedlichen Brücken, einem Springbrunnen und dem Teich. Damit hatten verschiedene Möglichkeiten, um einige Szenen und Hintergründe zu probieren. Außerdem hatten wir Glück, daß der Herbst noch nicht zu weit fortgeschritten war, und manche Bäume noch ein schönes farbenprächtiges Blätterwerk besaßen, so daß wir auch ein bißchen Herbststimmung in den Bildern einfangen konnten.
Die Lichtverhältnisse waren durchwachsen, mal schien die Sonne, dann war es wieder bewölkt, und unter den Bäumen war es so oder so etwas dunkler. Für Available Light-Fotografie also wieder eine kleine Herausforderung. Einen Beleuchtungsassistent hatte ich nicht dabei, deshalb war es schwierig einen Reflektor einzusetzen, ich verwendete stattdessen den Aufsteckblitz. Blende und Zeit habe ich an der Kamera eingestellt, ebenso habe ich die Werte am Blitzgerät manuell vorgegeben. Ausgangspunkt war für mich die Blende, denn ich wollte genügend Schärfentiefe, um beide Personen im Bild scharf abzubilden. Das bedeutete, ich benötigte eine kleine Blende ab Wert 8, die Zeit ergab sich daraus zwangsläufig, um ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten. Entweder man misst nun die Werte per Belichtungsmesser, oder man tastet sich langsam durch Versuch und Irrtum, also mit Testaufnahmen an die entsprechende Zeit heran. Sollte die ermittelte Belichtungszeit zu lang sein, kann man durch erhöhen der ISO-Zahl dem entgegen wirken. Aufgrund dieser Vorgehensweise erhält man dannzwar ein weitestgehend korrekt belichtetes Bild, aber hierbei ist nur die Gesamtlichtsituation berücksichtigt. Es kann durchaus sein, daß das Hauptmotiv, nämlich das Fotomodel und hier vor allem das Gesicht entweder generell zu dunkel erscheint oder unschöne Schatten zu sehen sind. Für diese Fälle ist der Blitz nützlich. Ich stelle ihn dann ebenfalls manuell ein, und taste mich dabei genauso langsam an den benötigten Wert heran. Die volle Blitzleistung ist nämlich selten notwendig, dann erhält man nur die eindeutig erkennbaren Blitz-Fotos. Ich möchte nur eine leichte Aufhellung erreichen, und nebenbei die Spitzlichter in den Augen bekommen, die dem Bild zusätzlich etwas Lebendigkeit vermitteln.
Obwohl es zwei Anfänger-Models waren, haben wir in der kurzen Zeit einige schöne Bilder erhalten. Die Atmosphäre war locker und entspannt, und wir waren mit Spaß bei der Sache. Wie zufrieden meine Fotomodelle sind, erkenne ich immer daran, wenn sie im Nachhinein, ohne überhaupt schon Ergebnisse erhalten zu haben, bereits den Wunsch nach einer Fortsetzung, sprich einem weiteren Shooting äußern. Eine bessere und schönere Bestätigung für einen Fotografen gibt es kaum.

