“Das Haar in der Suppe”
Haare spielen in der Portraitfotografie eine durchaus wichtige Rolle. Dabei geht es zunächst nicht einmal um ein besonderes Styling, sondern um die grundsätzliche Wirkung des Models auf den Betrachter. Haare wie auch ihr Fehlen vermitteln Gesundheit und Frische, sowie eine erotische Ausstrahlung.
Exotisch anmutende Haartrachten oder spezielle Frisuren können so dominat wirken, daß sie vom Gesicht, dem eigentlichen Motiv, ablenken. Für den Fotograf können sich besonders einzelne Haare oder Haarsträhnen als tücksich erweisen, und sich zum “Haar in der Suppe” entwickeln, sprich ein gutes Portraitbild zunichte machen. Einzelne Haare verirren sich immer wieder mal ins Gesicht, laufen vielleicht durchs Auge, und lassen sich somit nur schwer bei der Retusche entfernen. Hier ist es sinnvoll einen kleinen Spiegel zur Hand zu haben, den man dem Model vorhalten kann, so daß es sich die Haare richten und aus dem Gesicht entfernen kann. Denn einzelne Haare sieht man weder im Sucher noch auf dem Kamera-Display, sondern erst später am Monitor.
Im Regelfall sollten Haare das Gesicht nur umrahmen, und keine bildwichtigen Elemente wie z.B. Augen verdecken. In jedem anderen Fall hat man es weniger mit einer klassischen Portraitaufnahme zu tun, sondern mehr mit Modefotografie oder Beauty-Aufnahmen. Dennoch sollte man den Haaren Aufmerksamkeit widmen, vor allem bei der Ausleuchtung. Besonders dunkle Haare neigen dazu, zu einer dunklen Masse ohne Struktur zu verschmelzen. Deshalb sollten man sie mit zusätzlichem Kopflicht oder zumindest mit einem Reflektor aufhellen.

