Sportfotografie (5)
Ausrüstung Teil 2
Ein hochwertiges Objektiv hat einen größeren Anteil an einem gelungenen Foto als das Kamera-Gehäuse. Sicherlich werden die aktuellen Kameras immer besser bezüglich des Rauschverhaltens, so daß man vordergründig vielleicht gerne auf lichtstarke Objektive verzichten möchte. Allerdings wird man dadurch auch oft auf einen schnellen Autofokus und die besseren Möglichkeiten der Freistellung verzichten.
Sogar “kleine” Spiegelreflexkameras bieten heute einen guten Autofokus, um im Servo-Modus z.B. schnelle Sportarten scharf ablichten zu können. Dazu benötigen sie aber auch ausreichend lichtstarke Objektive, die aufgrund eines Ultraschallmotors schnell genug fokussieren können.
Die langsamere Bildfolge von 3-5 Bildern pro Sekunde kann man durch geschickte Wahl des Auslösemoments kompensieren. Das dürfte sogar sinnvoller sein als bei 10 Bilder/s wie mit einer Maschinenpistole daraufzuhalten und zu hoffen, eine gute Szene erwischt zu haben.
Gerade dem Anfänger kann man hier nur raten, mit einem Einsteiger-Gehäuse zu beginnen und lieber das Geld in hochwertige Objektive zu investieren. Ein weiterer positiver Nebeneffekt hierbei ist auch, daß dieses Zubehör in der Regel preisstabiler ist als die Gehäuse. Spätestens nach zwei bis drei Jahren sind Gehäuse technisch fast komplett überholt, gute Objektive überleben hingegen sehr schnell mehrere Gehäusegenerationen.
Da bei der Sportfotografie mit viel Ausschuß zu rechnen ist, sollte man immer mehrere Speicherkarten dabei haben. Nichts ist ärgerlicher, als plötzlich mitten im Spiel mit voller Speicherkarte darzustehen, und keinen freien Speicherplatz mehr zu haben.
Jenachdem bei welcher Sportart man fotografiert, kann es bei fester Aufnahmeposition hilfreich sein, einen Falt-Hocker (Angler-Hocker) dabei zu haben. Damit vermeidet man die zu hohe Perspektive beim Stehen (z.B. beim Hockey).
Bei schweren Objektiven kann ein Einbein-Stativ nützlich sein. Es entlastet den Arm und sorgt auch für ein stabiles Sucherbild.
Je nach Umfang der Ausrüstung und des persönlichen Geschmacks wird man zum Transport auf Tasche, Rucksack oder Koffer zurückgreifen. Gerade für Freiluft-Veranstaltungen kann hier ein stabiler, wasserdichter Koffer nützlicher sein als eine Tasche oder Rucksack. Den Koffer kann man z.B. auch zusätzlich als Hocker-Ersatz einsetzen.
Bei der Sportfotografie ist man häufiger draußen unterwegs, so daß man auf alle Fälle gegen Regenschauer gerüstet sein sollte, um nicht die Ausrüstung unnötig den Witterungsverhältnissen auszusetzen.. Es gibt professionelle Regenschutzhauben für Kameras und Objektive, aber dieses Zubehör ist sehr teuer. Hier lohnt es sich aus einer Plastiktüte bzw. aus Frischhaltebeuteln sich selber eine Schutzhülle zurecht zu schneiden, die man dann mit Klebe- und Gummmiband an Kamera und/oder Objektiv befestigt.

